Kreis Herzogtum Lauenburg

Weihnachtsmärkte: Veranstalter setzen auf 2G

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André Herbst
Romantisch und stimmungsvoll ist der Möllner Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz.

Romantisch und stimmungsvoll ist der Möllner Weihnachtsmarkt auf dem historischen Marktplatz.

Foto: BGZ

Für die Märkte in Mölln, Büchen und auf Gut Basthorst gab es grünes Licht. Die Landesverordnung ist aber etwas schwammig.

Büchen/Mölln/Ratzeburg.  Die Zahl der abgesagten Weihnachtsmärkte übersteigt die, die stattfinden oder noch starten sollen, inzwischen deutlich. Ob Lauenburg, Geesthacht oder Schwarzenbek: Wer in diesen Städten auf die großen Märkte zur Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit gehofft hatte, wird dieses Jahr enttäuscht. Anders auf Gut Basthorst, in Mölln und auch in Büchen. Hier haben die Kommunen und Veranstalter grünes Licht erhalten, bieten Weihnachtsmarkt-Gefühle unter strikten Corona-Bedingungen.

Besonders schlimm trifft es viele Schausteller. Wer gehofft hatte, die coronabedingten Verluste der vergangenen eineinhalb Jahre durch Weihnachtsmärkte ein wenig ausgleichen zu können, steht jetzt mancherorts vor dem Aus. In Dresden war der weltberühmte Striezelmarkt bereits aufgebaut, als er abgesagt wurde. In der thüringenschen Landeshauptstadt Erfurt musste der Markt nach zwei Tagen wegen der explodierenden Infektionszahlen wieder geschlossen werden.

„Advent in Ratzeburg“ ist abgeblasen

Vielen Händlern bleibt nichts anderes, als Riesenmengen Glühwein, Zehntausende Thüringer Würstchen und viele weitere Nahrungsmittel zu verschenken oder zu vernichten. Diesen neuen Aderlass werden viele nicht überleben, warnen Schaustellervertreter.

Mit mehr Umsicht als in den Landeshauptstädten von Sachsen und Thüringen sind die Verantwortlichen im Kreis Herzogtum Lauenburg ans Werk gegangen. Dazu zählen die Absagen von Märkten, bevor der Aufbau begonnen hatte, wie auch das Reagieren auf die aktuellen Entwicklungen. So haben Mittwoch die Organisatoren des „Advent in Ratzeburg“ die für den 4. und 5. Dezember in der Kreisstadt geplanten Veranstaltungen abgeblasen. Einzelnen Veranstaltern wäre es zwar noch möglich gewesen, ihre Events entsprechend zusätzlich abzusichern. Doch wolle man „mit einer solchen Entscheidung kein falsches Signal senden“.

Statt 60 Stände gibt es in diesem Jahr nur rund 20

Leichter zu sichern ist das verkleinerte Areal in Büchen, wo am selben Wochenende Marktzauber im beschaulichen Rahmen geboten werden soll. Statt etwa 60 Stände sind rund 20 geplant. Der Markt werde auf den Bürgerplatz konzentriert, teilt Sprecher Heinz Bohlmann mit. Der in Vorjahren mitgenutzte Parkplatz bleibt frei, zudem bleibt das Rathaus geschlossen.

Das Einhalten der 2G-Beschränkung – Zutritt nur für vollständig Geimpfte und Genesene – werde am Zugang des eingezäunten Geländes kontrolliert. Ausnahmen gelten für „Kinder bis zur Einschulung und Minderjährige, die getestet sind oder die anhand einer Bescheinigung ihrer Schule nachweisen, dass sie regelmäßig zweimal pro Woche getestet werden“, so Bohlmann.

Von Gastro bis Kunsthandwerk, von Leckereien bis zu Häkelsocken

Dass noch für wenige Buden Betreiber gesucht werden, ist nicht mangelndem Interesse geschuldet, sagt Organisator Marius-Michael Munteanu. „Mit der Absage des Marktes in Güster können wir noch weitere Buden aufstellen.“ Wer Interesse habe, kann sich per E-Mail melden: info@m4-events.de

Für den Gastronomen, der in Büchen die Cocktailbar „M4“ betreibt, ist vieles vorstellbar: „Von Gastro-Angeboten bis Kunsthandwerk, von Leckereien über Getränke bis zu Häkelsocken ist vieles möglich. Die Buden haben eine Grundfläche zwei mal 2,8 Metern.“

Im Prinzip gelte für Weihnachtsmärkte 3G

Tatsache ist allerdings auch, dass die grundsätzliche Entscheidung für einen Weihnachtsmarkt in Büchen erst vor wenigen Tagen gefallen ist. „Die Landesverordnung ist für Märkte, im Gegensatz zu Großveranstaltungen in Innenräumen, etwas schwammig“, bedauert Bohlmann. Sind die Regeln für letztere klar – es gilt 2G – seien die für Märkte interpretierbar. Im Prinzip gelte für Weihnachtsmärkte 3G, dazu gibt es aber die Empfehlung, bei größeren Besucherzahlen auf 2G umzuschwenken. Nachdem die erhoffte Präzisierung ausgeblieben ist, haben die Büchener entschieden, auf 2G zu setzen.

Die Impfzertifikate und die Personalausweise werden am Eingang kontrolliert, „zudem erhalten alle Kontrollierten ein Armband, mit dem sie sich auf dem Markt ausweisen können“, erläutert Munteanu. Einfach über den Zaun zu steigen, soll keine Alternative sein. Der Markt öffnet Sonnabend von 13 bis 22 Uhr, Sonntag von 12 bis 19 Uhr

Mölln startet seinen beliebten Weihnachtsmarkt am 26. November

Mölln startet seinen beliebten Weihnachtsmarkt am 26. November, jeweils von Freitag bis Sonntag soll er an den vier Adventswochenenden die Besucher verzaubern. Marktzeiten sind freitags von 15 bis 20 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 20 Uhr. Der Ausschank endet je nach Bedarf um 22 Uhr.

Wie auch in Büchen setzen die Veranstalter auf 2G. Die Besucher sind aufgefordert, ihre Impfausweise/Zertifikate plus ihren Personalausweis mit sich zu führen.

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