Schwarzenbek

DRK will jetzt in die Ortsmitte

| Lesedauer: 3 Minuten
Barbara Moszczynski

Rotkreuzmarkt: Statt 1500 Quadratmeter im Stadtteil Nordost lieber 500 Quadratmeter im Stadtzentrum

Drei Jahre war der Rotkreuzmarkt am Verbrüderungsring - jetzt sucht das DRK ein dauerhaftes neues Domizil. "Was wir jetzt anpacken, soll auf zehn Jahre Bestand haben", sagt DRK-Geschäftsführer Steffen Fehrmann. Der Ortsverein hat den Mietvertrag nach drei Jahren zum 31. Januar kommenden Jahres gekündigt (wir berichteten).

Das liegt nicht nur an den hohen Nebenkosten: Inklusive der Miete in Höhe von 1500 Euro zahlt der DRK-Ortsverein rund 4500 Euro an Heiz- und Nebenkosten für die 1500 Quadratmeter große Fläche. "Es ist definitiv zu groß, wir würden uns gern auf 500 Quadratmeter verkleinern" sagt Fehrmann. Das Angebot soll aber auf jeden Fall erhalten bleiben, denn der Rotkreuzmarkt mit seinen 25 ehrenamtlichen Mitarbeitern trägt sich nicht nur mittlerweile selbst. "Wir haben auch eine wichtige soziale Aufgabe", sagt der DRK-Geschäftsführer.

Mit einer geringeren Miete und an einem zentraleren Standort könnte der Markt zudem mehr Ertrag erwirtschaften. Geld, das in die sozialen Projekte des DRK fließen würde. "Vor zehn Jahren haben wir von der Stadt, vom Kreis und vom Land Zuschüsse bekommen, heute kriegen wir keinen Cent mehr. Darum gibt es den Eintopfverkauf oder den Rotkreuzmarkt, damit wir u. a. das Jugendrotkreuz oder die Tafel finanzieren können", sagt Fehrmann.

Trotzdem steht der Ortsverein finanziell recht gut da, das Vermögen beträgt rund eine Million Euro. Einen Großteil der Aktivposten machen die beiden Immobilien aus: das 1993 erbaute DRK-Zentrum an der Bismarckstraße und der 2007 umgebaute, ehemalige Güterbahnhof.

Fünf mögliche Standorte für den Rotkreuzmarkt sind derzeit in der engeren Auswahl, darunter der ehemalige Penny-Markt an der Hamburger Straße und die leer stehende Budni-Filiale in der Schmiedestraße. Eine achtköpfige DRK-Arbeitsgruppe hat dazu die Kundenströme untersucht: Woher kommen die DRK-Kunden, reisen sie mit dem Pkw oder öffentlichen Verkehrsmitteln an? 40 bis 50 Einkäufer verzeichnet der Markt täglich während der Öffnungszeiten mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr. Rund doppelt so viele Kunden besuchen den Markt sonnabends von 10 bis 13 Uhr.

Unabhängig von der Suche nach einem neuen Standort sollen für sie sowohl der Verkauf als auch die Warenannahme ohne Unterbrechung weitergehen. Wenn nicht am Verbrüderungsring, dann am ehemaligen Güterbahnhof. "Dann müssen die Autos raus aus der Fahrzeughalle, und wir stellen dort die Möbel rein.", meint Fehrmann. Unter Zugzwang sieht sich das Rote Kreuz nicht, notfalls ist auch eine Verlängerung am Verbrüderungsring denkbar.

"Ich gehe nicht davon aus, dass wir zum 1. Februar ausziehen müssen, wenn wir nichts anderes finden. Der Vermieter hat keine Pläne und kein neues Konzept für die Immobilie, das hier ist sein Stiefkind", sagt Fehrmann. Derzeit werden übrigens besonders Kinderzimmermöbel und Kleiderschränke nachgefragt. Spenden werden gerne angenommen. Im Angebot sind dagegen aktuell Büromöbel aus dem Bestand einer großen Krankenversicherung.