Lauenburg

Kontrolle auf der B 5: Jeder Zehnte ein Verkehrssünder

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Elke Richel
Alles in Ordnung: Polizeianwärter Felix Kriegel (r.) gibt Monir Akari die Papiere zurück. Der Berliner hat Verständnis für die Polizeikontrolle, auch wenn sie ihn zehn Minuten Zeit kostet.

Alles in Ordnung: Polizeianwärter Felix Kriegel (r.) gibt Monir Akari die Papiere zurück. Der Berliner hat Verständnis für die Polizeikontrolle, auch wenn sie ihn zehn Minuten Zeit kostet.

Foto: Elke Richel

Beamte haben am Donnerstag rund 150 Autos vor der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern angehalten und kontrolliert. Die Bilanz.

Lauenburg.  Großes Polizeiaufgebot am Donnerstag an der B 5 in Lauenburg vor der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern. Hauptkommissar Daniel Stephan steht auf der Straße und hebt die Kelle. „Guten Morgen. Allgemeine Verkehrskontrolle. Bitte mal auf den Parkplatz fahren“, sagt er zu dem Fahrer in dem dunkelblauen Kleinwagen.

Kurze Zeit später stellt sich heraus: Der Lauenburger Polizeichef hat den richtigen Riecher gehabt. Unumwunden gibt der Mittdreißiger zu, in den vergangenen Stunden ein paar Joints geraucht zu haben. Der Mann wartet nun in einem der Polizeiwagen auf den Arzt, der ihm Blut abnehmen wird, um das Ergebnis mit dem des Schnelltestes abzugleichen. Er ist nicht der einzige Verkehrssünder, der den Beamten an diesem Tag ins Netz gehen wird.

Drei Fahrer standen unter Einfluss von Drogen, einer hatte 1,9 Promille

„Schwerpunkt der Kontrolle sind der Verdacht auf Fahrt unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, aber natürlich auch andere Verstöße jeglicher Art“, sagt Daniel Stephan und winkt einen Transporter mit Berliner Kennzeichen aus der langsam fahrenden Kolonne. Die Kontrolle des Fahrzeugs übernimmt Polizeianwärter Felix Kriegel. Fahrer Monir Akari hat alles parat: Führerschein, Fahrzeugpapiere, Warndreieck und Verbandskasten.

Und auch mit dem Fahrzeug auf dem Anhänger ist alles in Ordnung. Er habe das Auto in Lüneburg gekauft, erklärt der Berliner. Der junge Polizist vergleicht die Seriennummer des Fahrzeugs mit den Papieren. „Alles in Ordnung. Gute Weiterfahrt“, sagt er.

In sieben Fällen war die Ladung nicht richtig gesichert

Monir Akari muss nun zehn Minuten mehr für seine Fahrt nach Berlin einplanen. Für den 40-Jährigen ist das in Ordnung. „Ich finde es gut, wenn die Polizei kontrolliert. Wer so viel auf der Straße ist wie ich, der könnte Bücher darüber schreiben, was sich manche Fahrzeugführer leisten“, sagt er.

15 Beamte aus Lauenburg, Schwarzenbek, Büchen und Ratzeburg winkten innerhalb von neun Stunden etwa 150 Fahrzeuge aus beiden Richtungen auf die Parkplätze. Das Ergebnis: Drei Fahrer mussten ihr Auto stehen lassen, weil sie Betäubungsmittel konsumiert hatten, zwei Fahrer wurden ohne Fahrerlaubnis erwischt, und ein Fahrzeug hatte keinen Versicherungsschutz. In sieben Fällen stellten die Beamten fest, dass die Ladung nicht richtig gesichert war. Ein Motorradfahrer raste mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in die Kontrolle. Ein Autofahrer wurde mit 1,9 Promille im Blut erwischt.

Stationsleiter will die Verkehrsüberwachung verstärken

Als Daniel Stephan vor zwei Monaten als neuer Chef seinen Dienst in der Lauenburger Polizeistation antrat, erklärte er die Verkehrsüberwachung zu einem Schwerpunkt seiner Leitungstätigkeit. „Ich weiß, dass viele Lauenburger beklagen, dass das Durchfahrtsverbot für schwere Lkw auf der B 5 nicht eingehalten wird“, sagte er damals. Am Donnerstag kontrollierten die Beamten deshalb auch unter diesem Aspekt. Nennenswerte Verstöße habe es aber nicht gegeben.

Künftig werde es mehr Verkehrskontrollen im Stadtgebiet geben. „Insbesondere auf die Situation vor den Schulen und Kitas müssen wir verstärkt ein Auge haben“, sagt Stephan.

Verkehrskontrolle in Lauenburg war ein Erfolg

Bei der durch die Stadt angekündigten Neuplanung des Verkehrsraums vor der Weingartenschule ist die Polizei auch mit im Boot. Im Zuge der Sanierung der Schule soll das täglich wiederkehrende Verkehrschaos durch die „Elterntaxis“ beseitigt werden.

Für die Lauenburger Beamten und ihre Kollegen aus der Umgebung war die Verkehrskontrolle ein Erfolg – nicht nur wegen der ertappten Verkehrssünder. „Die meisten Bürger rechnen es uns hoch an, wenn wir auf den Straßen Präsenz zeigen“, sagt Daniel Stephan.

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