Weihnachtsmärchen

Das Theater Lauenburg zeigt „Die Schneekönigin“

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Marcus Jürgensen
Als Weihnachtsmärchen wird in der Heinrich-Osterwold-Halle in diesem Jahr "Die Schneekönigin" gespielt, die zuletzt 2012 gezeigt wurde.

Als Weihnachtsmärchen wird in der Heinrich-Osterwold-Halle in diesem Jahr "Die Schneekönigin" gespielt, die zuletzt 2012 gezeigt wurde.

Foto: Theater Lauenburg

Bis zu 20 Aufführungen werden bis Mitte Dezember in der Osterwold-Halle gespielt. Das KTS in Geesthacht zeigt "Rotkäppchen".

Lauenburg. Er achte immer darauf, dass ein Kind ein Weihnachtsmärchen nicht zweimal sehen muss, sagt Andreas Püst, Geschäftsführer, Regisseur und Schauspieler des Theaters Lauenburg. Deshalb ist es auch schon neun Jahre her, dass Püst in der Osterwold-Halle (Elbstraße 145a) das Märchen „Die Schneekönigin“ als Weihnachts-Musical für Kinder inszenierte.

Jetzt, in der zwölften Spielzeit des Hauses, kommt „Die Schneekönigin“ nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersenzurück auf die Bühne. War Püst 2012 noch selbst einer der Schauspieler, werden Gerda, Kay, die „Schneekönigin“ und die weiteren Figuren diesmal von Jana Mehmann, Jascha Schütz, Sandra Lenz und Suzanne Andres gespielt. Die Proben für das Weihnachtsmärchen, das wie vor neun Jahren wieder als Kinder--Musical inszeniert wird, beginnen noch in diesem Monat.

Aufführungen der Weihnachtsmärchen werden gefördert

Die Premiere ist für Ende November geplant. Insgesamt 20 Aufführungen des Kinder-Musicals werden bis Mitte Dezember gespielt. „Das Gute ist, dass wir dank der Förderung in der Lage sind, auch für nur eine Schulklasse zu spielen“, sagt Andreas Püst. Zwar fehlt noch der endgültige Förderbescheid, aber die Genehmigung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn liegt vor. Gefördert werden die Aufführungen voraussichtlich über das Neustart-Programm der „Association Internationale du Théâtre pour l’Enfance et la Jeunesse“ (Assitej) – auf Deutsch „Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche.“

Assitej hat rund 80 nationale Zentren auf allen Kontinenten. Der deutsche Zweig, der als gemeinnütziger Verein organisiert ist, hat etwa 400 Mitglieder, davon rund 300 professionelle Kinder- und Jugendtheater als selbstständige Theater sowie die entsprechenden Sparten an Staats-, Stadt- und Landestheatern, Freie Theater und Privattheater, sowie Verlage, Verbände und Organisationen, die für das Kinder- und Jugendtheater arbeiten und sich für dessen Interessen einsetzen.

Kleines Theater Schillerstraße in Geesthacht führt „Rotkäppchen“ auf

Nach der Schließung zahlreicher Spielstätten während der Corona-Pandemie kooperiert der Verein mit dem Rettungs- und Zukunftsprogramm „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Medien und Kultur. 300 Bewerbungen um Fördermittel – maximal möglich sind 200.000 Euro -- sind im Berliner Assitej-Büro für das Unterprogramm „Neustart Kultur – Junges Publikum“ eingegangen. Mit dem Geld soll Kinder- und Jugendtheatern eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs, Gastspiele und die Wiederherstellung des Kontakts zum Publikum ermöglicht werden.

Dank der Förderung ist gesichert, dass das Theater 20-mal spielen kann. Dass die Schauspieler tatsächlich für nur eine Schulklasse in dem Saal mit mehr als 100 Plätzen spielen werden, ist unwahrscheinlich. In der Nachbarstadt Schwarzenbek wird es in diesem Jahr voraussichtlich kein Weihnachtsmärchen geben. Anders in Geesthacht: Am 29. und 30. November gibt es jeweils zwei Vorführungen im Kleinen Theater Schillerstraße, die ebenfalls über das Neustart-Programm gefördert werden. Gespielt wird „Rotkäppchen“, allerdings nur für Kitagruppen und Schulklassen.

In Lauenburg sind die Eintrittskarten zugleich ein Ticket für den Hamburger Verkehrs-Verbund (HVV). „Die Klassen können mit Bus oder Bahn anreisen“, so Püst. Zusätzlich bietet das Theater eine theaterpädagogische Vorbereitung an. Geeignet ist das Kinder-Musical für die Klassen eins bis sieben. Karten kosten sieben Euro. Vorbestellungen sind unter Telefon 04153/ 599 15 85 sowie per E-Mail an info@theater-lauenburg.de möglich. Noch stehen allerdings Spieltermine und Uhrzeiten nicht fest.

  • Darum geht es im Märchen von Hans Christian Andersen

Die Schneekönigin“ (der dänische Titel lautet „Snedronningen“) ist ein Kunstmärchen des dänischen Dichters Hans Christian Andersen (1805–1875). Zwischen 1835 und 1848 veröffentlichte er 156 Märchen, darunter „Die Kleine Meerjungfrau“, „Des Kaisers neue Kleider“ und „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ in zwei Sammelbänden. „Die Schneekönigin“ ist eines seiner längsten und ausgefeiltesten sowie kompliziertesten und vielschichtigsten.

Es handelt von der kleinen Gerda, die ihren von der Schneekönigin entführten Spielkameraden Kay sucht. Der wurde von zwei Splittern eines Zauberspiegels getroffen, den der Teufel erschaffen hatte. Daraufhin verwandelt sich sein Herz in einen Eisklumpen, und der Splitter im Auge sorgt dafür, dass er Schönes hässlich findet. So verfällt er der schönen, aber herzlosen Schneekönigin. Auf ihrer Suche trifft Gerda auf Zauberfeen, weise Frauen, Könige und Räuber, die von ihrer Geschichte so gerührt sind, dass sie ihr helfen.

Als sie endlich den Palast der Schneekönigin erreicht, findet sie Kay, der sie jedoch nicht erkennt. Doch Gerdas Tränen lassen sein Eisherz schmelzen. Als er sie erkennt, bricht auch er in Tränen aus, sodass der Splitter aus seinem Auge rollt. „Die Schneekönigin“ ist die Vorlage zu einem der erfolgreichsten Disney-Filme: „Die Eiskönigin“ („Frozen“) mit den Schwestern Elsa und Anna. Anders als im Märchen wird hier Elsa als eine missverstandene und verletzliche Person dargestellt.

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