E-Mobilität

Versorgungsbetriebe: E-Autos nicht mehr kostenlos laden

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Elke Richel
Dennis Recknagel (l.) und Christian Meyer laden das Firmenauto der Versorgungsbetriebe an der E-Ladesäule am Bahnhof auf. In kürzerer Zeit wäre das an der Schnellladesäule am Schüsselteich möglich gewesen.

Dennis Recknagel (l.) und Christian Meyer laden das Firmenauto der Versorgungsbetriebe an der E-Ladesäule am Bahnhof auf. In kürzerer Zeit wäre das an der Schnellladesäule am Schüsselteich möglich gewesen.

Foto: Richel / BGZ

Die guten Zeiten für E-Autobesitzer in Lauenburg sind vorbei. Künftig soll das Aufladen Geld kosten. Aber wie viel?

Lauenburg.  Noch vor vier Jahren waren sie Exoten auf Lauenburgs Straßen. 2017 fuhren gerade einmal eine Handvoll Elektroautos durch die Stadt. „Das liegt vor allem daran, dass die Infrastruktur fehlt“, war der technische Leiter der Versorgungsbetriebe Elbe GmbH, Christian Meyer, damals überzeugt. Das Unternehmen machte in Lauenburg den Anfang und installierte vor dem Betriebssitz an der Hamburger Straße die erste öffentliche Ladesäule für elektrisch betriebene Fahrzeuge in der Stadt.

Mittlerweile gib es im Stadtgebiet zwei Ladestationen sowie am Schüsselteich eine Schnellladesäule. Zwei weitere Schnellladesäulen für E-Autos werden in Kürze ihren Dienst aufnehmen. Bisher haben die Versorgungsbetriebe in diese Infrastruktur nur investiert: 15.000 Euro je Ladestation.

Die E-Mobilität kommt in Lauenburg langsam in Fahrt

Darin stecken jeweils 5000 Euro Fördermittel aus dem Programm „Ladesäulen für Elektroautos in Kommunen“. Bisher ist das Aufladen der Fahrzeuge an den Säulen der Versorgungsbetriebe kostenlos. Die Anbindung an eine Bezahlplattform war bisher nicht wirtschaftlich.

Das ist bald vorbei. Ab Freitag, 1. Oktober, müssen Besitzer eines Elektroautos bezahlen, wenn sie ihr Fahrzeug an einer der Stationen der Versorgungsbetriebe aufladen wollen. Wer einen Stromlieferungsvertrag mit dem Unternehmen hat, soll allerdings günstiger laden können. „Unseren Kunden bieten wir einen Tarif von 29,99 Cent pro Kilowattstunde an“, kündigt Marketingchef Christian Harmester an.

Kunden der Versorgungsbetriebe zahlen weniger für die Aufladung

Offen ist derzeit noch, wie tief Nutzer der E-Ladestation in die Tasche greifen müssen, die nicht ihren Strom von den Versorgungsbetrieben beziehen. „Das steht noch nicht fest. Wir orientieren uns da noch an den Preisen auf dem Markt“, sagt Harmester. Nichtkunden von der Versorgung auszuschließen ist gesetzlich nicht gestattet.

Der Bezahlvorgang an der Ladestation soll unkompliziert vonstatten gehen. Kunden der Versorgungsbetriebe können sich ab Montag, 27. September, im Kundenzentrum an der Grünstraße eine Ladekarte ausstellen lassen. Diese enthält einen Chip, der eine eindeutige Zuweisung des Kartenbesitzers und damit eine Kostenerfassung ermöglicht. Wer kein Kunde ist, kann nach dem Ladevorgang per Paypal oder Kreditkarte bezahlen.

Versorger weiß noch nicht, wie viel Geld er von Nichtkunden haben will

Auch wenn die„Tankfüllung“ aus der Steckdose nicht mehr kostenlos ist, kommen die Besitzer von Elektroautos vergleichsweise günstig weg. Die Kosten bei öffentlichen Ladestationen sind von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich. Der ADAC hat in einer Untersuchung Kosten zwischen 35 und 40 Cent pro Kilowattstunde ermittelt.

Bei einem kleinen Elektroauto kostet eine volle Ladung etwa 12,25 Euro bis 14 Euro, bei einem größeren Auto liegen die Kosten für eine volle Ladung bei 24,50 Euro bis 28 Euro. Das heißt, pro 100 Kilometer müssen die Fahrer von Elektroautos etwa 5,25 Euro bis 6 Euro ausgeben.

Laden eines E-Autos günstiger als tanken an der Zapfsäule

Im Februar dieses Jahren hatten die Versorgungsbetriebe am Schüsselteich die erste Schnellladestation eingeweiht. Die Gleichstrom-Ladetechnik macht es möglich: Bereits nach einer Viertelstunde laden, können mit dem Fahrzeug wieder Reichweiten von über 100 Kilometer zurücklegt werden. Zum Vergleich: Das Laden eines Elektrofahrzeugs an einer normalen Haushaltssteckdose dauert in der Regel acht bis 14 Stunden.

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