Herzogtum Lauenburg

Neuer Zertifikatskursus für OGS-Koordinatoren

| Lesedauer: 5 Minuten
Marcus Jürgensen
Zwölf Ganztagsschulkoordinatoren und -koordinatorinnen nehmen am Pilotprojekt teil - jeweils sechs aus dem Herzogtum und aus Segeberg.

Zwölf Ganztagsschulkoordinatoren und -koordinatorinnen nehmen am Pilotprojekt teil - jeweils sechs aus dem Herzogtum und aus Segeberg.

Foto: Kreis Herzogtum Lauenburg

Koordinatoren übernehmen eine zentrale Rolle in der Ganztagsbetreuung. Nun gibt es auch eine Schulung für das Leitungspersonal.

Ratzeburg. Wenn es um die Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der offenen Ganztagsangebote an den Schulen geht, ist der Kreis Herzogtum Lauenburg ganz weit vorne. Bereits seit 2016 werden diese in Qualifizierungen auf ihre Aufgaben und die Arbeit mit Kindern vorbereitet. „Das hat damals bei uns als Pilotprojekt begonnen und ist jetzt Standard“, sagt Kreissprecher Tobias Frohnert.

Was liegt da näher, als auch die Qualifizierung des Leitungspersonals anzugehen. „Bei uns heißen sie ‘Ganztagsschulleitung’. Im Land werden sie aber als ‘Ganztagskoordinatoren und -koordinatorinnen’ bezeichnet“, so Frohnert. Insgesamt 33 solcher Koordinatoren, die Kurse und Mitarbeiter an offenen und gebundenen Ganztagsschulangeboten betreuen, gibt es im Kreis.

Pilotprojekt mit zwölf Mitarbeitern aus dem Herzogtum Lauenburg und Segeberg

Sechs aus dem Herzogtum Lauenburg und sechs weitere Koordinatoren aus dem Kreis Segeberg werden derzeit in dem als Pilotprojekt angelegten Zertifikatskursus „Qualifizierung von Koordinatorinnen und Koordinatoren an Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein“ weitergebildet.

Aus dem Herzogtum Lauenburg nehmen teil: Gudrun Müller (Grundschule Weingarten/Lauenburg), Friederike Kleeblatt (Gemeinschaftsschule mit Oberstufe Büchen), Diana Prill (Bertha-von-Suttner-Schule, Gemeinschaftsschule mit Oberstufe Geesthacht), Annette Grund-Krüger (Grundschule Sterley), Sylvia Keding (Grundschule Dassendorf) und Cora Steinhagen (Grundschule Escheburg).

Kreise setzen fachliche Standards für das ganze Land

Mit diesem Pilotprojekt setzen die beiden Kreise und die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Schleswig-Holstein fachliche Standards für das ganze Land. Nach der Erprobungsphase soll die Qualifizierung landesweit „ausgerollt“ werden. Eine der Initiatorinnen ist Christin Hönemann vom Fachdienst Kindertagesbetreuung, Jugendförderung und Schulen im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Die Sachbearbeiterin ist eine landesweit geschätzte Dozentin im ­Bereich der Ganztagsschulbetreuung, die regelmäßig auch von anderen Kreisen angefragt wird. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Nadine Lange aus Segeberg hat Hönemann das Pilotprojekt entwickelt. Seit vielen Jahren schon stehen die beiden engagierten Sachbearbeiterinnen in engem Kontakt, tauschen sich fachlich aus.

Handlungskompetenz und Fachwissen werden gestärkt

Die Leitungs- und Führungskräfte in der schulischen Ganztags­betreuung und -bildung werden mit dem Kursus in ihrer Handlungskompetenz und ihrem Fachwissen gestärkt. Denn Ganztagskoordinatoren übernehmen eine zentrale Rolle in der Gestaltung der Ganztagsbetreuung und -bildung und deren Qualitätssicherung. Als verantwortliche Führungskräfte vor Ort tragen sie mit ihrer Angebotsgestaltung wesentlich dazu bei, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern.

Aus der Perspektive der Jugendhilfe sichern sie gemeinsam mit der Schule und anderen außerschulischen Partnern ab, dass es sich bei den Ganztagsangeboten um qualitativ hochwertige Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebote handelt. Dabei behalten sie stets den jeweiligen Bedarf der Kinder und Jugendlichen sowie den der Eltern im Blick. Weiterhin stellen sie gemeinsam mit den Schulleitungen sicher, dass sich alle im System Schule tätigen Akteure und Akteurinnen „auf Augenhöhe“ begegnen können.

Sechs Module, 96 Unterrichtseinheiten

Zwei Qualifizierungsmodule konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden, vier folgen noch. Dabei geht es um Führen, Leiten und Gestalten; Lernen und Freizeit; Kommunikation im und mit dem Team; Qualität entwickeln und sichern; Beteiligung, Kooperationen und Zusammenarbeit sowie zum Abschluss Feedback und Zertifikatsübergabe.

Diese sechs Module umfassen insgesamt 96 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten. Die Leitung haben Hönemann und Lange selbst übernommen. Für die Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Schleswig-Holstein begleitet Sabine Duda den Kursus . Als weitere Praxisexpertinnen nehmen zeitweise Sabine Schratzberger-Kock (Leiterin der Offenen Ganztagsschule in Wentorf bei Hamburg) und Susanne Peacock (Dithmarschen) an den Modulen teil.

Auch pädagogische Mitarbeiter werden geschult

Für Hönemann ist der Zertifikatskursus die folgerichtige Ergänzung der bisherigen Angebote: „Der Kreis Herzogtum Lauenburg begleitet seit 2006 aktiv die Ganztagsschulentwicklung.“ Gefördert wird nicht nur der regelmäßige Austausch der vor Ort tätigen Fachkräfte.

Ergänzend gibt es eigene Qualifizierungsangebote im Rahmen von Fortbildungen und Fachtagen für die pädagogischen Mitarbeiter und die Koordinatoren an den Ganztagsschulen. „In diesem Zusammenhang haben wir bereits 2016 den ‘Zertifikatskurs für pädagogische Mitarbeiter:innen an Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein’ mit entwickelt und führen diese regelmäßig durch“, so Hönemann.

Kreis Herzogtum Lauenburg hat Platzkontingent für Folgejahre gesichert

Das neue Weiterbildungsangebot für Koordinatoren wird durch eine von der Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Schleswig-Holstein beauftragte externe Evaluation sicher gestellt. „Dass der Bedarf an diesem fachlich hochwertigen Weiterbildungsangebot auch von den Koordinatoren sowie den Trägern der Ganztagsangebote gesehen wird zeigt sich darin, dass es für die im ­Pilotprojekt vorhandenen sechs Plätze für den Kreis Herzogtum Lauenburg 14 Bewerbungen gab“, freut sich Hönemann.

Für die nicht berücksichtigten acht Koordinatoren sind in den Folgekursen bereits feste Plätze reserviert. Die werden, sofern das Pilotprojekt die Erwartungen erfüllt, dann möglicherweise schon unter Verantwortung des Landes laufen. „Als Initiatoren haben wir dann ein Platzkontingent“, so Frohnert. Binnen drei bis vier Jahren könnten so alle 33 Koordinatoren die Schulung durchlaufen. Bezahlt wird der Kursus von den jeweiligen Schult­rägern, wobei der Kreis jeweils die Hälfte der Kosten übernimmt.

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