Theatergruppe Lauenburg

Ein schrecklicher Mord wird zum Bühnenspektakel

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Das komplette Ensemble der VHS-Theatergruppe Lauenburg für das Theaterstück „Tannöd“.

Das komplette Ensemble der VHS-Theatergruppe Lauenburg für das Theaterstück „Tannöd“.

Foto: Ute Dürkop / BGZ

An drei Abenden will das Theaterstück "Tannöd" ein wenig Licht in den Kriminalfall bringen. Er beruht auf einer wahren Begebenheit.

Lauenburg. „Tannöd“, der preisgekrönte Roman von Andrea Maria Schenkel, beruht auf einem realen Kriminalfall, der bis heute nicht aufgeklärt wurde. Er ist die Vorlage für ein gleichnamiges Theaterstück, an dem die Autorin mitgearbeitet hat. Die Lauenburger VHS-Theatergruppe aus der Tabakfabrik probt unter der Regie der Theaterpädagogin Edina Hasselbrink dieses Stück. Premiere ist am 26. November um 20 Uhr in der Heinrich-Osterwold-Halle in Lauenburg.

VHS-Theatergruppe Lauenburg bringt einen Sechsfachmord auf die Bühne

„Tannöd“ ist auch in der Theaterfassung schwere Kost und nichts für schwache Nerven. Autorin Andrea Maria Schenkel konfrontiert das Publikum mit dem ­bestialischen Mord an sechs Menschen im Jahr 1922, den sie in die 50er-Jahre versetzt.

Auf dem Tannödhof der ­Familie Danner, unweit der Gemeinde Gröbern in Ober­bayern, wurden sechs schlimm zugerichtete Leichen, darunter auch zwei ­Kinder, gefunden. Sie wurden mit einer Spitzhacke erschlagen. Vom Mörder fehlt jegliche Spur.

Viele Monologe sind eine Herausforderung für die Spieler

Die eingeschworene Dorfgemeinschaft kennt die Familie Danner. Offenbar ahnen die Menschen vieles, wollen aber nichts preis­geben. Das Theaterstück „Tannöd“ ist kein Krimi mit Verhörsituationen. Aus dem Publikum werden Touristen, die an den Ort des Geschehens kommen, um zu erfahren, was passiert ist.

Sie werden mit den Gefühlen und Aussagen der Dorfbewohner konfrontiert, die in Dialogen und Monologen auf der Bühne stattfinden. „Die Monologe sind für die Darsteller eine spannende Herausforderung. Sie stehen ganz allein auf der Bühne. Es passiert nichts weiter. Sie müssen es schaffen, ganz auf sich gestellt, den von ihnen dargestellten Charakter dem Publikum zu vermitteln“, so Hasselbrink.

Stück sollte eigentlich schon 2020 auf die Bühnenbretter

Die Regisseurin hatte bereits im November 2020 „Tannöd“ für das Theater in Lauenburg in Planung. „Ich habe das Stück schon einmal inszeniert. Es eignet sich sehr gut in der Coronazeit, weil die Darsteller Abstand von einander halten können“, sagt sie. Der Lockdown verhinderte dann allerdings die Premiere. Proben mit jedem Einzelnen konnten aber Dank der Plattform „Sum total“ trotzdem stattfinden.

Auf die Frage, ob es ein Wagnis sei, dieses Theaterstück mit einer Laienspielergruppe zu inszenieren, zeigt sich Edina Hasselbrink sehr zuversichtlich. „Die Darsteller treten zum größten Teil schon seit 20 Jahren auf und haben nach wie vor große Lust an der Schauspielerei. Sie stellen sich mit ihrer ganzen Lebenserfahrung dieser Aufgabe“, so die Regisseurin.

Drei Termine in der Osterwold-Halle

Am Freitag, 26. November, um 20 Uhr ist die Premiere im Theater Lauenburg – Kulturzentrum Heinrich-Osterwold-Halle, Elbstraße 145a, in Lauenburg. Weitere Vorstellungen folgen am 27. November um 20 Uhr und am 28. November um 19 Uhr. Kartenvorverkauf online unter www.proticket.de, telefonisch unter 0231 917 22 90, beim Reisebüro Oberelbe in Lauenburg oder an der Theaterkasse. Bei den Vorstellungen gilt die 3G-Regel. Weitere Informationen unter www.theater-lauenburg.de.

( du )

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