Neubaugebiet Lippenkuhle

Escheburg: Regel setzt Häuslebauer unter erheblichen Druck

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Dirk Palapies
Die Baustraßen für das künftige Wohngebiet Lippenkuhle in Escheburg sind fertig. Nun können die Bauherren loslegen.   

Die Baustraßen für das künftige Wohngebiet Lippenkuhle in Escheburg sind fertig. Nun können die Bauherren loslegen.   

Foto: Jürgen Karsch / BGZ

In gut zwei Wochen fällt im Neubaugebiet in Escheburg der Startschuss für den Bau von insbesondere Einzel- und Doppelhäusern.

Escheburg.  Die Maschinen für die Erschließung des Neubaugebietes Lippenkuhle in Escheburg sind abgerückt. Jetzt können die Häuslebauer beginnen. Mit der Bebauung des knapp 20 Hektar großen Areals soll Escheburg bis 2025 um mehrere Hundert Einwohner wachsen.

In der Mehrzahl sind Einzelhäuser geplant. Daneben sollen Reihenhäuser und Wohnblocks im Nordosten der Plangebietes entstehen. Dazu plant Rewe einen Supermarkt.

Neubaugebiet: Bauzeit soll maximal drei Jahre betragen

Die Häuslebauer sollen ab 15. September starten können. „Da wird reges Treiben sein“, vermutet Steven Gerner vom Erschließungsträger Uwe Gerner e. K.. Bereits die Nachfrage beim Verkaufsstart vor einem Jahr war groß. Im September erfolgte der symbolische erste Spatenstich, im Oktober waren alle Flächen für 132 Einzel- und Doppelhäuser verkauft. Partner ist die Lauenburgische Sparkassen-Immobilien GmbH.

Als Bauzeit sind maximal drei Jahre festgesetzt: Preistreibende Spekulationen mit Grundstücken sollen so unterbunden werden, doch die Regel setzt die Erwerber unter erheblichen Druck.

Der Bauboom wie auch die Knappheit an Baumaterialien lassen die Preise in die Höhe schnellen. Das gilt nicht für den Rückkauf des jeweiligen Grundstücks, wenn die Bauarbeiten nicht rechtzeitig aufgenommen werden: Er erfolgt zum Preis des Ankaufs.

Mehrfamilienhäuser mit Geschosswohnungen geplant

Wo andernorts ein Einfamilienhausgebiet nach dem nächsten ausgewiesen wird, dabei der Bedarf aus dem Blick gerät, sollen in Escheburg auch Geschosswohnungen entstehen. In sieben Mehrfamilienhäusern sind 95 Mietwohnungen geplant, 25 im geförderten Wohnungsbau. 30 Wohnungen sind für betreutes Wohnen vorgesehen, etwa für ältere Escheburger, denen das eigene Haus zu groß geworden ist, die aber im Ort wohnen bleiben möchten.

„Das ist unser letztes Baugebiet“, erläutert Escheburgs Bürgermeister Frank Krause von den Grünen. Weitere mögliche Flächen sind in privater Hand. Daher hat die Gemeinde eine Fläche hinter der Rewe-Ansiedlung behalten. Hier wäre Platz für weitere Wohnbebauung, etwa Mehrfamilienhäuser.

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Auf der L 208 zwischen Lippenkuhle und Grundschule solle künftig Tempo 30 gelten, so der Bürgermeister. Der Antrag sei gestellt. Das Gleiche gelte für die Hauptachse im Neubaugebiet. Die davon abgehenden Nebenstraßen sollen als Spielstraßen ausgewiesen werden.

Endarbeiten beginnen erst in zwei, drei Jahren

Die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für das Baugebiet sind nach den Worten des Gemeindechefs umgesetzt. Sie befinden sich fast alle in der Nachbarschaft, berichtet Krause. Dabei handelt es sich um die Anlage von Knicks zu angrenzenden Äckern. Eine Sukzessionsfläche soll sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln.

Für Steven und Glenn Gerner, Geschäftsführer des Erschließungsträgers, wird es in zwei bis drei Jahren wieder richtig ernst. Dann beginnen die Endarbeiten im Baugebiet. Die Straßen sind zur Zeit nur provisorisch als Baustraßen hergerichtet, die Baumpflanzungen fehlen. Verkehrsflächen und das Grün könnten beschädigt werden durch die Baumaschinen der Hausbauer.

Bürgermeister geht regelmäßig im Neubaugebiet spazieren

Derzeit sehen sich die Gerners mit vielen Fragen konfrontiert: Klassiker sind Fragen zu den Hausanschlüssen. Oder es geht um Zäune, berichtet Glenn Gerner. So etwa: „Können wir den wegnehmen und durch einen eigenen ersetzen?“ Hintergrund: Auf der Fläche sind Zäune gegen Wildverbiss errichtet worden. Außerhalb der privaten Grundstücksgrenzen, was aber viele nicht wüssten und meinten, ihre Parzelle sei bereits mit einem Zaun versehen, so Glenn Gerner.

Manchen Bauherren ist Krause bereits gut bekannt. Er geht im Gebiet regelmäßig spazieren. Aber nicht alle kommen von auswärts. „Einige, die nun bauen, kenne ich schon.“ Die Gemeinde lässt gerade einen Flyer zur gewünschte Gartengestaltung erstellen: Ökologische Grausamkeiten, wie Schottergärten sind verpönt.

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