Kommunalpolitik

Stadt Lauenburg will Vereine von Gebühren befreien

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Elke Richel
Weil das Training in der Halle noch mit vielen Beschränkungen verbunden ist, weichen die Mitglieder der LSV-Turnabteilung gern auf den Hasenberg-Sportplatz aus.

Weil das Training in der Halle noch mit vielen Beschränkungen verbunden ist, weichen die Mitglieder der LSV-Turnabteilung gern auf den Hasenberg-Sportplatz aus.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Die Nutzung der Hallen und Plätze soll in diesem Jahr für ortsansässige kostenlos sein. Die Politik muss noch grünes Licht geben.

Lauenburg.  Die Politik hatte es sich vor drei Jahren nicht leicht gemacht, Gebühren für die Nutzung der städtischen Hallen und Sportanlagen einzuführen. Aber nach langer Diskussion ließ der Konsolidierungsvertrag mit dem Land schließlich keine andere Wahl. Etwa 30.000 Euro sind seitdem pro Jahr als Einnahme eingeplant. Im Detail: Ortsansässige Vereine zahlen seitdem 5 Euro je angefangener Stunde für die Nutzung kommunaler Veranstaltungsräume, Sporthallen und -plätze, Nutzer von außerhalb 50 Euro je Stunde für Sportstätten und 25 Euro für sonstige kommunale Räume.

Jetzt soll es wieder einen politischen Beschluss zu den Gebühren geben. Die Stadt will die Lauenburger Vereine in diesem Jahr davon befreien. Hintergrund ist die Corona-Krise. „Die Stadt möchte mit dem Beschluss ein Zeichen setzen, dass sie die schwierige Lage der ortsansässigen Vereine sieht und sie in ihren wichtigen sozialen Aufgaben nach Kräften unterstützt“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Politik will Lauenburger Vereine unterstützen und Gebühren streichen

„Das wäre ein tolles Signal an die Vereine, die derzeit um jedes einzelne Mitglied kämpfen“, sagt Marion Grundmann. Die Chefin der Turnabteilung in der Lauenburger Sportvereinigung (LSV) weiß, wovon sie spricht. Seit über einem Jahr lässt sie sich mit ihrem Team immer wieder etwas Neues einfallen, um die Mitglieder bei der Stange zu halten.

Als Training in der LSV-Sporthalle nicht mehr möglich war, gab es Onlinekurse. Und als die Beschränkungen wieder gelockert wurden, Übungseinheiten auf dem städtischen Sportplatz am Hasenberg. Die dafür anfallenden Nutzungsgebühren waren natürlich nicht eingeplant.

Wer in der Corona-Krise den Job verliert, schaut, wo er sparen kann

Doch trotz aller Bemühungen schrumpfte auch bei den Turnern die Mitgliederzahl von 500 auf 450 innerhalb eines Jahres – und damit verbunden auch die Einnahmen. „Ich kann verstehen, dass manche Freizeitsportler ihre Mitgliedschaft gekündigt haben. Nicht wenige haben selbst finanzielle Einbußen in der Corona-Krise erlitten“, weiß Marion Grundmann.

Trotzdem ist sie optimistisch, dass es jetzt wieder aufwärts geht – nicht nur für die Turnabteilung. „Es ist deutlich zu spüren, dass die Menschen den Drang haben, sich wieder zu treffen“, hat sie festgestellt. Davon würden aus ihrer Sicht nicht nur Vereine profitieren, sondern alle, die unter den derzeit geltenden Regeln Angebote machen. „Es ist schön, dass die Stadt erkannt hat, wie wichtig das für die Menschen gerade ist“, freut sich die engagierte Funktionärin.

Freizeitangebote im Freien sind derzeit der Renner

Jetzt, wo die coronabedingten Beschränkungen weiter gelockert werden, kommen besonders die Freiluftangebote an. „Wir haben 50 Teilnehmer an den Trainingseinheiten für das Deutsche Sportabzeichen. So viele wie noch nie“, so die Turnchefin. Weil zeitversetzt in Gruppen auf dem Hasenberg trainiert wird, ist eine Anmeldung per E-Mail an info@lsv-turnen.de erforderlich.

Über die Gebührenbefreiung berät der Ausschuss für Bürgerangelegenheiten am Dienstag, 8. Juni, von 19 Uhr an im Haus der Begegnung, Fürstengarten 29.

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