Verkehr

Neue Elbbrücke bei Lauenburg – Bürger reden jetzt mit

| Lesedauer: 4 Minuten
Elke Richel
Die Lauenburger Elbbrücke ist marode. Sie soll saniert werden und nach dem Bau einer neuen Elbquerung nur noch für den Schienenverkehr zur Verfügung stehen. 

Die Lauenburger Elbbrücke ist marode. Sie soll saniert werden und nach dem Bau einer neuen Elbquerung nur noch für den Schienenverkehr zur Verfügung stehen. 

Foto: Elke Richel

Statt elf Varianten gibt es nun nur noch fünf Planungskorridore. Am 19. November werden sie vorgestellt. Diskussion ist erwünscht.

Lauenburg.  „Die Bundesregierung hat keinen Plan für die neue Elbbrücke und Umgehungsstraße bei Lauenburg“, kritisierte der Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Grüne) vor knapp drei Monaten. Seine Fraktion hatte zuvor eine sogenannte kleine Anfrage gestellt und eine aus seiner Sicht unbefriedigende Antwort bekommen. Damals wäre der Zeitpunkt gewesen, an dem die Informationsveranstaltung der Landesregierung zum Brückenneubau hätte stattfinden sollen – so war es zumindest angekündigt gewesen.

Nun gibt es endlich einen Termin: Am Freitag, 19. November, beginnt um 14.30 Uhr im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule die nächste Runde der Bürgerbeteiligung. Mit dabei sind die Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP, Schleswig-Holstein) und Bernd Althusmann (CDU, Niedersachsen).

Neue Elbbrücke bei Lauenburg – Länder bekennen Farbe

Wer dabei live dabei sein möchte – und um diese Uhrzeit auch kann – muss sich beeilen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ab sofort möglich. Wer die Veranstaltung lieber von zu Hause aus verfolgen möchte, kann sich zu einer Onlineteilnahme per Zoom anmelden.

Interessierte senden für die Anmeldung (Teilnahme vor Ort oder per Zoom) eine E-Mail an die Adresse elbquerung-lauenburg@lbv-sh.landsh.de. Zugangsdaten werden zugeschickt.

Über bestehende Elbbrücke sollen später nur noch Züge rollen

Wie berichtet, haben sich die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen darauf geeinigt, bei Lauenburg eine neue Elbquerung für den Straßenverkehr zu bauen. Über die bestehende Brücke sollen dann nur noch Züge fahren.

Eine Entlastung ist dringend erforderlich, denn die Brücke hat mittlerweile die schlechteste Zustandsnote, die in Deutschland vergeben wird. Doch das ist noch Zukunftsmusik, bisher steht noch nicht einmal fest, wo die Brücke über die Elbe führen wird.

Inzwischen wurden fünf Planungskorridore festgelegt

Bisher wurden im Bereich westlich von Artlenburg bis östlich von Sassendorf insgesamt elf Trassenvarianten diskutiert. Mittlerweile haben sich die Planer auf fünf Planungskorridore festgelegt, die teilweise aufeinander aufbauen.

Nach wie vor eine mögliche Option: eine Querung westlich von Lauenburg. Hier könnte eine Trasse an eine künftige Nordumfahrung Lauenburgs anschließen. Doch das ist umstritten. Das Bürgeraktionsbündnis „Lauenburg reicht’s!“ (BAB) hatte sich bereits im April dieses Jahres an Schleswig-Holsteins Verkehrsminister mit der Bitte gewandt, von dieser Variante abzusehen.

BAB fordert Querung im Osten der jetzigen Brücke

„Bedenkt man den Zeithorizont für Vorplanung, Genehmigung und Detailplanung müssten wir dann wohl davon ausgehen, dass mit einer Realisierung frühestens in 25 oder 30 Jahren gerechnet werden kann“, so das Argument.

Aus Sicht der BAB-Akteure, kommt nur eine Variante in Betracht: Die neue Brücke sollte östlich der jetzigen Elbquerung liegen. In diesem Fall würde die B 209 künftig durch das Lauenburger Industriegebiet führen. Doch dem Vorschlag, nur noch eine Variante im Auge zu behalten, erteilte das Ministerium damals eine Absage.

Verkehrsminister beider Länder stellen sich den Fragen der Bürger

Insofern dürfte in der Informationsveranstaltung am 19. November eine Menge Diskussionsstoff liegen. Minister Bernd Buchholz und sein niedersächsischer Amtskollege Bernd Althusmann wollen sich den Fragen der Bürger stellen. Informationen zum konkreten Planungsstand des Brückenprojektes geben Mitarbeiter der beiden Landesbetriebe für Straßenbau und Verkehr.

Gelegenheit, eigene Argumente vorzubringen, wird sein: Die Veranstaltung solle Planungen vorstellen und Anregungen und Hinweise der Bürger aufnehmen, heißt es vonseiten der Landesregierung.

Das sind die fünf diskutierten Planungskorridore

Planungskorridor West (hellblau) liegt auf niedersächsischer Seite westlich von Artlenburg und auf schleswig-holsteinischer Seite westlich von Schnakenbek. Er beginnt an der B 209, quert die Elbe und berührt die Naturschutzgebiete „Hohes Elbufer“ und „Elbeniederung“.

Planungskorridor Mitte (orange) befindet sich zwischen Artlenburg und Hohnstorf auf der einen und zwischen Schnakenbek und Lauenburg auf der anderen Seite der Elbe. Diese Variante sieht unter dem neuen Wohngebiet Birnbaumkamp einen Tunnel vor.

Planungskorridor Ost (dunkelblau) befindet sich in Lauenburg zwischen der bestehenden Brücke und der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern.

Planungskorridor Nord (grün) liegt in Schleswig-Holstein. Er bildet die Nordumfahrung von Lauenburg ab, verläuft nördlich um Schnakenbek und Lauenburg herum.

Planungskorridor Süd (lila) liegt südlich der B 209 auf niedersächsischer Seite und entstand aus den Entwicklungsvarianten für mögliche Tunnel- bzw. Brückenvarianten.

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