Einzelhandel

Nach 16 Jahren: Familas Plan für Lauenburg steht

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Elke Richel
Wie geht es mit Famila am Standort Lauenburg weiter? Eine Sortimentserweiterung im Anbau soll neue Kunden locken.

Wie geht es mit Famila am Standort Lauenburg weiter? Eine Sortimentserweiterung im Anbau soll neue Kunden locken.

Foto: Elke Richel

Warenhauskette plant seit Langem eine Flächenerweiterung. Welche Kompromisse jetzt zum Durchbruch führten, wann Eröffnung ist.

Lauenburg. Seit nunmehr 16 Jahren möchte das Handelsunternehmen Famila in Lauenburg einen Erweiterungsbau errichten und diese Flächen komplett vermieten. Dafür vorgesehen ist das Grundstück neben dem bestehenden Markt an der Mecklenburger Straße.

Ebenso lange diskutiert die Lauenburger Politik über dieses Vorhaben. Immer ging es um die Frage: Kollabiert die Innenstadt endgültig, wenn der Marktriese auf der grünen Wiese sein Sortiment um bestimmte Warengruppen erweitert? Seit Ende vergangenen Jahres gibt es einen Kompromiss. Jetzt legt Famila den Plan für den Erweiterungsbau vor, der schon im nächsten Jahr eröffnet werden soll.

Famila darf nicht alle gewünschten Warengruppen verkaufen

Im Oktober vergangenen Jahres beriet der Bauausschuss gleich über drei Anträge zum Thema Famila. CDU und die Lauenburger Wählergemeinschaft hatten sich auf einen gemeinsamen geeinigt, SPD und Grüne legten jeweils einen fast gleichlautenden vor. Am Ende gab es einen einstimmigen Beschluss: Die Verwaltung solle die landesplanerische Stellungnahme zur Zulässigkeit der Sortimente Schuhe, Tiernahrung/Zoobedarf, Haushaltswaren/Geschenkartikel sowie Kleinpreis-Kaufhäuser am Lauenburger Stadtrand einholen.

Das tat sie dann auch – und die zuständige Landesbehörde brachte keine grundsätzlichen Einwände vor, legte aber maximale Größen für die einzelnen Verkaufsflächen fest.

Famila wollte eigentlich auch Drogeriewaren anbieten

Das war nicht die einzige Kröte, die Famila schlucken musste. Ursprünglich hatte der Marktriese auch geplant, Drogeriewaren und Mode am Lauenburger Stadtrand anzubieten.

Doch mit den ausgehandelten Warengruppen kann man bei Famila leben. „Wir können Ihnen mitteilen, dass die von der Landesplanung aufgegebenen Bedingungen unserem Vorhaben nicht entgegenstehen“, schrieb Geschäftsführer Christian Lahrtz an die Stadtverwaltung. Das brachte schließlich den Durchbruch. Von den Lauenburgern wohl am meisten erwartet: Es wird künftig wieder ein Schuhgeschäft in Lauenburg geben. Im Januar vergangenen Jahres hatte mit dem K+K Schuhcenter am Penny-Markt der letzte Laden der Stadt dicht gemacht.

Famila will Erweiterungsbau im nächsten Jahr eröffnen

Inzwischen hat Famila bei der Stadtverwaltung einen Plan eingereicht, wie der Erweiterungsbau strukturiert werden soll. Die geplanten Ladengeschäfte haben insgesamt eine Verkaufsfläche von rund 3000 Quadratmetern. Außerdem wird es auf dem Famila-Gelände 76 weitere Stellflächen geben, die dem Neubau zugeordnet werden.

Bevor Famila jedoch mit der Umsetzung beginnen kann, muss der Bebauungsplan entsprechend geändert, ausgelegt und als Satzung beschlossen werden. „Den Bauantrag werden wir unverzüglich nach Abschluss des Planänderungsverfahrens stellen“, sagt Christian Lahrtz, Geschäftsführer von Famila-Nordost. Er geht davon aus, dass die Geschäfte im Erweiterungsbau im nächsten Jahr eröffnet werden können. Neben dem bestehenden Markt gibt es dann fünf weitere Geschäfte am Standort, unter anderem für Möbel, Tierbedarf, Schuhe und ein Kaufhaus der kleinen Preise.

Einzelhandelskonzept für Lauenburg wieder auf der Tagesordnung

Famila setzt auf diese neuen Angebote als Stärkung für den Standort Lauenburg. Im April 2017 hatte die Wirtschaftliche Vereinigung (WVL) Lauenburger Lokalpolitiker zu einer Veranstaltung über die geplante Innenstadtentwicklung eingeladen, zu der auch Christian Lahrtz, erschienen war. Dieser redete damals nicht lange um den heißen Brei herum: „Wir haben große Sorge um den Standort Lauenburg und die Mitarbeiter. Hier ist der Umsatz nur halb so groß wie in Geesthacht.“

Mit der Zustimmung für die Erweiterungspläne von Famila trugen die Landesplaner der Stadt als Bedingung auf, das Einzelhandelskonzept fortzuschreiben. So sollen weitere Ansiedlungen von Einzelhandelsbetrieben mit zentrenrelevanten Sortimenten auf der „grünen Wiese“ verhindert werden. In der Stadtvertretersitzung im Dezember vergangenen Jahres hatten die Fraktionen deshalb einstimmig beschlossen, den Entwurf des Einzelhandelskonzeptes des Büros BulwinGesa aus 2019 anpassen zu lassen – und endlich zu beschließen.

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