Workshop in Lauenburg

Wie Bürger der Politik auf die Sprünge helfen sollen

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Claudine Nierth, Bundesvorstandssprecherin von Mehr Demokratie e.V., leitet den Workshop am Sonnabend in Lauenburg.

Claudine Nierth, Bundesvorstandssprecherin von Mehr Demokratie e.V., leitet den Workshop am Sonnabend in Lauenburg.

Foto: Mehr Demokratie / BGZ

Viele Städte in Deutschland haben bereits einen Bürgerrat. Ihre Arbeit war bereits erfolgreich. Nun könnte auch Lauenburg folgen.

Lauenburg. Viele Städte in Deutschland haben bereits einen Bürgerrat gebildet, der themenbezogen arbeitet, um am Ende der Politik Vorschläge zu unterbreiten – ob es um die Zukunft eines Stadtbezirks geht, wie in, um den Ausbau der Kinderbetreuung, wie im oberbayerischen Kirchanschöring, oder um die Zukunft der Arbeit, wie in der Metropolregion Hamburg. Was aber genau will ein Bürgerrat, und wie wird er gebildet? Wie arbeitet er, und was kann er bewirken?

Antworten darauf bietet der Workshop „Methode oder Wirksamkeit von Bürgerräten oder „Wer spaltet, wird einsam“ am Sonnabend, 4. September, von 10 bis 17 Uhr im Fürstengarten 29 in Lauenburg. Der Workshop wird von zwei Frauen geleitet, die sich seit Langem intensiv mit dem Thema beschäftigen: Claudine Nierth, Bundesvorstandssprecherin von Mehr Demokratie e.V., einer Organisation, die sich für mehr Einflussnahme der Bürger auf die Politik einsetzt, und Annegret Kühne, die mit dem „Bürgerrat für Zukunftsfragen“ mit Bewohnern der Metropolregion Hamburg zur Zukunft der Arbeit arbeitet.

Freiwillig Teilnehmende werden zufällig aus der Bevölkerung ausgelost

„Wir sind sehr froh, dass wir die beiden Referentinnen für unsere Veranstaltung gewinnen konnten“, sagt Friederike Betge, Stadtjugendpflegerin und Gleichstellungsbeauftragte. Gemeinsam mit Vanessa Zohm von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaften für Demokratie Herzogtum Lauenburg hat sie den Workshop organisiert. „Bürgerräte sind ein aktuelles Thema“, sagt Betge. „Es ist offenkundig, dass die parlamentarische Demokratie eine Auffrischung braucht und viele Menschen nicht mehr erreicht werden.“ Umso wichtiger sei es, die Bürger an politischen Entscheidungen zu beteiligen und sie einzubeziehen. „Bürgerbeteiligung muss erprobt werden. Und dafür ist ein Bürgerrat ein sinnvolles Werkzeug“, sagt Betge.

Das Besondere an Bürgerräten ist, dass die freiwillig Teilnehmenden zufällig aus der Bevölkerung ausgelost werden. Akademiker sitzen dort neben Handwerkerinnen, Rentnerinnen neben Jugendlichen, hier geborene Menschen neben Zugewanderten. „Sie müssen nur in der Region leben, um die es im Rat geht“, erläutert Friederike Betge. Gemeinsam mit einem Moderator sollen Lösungen für politische Probleme erarbeitet werden, die dann dem jeweils zuständigen Parlament oder Gemeinderat zur Beratung vorgelegt werden.

Teilnahme am Workshop in Lauenburg ist kostenlos

Ziel der Bürgerräte ist es, Demokratie zu leben, denn „die Demokratie ist darauf angewiesen, alle Menschen zu hören“, sagt Koordinatorin Vanessa Zohm.

Die Veranstaltung ist eingebunden in die 12. Regionalkonferenz Rechtsextremismus und Demokratieförderung, die zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus und damit verbundene Phänomene insbesondere im ländlichen Raum stärken, Akteure vernetzen und die gemeinsame Verantwortung für eine demokratische Kultur vor Ort fördern will. Seit Mai finden im Herzogtum Lauenburg verschiedene Veranstaltungen dazu statt. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos. Es gibt noch freie Plätze. Eine Anmeldung per E-Mail an koordination@kjr-herzogtum-lauenburg.de ist verpflichtend.

( fram )

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