Lauenburg

Grünes Licht für 150 Wohnungen in neun Blocks

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André Herbst
Auf einem früheren Kleingartengelände an der Berliner Straße sollen in neun Gebäuden etwa 150 Eigentumswohnungen entstehen.

Auf einem früheren Kleingartengelände an der Berliner Straße sollen in neun Gebäuden etwa 150 Eigentumswohnungen entstehen.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Wohnbebauung an der Berliner Straße in Lauenburg könnte zeitnah starten. Projekt Hafen- und Werftquartier ist dagegen vom Tisch.

Lauenburg.  Ohne große finanzielle Einbußen kann die Stadt Lauenburg einen Schlussstrich unter das Projekt Hafen- und Werftquartier ziehen. Es wird, wie berichtet, nicht realisiert. Grünes Licht geben konnten die Stadtvertreter dagegen für den Bebauungsplan 99. Er erlaubt die Errichtung von 150 Wohnungen in neun Blocks. Der Beschluss fiel einstimmig.

Der B-Planentwurf kann jetzt ohne weitere Änderungen in Kraft gesetzt werden, bestätigt Rüdiger Nieberg, Leiter der Stadtplanung in der Schifferstadt. Auf dem ehemaligen Kleingartengelände können die Bagger rollen, sobald die noch nicht gestellten Bauanträge genehmigt sind, beziehungsweise Vorabgenehmigungsreife erreicht haben.

Es müssen einige Vorbereitungen erledigt werden, bevor der Bau losgehen kann

„Der Investor muss noch die Kaufsumme für die Fläche zahlen, wir gehen davon aus, das dann rasch die Bauanträge gestellt werden“, so Nieberg. Laufe alles wie erhofft, stehe aus Sicht der Stadt einem baldigen Baubeginn nichts mehr im Wege. Allerdings muss das Wetter mitspielen. Und, heute in Zeiten des Baubooms fast noch wichtiger: Die Bauunternehmen müssen an Bord sein, und das knappe Material gesichert.

Das Aus für die Pläne zur Errichtung eines Hafen- und Werftquartiers auf Flächen der Hitzlerwerft wird in großen Teilen der Politik bedauert. Zu verlockend die Vorstellung, in bester Lage Lauenburg einen Wachstumsschub zu geben. Doch die neuen Werfteigentümer wollen ihre Flächen nutzen, den eigenen Betrieb auszubauen. Die Idee für ein Quartier, das Wohnen und Gewerbe mit Wissenschaft und Kunst vereinigt, ist vom Tisch.

Landesförderung war noch nicht in Anspruch genommen worden

2,6 Millionen Euro Landesförderung waren für das Projekt zugesagt gewesen, das Geld wird nicht nach Lauenburg fließen. In dem Fall sei es ein Glücksfall gewesen, dass sich Vorabgespräche in die Länge gezogen haben, so Nieberg. „Wir haben von der Summe noch nichts in Anspruch genommen.“ Einzig nach geeigneten Büroräumen habe man sich inzwischen umgesehen.

Eine gute Nachricht erreichte die Politik aber doch: Lauenburg erhält Geld aus einem anderen Topf, wie den Stadtvertretern mitgeteilt werden konnte. Eine Millionen Euro können in die Innenstadt-Revitalisierung investiert werden, ein entsprechender Förderantrag wurde bewilligt. Der Eigenanteil Lauenburgs beträgt zehn Prozent, also 100.000 Euro. Das Geld kann vielfältig genutzt werden, für die Finanzierung eines Leerstandsmanagements ebenso wie ganz konkret in die Bezuschussung von Mieten. Deutschlandweit leiden Innenstädte vor allem darunter, dass der stationäre Einzelhandel weiter Boden gegen den Online-Handel einbüßt. Corona lässt die Kundenzahlen in den Zenten noch weiter sinken. Jetzt sind Ideen gefragt, mit welchen Nutzungen der drohende Niedergang aufgehalten werden kann.

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