Verein Wabe

Baustart für neue Kita in Lauenburg in diesem Jahr

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Elke Richel
In der Kita vom Verein Wabe bestimmen die Kinder weitgehend selbst die Regeln. Für dieses Konzept gab es 2020 einen zweiten Platz im Wettbewerb um den Deutschen Kita Preis.

In der Kita vom Verein Wabe bestimmen die Kinder weitgehend selbst die Regeln. Für dieses Konzept gab es 2020 einen zweiten Platz im Wettbewerb um den Deutschen Kita Preis.

Foto: Jakob Erlenmeyer und Nikolaus Götz

Grundstückskauf und gestiegene Baukosten führten zu Verzögerungen. Jetzt aber kann der Bau auch dank Fördermittel losgehen.

Lauenburg. Es ist eine Nachricht, die viele Familien freuen wird: Der Verein Wabe hat alle erforderlichen Anträge für die neue Kita am Glüsinger Weg in Lauenburg gestellt. „Nach Einreichung des Bauantrages brauchen wir bis zu acht Monaten, um zu bauen“, hatte der Geschäftsführer des Vereins, Marcel Graff, bereits in Aussicht gestellt. Das war im Juni vergangenen Jahres. Insofern wird mit dem Baustart in diesem Jahr gerechnet.

Schon im Mai 2020 hatte die Stadtvertretung den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst und damit Baurecht geschaffen. Damals waren alle Beteiligten waren davon ausgegangen, dass der Bau der Kita zügig beginnen würde. Doch daraus wurde nichts.

Ein Grund dafür war, dass die Wabe die Kita – anders als bis dahin geplant – nun in Eigenregie bauen will. Dafür hatte sie der Dana Grundstücksverwaltung das 4500 Quadratmeter große Areal neben der Senioren­residenz abgekauft.

Neue Kita in Lauenburg: Verein Wabe geht von 7,2 Millionen Euro Baukosten aus

Ein weiterer Knackpunkt: Die ursprünglich kalkulierten Kosten in Höhe von 5 Millionen waren nicht zu halten. Bei der Wabe geht man mittlerweile von 7,2 Millionen Euro aus, den der Neubau kosten wird. Nicht machbar ohne Fördermittel, sagt Graff.

Doch diesbezüglich gibt es gute Nachrichten: Bereits im Juli 2018 hatte die Stadt beim Kreis die Aufnahme dieser Plätze in den Kindertagesstättenbedarfsplan beantragt.

Mit 3,2 Millionen Euro Fördermittel rechnet die Stadt. Bürgermeister Andreas Thiede ist überzeugt, dass das Geld nach Lauenburg fließt. „Viele Familien warten auf die Kita. Es ist gut, dass es jetzt endlich voran geht“, sagt er.

180 Plätze geplant, davon 30 für Kinder im Krippenalter

In der neuen zweistöckigen Kita können bis zu 180 Kinder betreut werden, davon 30 im Krippenalter. Die Öffnungszeiten sind zwischen 6 und 18 Uhr geplant. Schließzeiten, etwa in den Sommerferien, sind nicht vorgesehen. Großzügige Spielbereiche und eine Sauna sorgen für das Wohlbefinden der Kinder. Etwa 30 Betreuungskräfte werden in der neuen Kita tätig sein. Die Kinder erhalten in der Einrichtung Frühstück, Mittagessen und ein Snackangebot.

Eine Verzögerung könnte es noch geben. Selbst wenn die Baugenehmigung vorliegt, sind die Formalien nämlich noch nicht abgeschlossen. Sobald öffentliche Mittel zum Einsatz kommen, die höher als eine Millionen Euro sind, muss die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR die Prüfung der Baukosten übernehmen. „So eine baufachliche Prüfung könnte sich leider hinziehen“, weiß Thiede. Doch vonseiten der Stadt und des Bauträgers sei alles getan, damit noch in diesem Jahr mit dem Bau der Kita begonnen werden könne.

Konzept der Wabe mit Deutschem Kita-Preis ausgezeichnet

Der Verein Wabe betreibt in Lauenburg bereits eine Kita am Birnenweg. „Kinderstube der Demokratie“ heißt das Konzept, für das die Lauenburger Kita 2020 mit einem zweiten Platz beim Wettbewerb um den Deutschen Kita Preis geehrt wurde. Damit konnte sich das Team um Leiterin Andrea Milewski über ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro freuen.

Hinter dem Konzept steckt die Überzeugung, dass Kinder auch in diesem Alter ein Gespür für ihre eigenen Bedürfnisse haben. Das bedeutet konkret: In der Kita Wabe entscheiden die Kinder, wann sie ­essen oder schlafen wollen, wer sie trösten oder mit ihnen Geburtstag feiern darf, wann sie draußen toben oder lieber drinnen singen wollen.

Die Kinder sind auch nicht in feste Gruppen eingeteilt, sondern sie suchen sich aus, was sie gern machen möchten. Die Betreuer verstehen sich als Lernbegleiter und Impulsgeber der Kinder. Dieses offene Konzept will die Wabe auch in der neuen Kita umsetzen.

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