Theater Lauenburg

Thekila steht endlich wieder auf der Bühne

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Backsteine statt Juwelen sind im Koffer der Prinzessin? Der Hotelier (Philip Graffam, 2. v. l.) ist entsetzt. Seine Frau (Judith Willers, v. l.) und das Dienstmädchen (Vivien Ablass) ahnten das Desaster schon, während die Hotelgäste (Kirsten Bauske und Marvin Fürus) ahnungslos sind.

Backsteine statt Juwelen sind im Koffer der Prinzessin? Der Hotelier (Philip Graffam, 2. v. l.) ist entsetzt. Seine Frau (Judith Willers, v. l.) und das Dienstmädchen (Vivien Ablass) ahnten das Desaster schon, während die Hotelgäste (Kirsten Bauske und Marvin Fürus) ahnungslos sind.

Foto: RETZLAFF, Monika

Die Theatergruppe der Lauenburger Kirchengemeinde bekommt nach Corona-Zwangspause viel Applaus. Nächster Auftritt am 17. November.

Lauenburg. „Es tut gut, nach 14 Monaten wieder auf der Bühne zu stehen“, sagte Pastor Philip Graffam zu Beginn der Vorstellungen von Thekila, der Theatergruppe der Lauenburger Kirchengemeinde. In der Heinrich-Osterwold-Halle an der Elbstraße spielten die Hobby-Theaterleute am Wochenende in vier Aufführungen jeweils zwei heitere Stücke: „Das Jubiläum“ von Anton Tschechow und „Villa Tollatsch – Ein Hauch von Noblesse“ aus der Feder von Philip Graffam.

Theater Lauenburg: Hobby-Theaterleute stehen wieder auf der Bühne

In Anton Tschechows scherzhaftem Drama, das er 1892 veröffentlichte, muss Kusma, der jähzornige Buchhalter einer Bank, für seinen Chef die perfekte Rede für das Firmenjubiläum vorbereiten. Trotz einer heftigen Erkältung arbeitet er seit Tagen daran. Der kranke Mann, gespielt von Daniel Ablass, schimpft ständig über seinen Chef, nennt ihn einen Lumpen.

Der Bankdirektor (Malte Eschke-Knust) will mit der Rede glänzen, wenn die Aktionäre zur Gratulation beim Jubiläum erscheinen. Er selbst hat alles perfekt vorbereitet, sogar das Ehrengeschenk, das ihm überreicht werden soll, hat er selbst gekauft, damit der Festakt gelingt. „Es wird mein Feuerwerk“, sagt er triumphierend. Doch zwei Frauen bringen das Vorhaben durcheinander und nerven sowohl den Buchhalter als auch den Bankdirektor.

Den Einakter „Villa Tollatsch“ hat Pastor Philip Graffam geschrieben

Kathi Donart spielt die erzürnte Gattin eines entlassenen Regierungsangestellten. Sie will Geld von der Bank, denn der Staat hat ihrem Mann nichts mehr überwiesen. Catriona Eschke übernahm die Rolle der lebenslustigen Ehefrau des Direktors, die ihn mit ihren Erlebnissen nervte. Schließlich stören beide Frauen auch noch den Festakt und die Aktionäre ziehen unverrichteter Dinge von dannen.

Heiterkeit löste auch der zweite Einakter der gut besuchten Theaterabende aus. „Villa Tollatsch – Ein Hauch von Noblesse“ ist das vierte Stück der Lustspielreihe rund um ein kleines Hotel in Travemünde. Pastor Philip Graffam schrieb es 2019, und nun war die Uraufführung.

Nächster Termin für Theater in Lauenburg ist der 17. November

Der Autor spielte darin die Rolle des Hotelinhabers Rudolph Tollatsch. Er hat das hochtrabende Ziel, seinem Haus mehr Noblesse zu verleihen, ohne viel dafür zu tun. Doch seine Frau (Judith Willers) spielt da nicht mit. Sie setzt auf Fleiß und Bodenständigkeit, genau wie das Dienstmädchen (Vivien Ablass) und die Köchin (Melissa Ablass).

Die Hotelgäste (Olaf Mienack, Laura Ehbrecht, Marvin Fürus, Fin Erik Eckhoff, Kirsten Bauske) haben einiges auszuhalten, denn der Service ist alles andere als nobel. Dafür sorgt auch der Page (Thore Scharnweber), der seine ständigen Missgeschicke sehr entspannt sieht. Als aber ein Gast namens Prinzessin Stefanie (Merle Scharnweber) auftaucht, wähnt sich der Hotelchef am Ziel seiner Träume. Doch die Frau ist eine Betrügerin.

Die Zuschauer hatten viel Spaß am Spiel der Theatergruppe. Sie belohnten die Auftritte der Schauspieler und die Arbeit der Bühnentechniker mit viel Applaus. Ihren nächsten Auftritt haben die Mitglieder von „Thekila“ am Buß- und Betttag, 17. November. In der Maria-Magdalenen-Kirche zeigen sie das lithurgische Stück „Lübecker Totentanz“. Beginn ist um 19 Uhr. rz

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