Ausbildung

Von wegen staubtrockener Bürojob im Lauenburger Schloss

| Lesedauer: 4 Minuten
Alina Bahr (links) und Amelie Hümpel sind die neuen Auszubildenden in der Lauenburger Verwaltung.

Alina Bahr (links) und Amelie Hümpel sind die neuen Auszubildenden in der Lauenburger Verwaltung.

Foto: Elke Richel

Verwaltungsfachangestellte – die Berufsbezeichnung hört sich nicht spektakulär an. Doch Azubis wissen: Da steckt Leben drin.

Lauenburg. Die Gesichter der neuen Kollegen sind noch fremd und die Aufregung entsprechend groß: Schließlich haben Alina Bahr (19) und Amelie Hümpel (18) heute den ersten Tag ihrer beruflichen Laufbahn vor sich. Sie sind die neuen Auszubildenden in der Lauenburger Verwaltung. Wenn alles so läuft, wie sie es sich vorstellen, werden die beiden jungen Frauen in drei Jahren gut ausgebildete Verwaltungsfachangestellte sein.

Fragt man Kinder, was sie später einmal werden wollen, wird dieser Berufswunsch wohl kaum genannt. Die Arbeit bei der Feuerwehr, Polizei, Autowerkstatt oder in einer Tierarztpraxis erscheinen spannender. Es sei denn, die Mutter arbeitet selbst in einer kommunalen Verwaltung, so wie die von Amelie. „Von ihr weiß ich, dass der Beruf alles andere als staubtrocken ist. Man hat ja nicht nur mit Akten zu tun, sondern mit Menschen“, weiß sie.

Dieser Aspekt hatte auch Alina vor allem an diesem Beruf gereizt. Sie hatte am Ende sogar die Wahl, ob sie ihre Ausbildung in der Lauenburger Verwaltung oder in ihrer Heimatstadt Geesthacht beginnt. „Ich habe mich für Lauenburg entschieden. Den Ausschlag hat gegeben, dass es schon beim Bewerbungsgespräch locker zuging und daher die Anspannung schnell von mir abfiel“, sagt sie.

Wichtigster Grundsatz: Bürger mit ihren Anliegen ernst nehmen

Dass die beiden Auszubildenden ihre Abitur in der Tasche haben, ist eigentlich keine Voraussetzung für den Beruf der Verwaltungsfachangestellten. Eigentlich genügt ein guter Realschulabschluss.“ In der Regel haben unsere Azubis aber die Hochschulreife“, sagt Manuela Grimm. Sowohl die neuen als auch die Azubis der höheren Ausbildungsjahre hat sie unter ihren Fittichen.

Ihr ist es nicht nur wichtig, dass sich die jungen Kollegen von Anfang an wohlfühlen, sie sollen sich auch möglichst schnell zurechtfinden. Wer in einer kommunalen Verwaltung arbeiten möchte, muss sich gut ausdrücken können, wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen – und sich auf unterschiedliche Menschen einstellen können. Schließlich hat man es in einer Verwaltung auch mit Besuchern zu tun, die vielleicht ein Ärgernis zur Behörde treibt.

„Der Empfangsbereich ist die Visitenkarte unserer Verwaltung. Ein freundliches und verständnisvolles Auftreten der Mitarbeiter dämpft schon mal so manchen Ärger“, weiß Amtsleiter Thomas Burmester, zu dessen Arbeitsbereich sowohl das Bürgeramt der Lauenburger Verwaltung, als auch der Personalbereich gehört. Den neuen Auszubildenden stellt er gern eine besondere Aufgabe: „Sie lassen sich von einem der Sachbearbeiter einen Vorgang erläutern und entwerfen dann einen Brief an den Bürger, der das Anliegen vorgebracht hat.“

Dieser Test sei nicht in erster Linie dazu gedacht, den jungen Kollegen auf den Zahn zu fühlen. „Manchmal stecken Behördenbriefe ja voller Fachausdrücke. Wer unbefangen ist, formuliert manchmal viel verständlicher. Da können wir manchmal auch was lernen“, sagt er. In der Lauenburger Verwaltung legt man Wert darauf, dass die Auszubildenden gleich in die Arbeit ihrer erfahrenen Kollegen einbezogen werden. Alina kann sich ihrer ersten Lorbeeren in der Personalabteilung verdienen, Amelie wird zuerst im Bürgeramt eingesetzt.

Gute Chancen auf Übernahme in der Lauenburger Verwaltung

Was sich die beiden für ihre Ausbildung wünschen? „Ich bin mir sicher, dass hier eine offene Atmosphäre herrscht und alle Mitarbeiter freundlich miteinander umgehen“, sagt Alina. Und Amelie wünscht sich, dass die älteren Kollegen auch in Stresssituationen geduldig sind und sie jederzeit nachfragen kann.

Wenn die beiden jungen Frauen ausgelernt haben, bestehen gute Chancen, dass sie in der Lauenburger Verwaltung ihre berufliche Zukunft haben werden. „In den nächsten Jahren findet bei uns ein Generationswechsel statt Wir brachen gut ausgebildete junge Mitarbeiter“, sagt Burmester.

( er )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg