Politische Sitzung

Stadt Lauenburg bietet Aldi städtebaulichen Vertrag an

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Elke Richel
Im August 2016 öffnete der neue Aldi-Markt am alten Standort an der Hamburger Straße. Die Anzahl der Parkflächen schrumpfte von 84 auf 58. Viel zu wenig, wie sich bald zeigte.

Im August 2016 öffnete der neue Aldi-Markt am alten Standort an der Hamburger Straße. Die Anzahl der Parkflächen schrumpfte von 84 auf 58. Viel zu wenig, wie sich bald zeigte.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Die Vereinbarung soll das Recht an Randfläche der neuen Stellflächen sichern. Der Plan: Der Radwegn soll verbreitert werden.

Lauenburg. Es war eigentlich schon abzusehen: Im August 2016 öffnete der neue Aldi-Markt am alten Standort an der Hamburger Straße. Die Verkaufsfläche hatte sich erheblich vergrößert, die Zahl der Parkplätze war allerdings von 84 auf 58 geschrumpft. Das erwies sich im Nachhinein als Fehlplanung – wir hatten mehrfach darüber berichtet.

Aus Sicht von Aldi trat schließlich ein Glücksfall ein. Als im vergangenen Jahr das benachbarte Gebäude des ehemaligen Fachgeschäftes Zweirad-Sandmann zum Verkauf stand, schlug der Discounter zu, um dort weitere 16 Stellplätze zu errichten. Doch da hatte die Konzernzentrale die Rechnung ohne die Lauenburger Politik gemacht. Fraktionsübergreifend war man sich einig: Weitere Stellflächen, die dann auch noch fast bis an den Lidl-Parkplatz reichen würden, schaffen in Lauenburg Verhältnisse, die an amerikanische Vorstädte erinnern. Jetzt könnte perfekt werden, was die Politik im September vergangenen Jahres miteinander ausgehandelt hatte: Die Stadt Lauenburg bietet dem Aldi-Konzern einen städtebaulichen Vertrag an.

Stadt Lauenburg will entlang der Aldi-Stellplätze Radweg verbreitern

Durch den Kompromissvorschlag an die Adresse von Aldi Nord ergibt sich mittelfristig die Chance, in der Innenstadt einen ausreichend breiten Fuß- und Radweg zu schaffen. Die Stadtverwaltung hat mittlerweile einen städtebaulichen Vertrag entworfen, über den der Bau- und Planungsausschuss am Montag, 14. Juni, entscheiden soll.

Vertragspartnerin ist in diesem Fall die BGB-Grundstücksgesellschaft Herten. Dem Unternehmen gehört die Fläche, auf dem der Aldi Markt errichtet wurde. Wichtigster Punkt des Vertragsentwurfes: „Die BGB-Grundstücksgesellschaft Herten verpflichtet sich, für den Fall, dass die Stadt entlang der Hamburger Straße einen Radweg anlegt, der Stadt einen circa 1,5 Meter breiten Grundstücksstreifen entlang der Stellplatzanlage zur Herrichtung eines Radweges unentgeltlich zur Verfügung zu stellen“. Hintergrund: Bei allen Überlegungen zum Radverkehrskonzept trat immer wieder das Problem auf, dass der Fußweg entlang der B 5 viel zu schmal ist, als dass dort noch Radfahrer Platz finden würden.

Aldi soll durch Grünstreifen Stellplätze weniger sichtbar machen

Nach der Unterzeichnung des Vertrages kann Aldi die zusätzlichen Stellflächen errichten, unter der Voraussetzung, dass die Stadt mittelfristig den Randstreifen beider Parkplätze erwerben kann. Entsprechende Gespräche sollen auch mit Lidl über den benachbarten Markt geführt werden. „Mit dieser Lösung können wir später in diesem Bereich die Situation für Radfahrer verbessern“, hatte der Ausschussvorsitzende Christian Stockfisch (CDU) bereits im September festgestellt.

In dem städtebaulichen Vertrag soll eine weitere Forderung der Politiker festgeschrieben werden: Die optische Beeinträchtigung durch die vielen Stellflächen entlang der Straße soll durch bepflanzte Bereiche abgemildert werden. „Die BGB-Grundstücksgesellschaft Herten verpflichtet sich, als Abgrenzung zwischen der geplanten Stellplatzanlage auf dem Grundstück Hamburger 39 und der Fläche für den geplanten Radweg einen Pflanzstreifen zu errichten. Sie wird ferner die auf dem Grundstück Hamburger Straße 33-37 zum Gehweg hin vorhandene Begrünung bis zur Anlage des Radweges erhalten.“

Zwei Stellplätze sollten mit E-Ladestationen ausgestattet werden

CDU und SPD hatten sich bereits im September vergangenen Jahres Gedanken gemacht , die Fläche aufzuwerten. Die CDU wollte, dass Aldi einen etwa sieben Meter breiten Geländestreifen nicht versiegelt, sondern mit Platanen und Büschen bepflanzt. Außerdem sollten zwei Stellplätze der neuen Fläche mit E-Ladestationen ausgestattet werden. Die SPD schlug vor, dass auf der Fläche keine Parkplätze für Autos entstehen, stattdessen Abstellfläche für Lastenfahrräder oder Scooter. Ob Aldi mit dem nun vorliegenden Kompromissvorschlag leben kann und den Vertrag unterschreibt, wird sich zeigen.

Die Sitzung am 14. Juni beginnt um 19 Uhr im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule. Für eine eventuelle Kontaktnachverfolgung ist die Registrierung über die Luca-App erforderlich.

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