Juniorwahl

So wählten die Lauenburger, die noch nicht durften

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Elke Richel
André Bauermeister (16) steckt seinen Wahlzettel in die Wahlurne. Die Albinus-Gemeinschaftsschule beteiligte sich in diesem Jahr an der Juniorwahl 2021 zum Bundestag

André Bauermeister (16) steckt seinen Wahlzettel in die Wahlurne. Die Albinus-Gemeinschaftsschule beteiligte sich in diesem Jahr an der Juniorwahl 2021 zum Bundestag

Foto: Elke Richel

Zwei kleinere Parteien vorn, die beiden großen Parteien hinten – so ging die Juniorwahl der 14- bis 17-Jährigen in Lauenburg aus.

Kiel/Lauenburg.  Fast so spannend wie die richtige Bundestagswahl 2021: Mit den ersten Hochrechnungen um 18 Uhr wurde auf der Seite www.juniorwahl.de das amtliche Endergebnis der bundesweiten Juniorwahl veröffentlicht. Eine Stunde lang war der Server überlastet und die Webseite nicht erreichbar.

Wer sich an der Juniorwahl beteiligt hatte, ist noch zu jung, um bei der richtigen Wahl die Stimme abzugeben – aber alt genug, um die Wahlprogramme der Parteien genau unter die Lupe zu nehmen. Zwischen 14 und 17 Jahre sind die Jugendlichen, die sich an der fiktiven Wahl beteiligt hatten

Lauenburger zwischen 14 und 17 Jahren beteiligen sich an Juniorwahl

In Schleswig-Holstein beteiligten sich 199 Schulen an der Juniorwahl 2021. Die lief im Wesentlichen ab wie die eigentliche Wahl zum Bundestag. In den Schulen wurden Wahllokale eingerichtet, die sich kaum von den Originalen unterschieden.

Selbst die Namen der Kandidaten und Parteien für die Bundestagswahl waren die selben, die auf den Stimmzetteln der Wahlberechtigten standen. So stimmten die Schüler im Kreis Herzogtum Lauenburg und Stormarn Süd über die Direktkandidaten und Parteien ab, die im Wahlkreis 10 vertreten waren.

Wahlprogramm der FDP überzeugte die Schüler am meisten

Das Ergebnis der Juniorwahl für den Wahlkreis 10 dürfte überraschen: Die FDP ging hier als deutlicher Sieger hervor. Mit 25,3 Prozent der Stimmen lag sie vor den Grünen (22,1 Prozent). Drittstärkste Partei bei der Juniorwahl ist die SPD (19,0 Prozent).

Die CDU/CSU liegt mit 10,8 Prozent der Stimmen deutlich hinter den Sozialdemokraten. Die Linken kommen auf 7,3 Prozent und ginge es nach den Schülern, hätte die AFD (3,8 Prozent) den Einzug in den Bundestag deutlich verpasst.

Grüner Kandidat Konstantin von Notz besonders beliebt

Auch wenn die Grünen nur zweitstärkste Partei wurden, konnte Konstantin von Notz bei den Jugendlichen am meisten punkten und den Wahlkreis 10 gewinnen. Bundesweit gingen bei der Juniorwahl mit 20,6 Prozent der Stimmen die Grünen als stärkste Partei hervor.

So wie in der Lauenburger Albinus-Gemeinschaftsschule hatten sich die meisten Jugendlichen mittels der Online-Plattform Wahlomat eine Meinung gebildet. Frage für Frage waren die Lauenburger Schüler durchgegangen. Verständnisschwierigkeiten besprachen sie im Politikunterricht. Ansonsten galt auch hier das Wahlgeheimnis. Jeder Schüler machte in der Wahlkabine seine beiden Kreuze.

Juniorwahl ist das größte Schulprojekt in Deutschland

Die Juniorwahl zur Bundestagswahl 2021 steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestages Dr. Wolfgang Schäuble. Insgesamt 1,5 Millionen Schüler beteiligten sich daran. Seit 1999 hat sich die Juniorwahl zum größten Schulprojekt der politischen Bildung in Deutschland entwickelt.

2001 wurde die Juniorwahl zur Landtagswahl in Baden-Württemberg wissenschaftlich durch die Universität Stuttgart begleitet. Dabei wurde festgestellt, dass die Kenntnisse über demokratische Abläufe bei den Schülern deutlich angestiegen waren. Zudem konnte nachgewiesen werden, dass der Anteil der Nichtwähler unter den künftigen Erstwählern von 22 Prozent auf unter sieben Prozent sank.

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