Lauenburg

Brückenplaner sollen Radfahrer nicht vergessen

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Elke Richel
Unter anderem der europäische Iron Curtain Trail und der Radweg Alte Salzstraße führen über die Lauenburger Elbbrücke. Christian Stockfisch kritisiert, dass es bei der geplanten Trennung des Straßen- und Schienenverkehrs noch keine Überlegungen zum Radverkehr gibt.

Unter anderem der europäische Iron Curtain Trail und der Radweg Alte Salzstraße führen über die Lauenburger Elbbrücke. Christian Stockfisch kritisiert, dass es bei der geplanten Trennung des Straßen- und Schienenverkehrs noch keine Überlegungen zum Radverkehr gibt.

Foto: Richel, Elke

Ob Sanierung oder Neubaupläne: Fußgänger und Radfahrer spielen beim Thema Lauenburger Elbbrücke derzeit kaum eine Rolle.

Lauenburg. Wer den europäischen Iron Curtain Trail befährt oder den Radweg Alte Salzstraße tritt irgendwann auf der Lauenburger Elbbrücke in die Pedale. Auch längst nicht alle Pendler haben Lust, sich im Berufsverkehr in die Autoschlange einzureihen, sondern fahren lieber mit dem Rad über die Brücke zwischen Hohnstorf und Lauenburg.

Doch bisher ist bei den Sanierungs- und Neubauplänen der Elbquerung nur vom Straßen- und Schienenverkehr die Rede. Wie berichtet, haben sich die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen darauf geeinigt, bei Lauenburg ein Ersatzbauwerk für den Straßenverkehr zu planen. Über die bestehende Brücke sollen dann nur noch Züge fahren.

Mindestens acht mögliche Trassenführungen der neuen Elbquerung sind derzeit im Gespräch. „Von Radfahrern und Fußgängern ist bei den Überlegungen bisher überhaupt keine Rede“, stellt der CDU-Fraktionsvorsitzende, Christian Stockfisch fest. Lauenburgs Bauamtsleiter Reinhard Nieberg hatte bereits im Januar bei Bekanntwerden der Neubaupläne angemahnt, dass die alte Brücke weiterhin für Radfahrer und Fußgänger nutzbar bleiben müsse.

Bahn plant Elbbrücke weiter als Straßen- und Eisenbahnquerung

Doch soweit sind die Überlegungen der Deutschen Bahn überhaupt noch nicht. „Wir planen weiterhin die Lauenburger Elbbrücke als kombinierte Straßen– und Eisenbahnquerung“, teilt eine Sprecherin mit. Beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr (LBV) relativiert man die Aussage der Bahn: Dies beziehe sich nur auf auf die anstehenden Reparaturarbeiten an der Brücke. „Die geplante Sanierung ist für den weiteren Betrieb der Brücke als kombinierte Bahn- und Straßenbrücke zwingend erforderlich, damit auch der Verkehr der Bundesstraße 209 dort auch in den kommenden Jahren die Elbe queren kann“, erklärt eine Sprecherin und verweist auf den langen Planungsvorlauf für die neue Brücke.

Doch auch da spielt der Rad- und Fußgängerverkehr bisher keine Rolle. „Das ginge ja auch nur, wenn die neue Brücke unmittelbar neben der alten gebaut würde. Alle anderen Varianten sind abhängig von den geplanten Ortsumfahrungen und für Radfahrer und Fußgänger nicht geeignet“, sagt Nieberg.

Stockfisch kann sich für Lauenburg nur eine Lösung wie in der Großstadt Köln vorstellen. „In der Mitte der Rheinbrücke fahren Züge und am Rand ist Platz für Fahrradfahrer und Fußgänger“, sagt er.

Keine Einschränkungen für Radfahrer während der Reparaturarbeiten

Während es langfristig für die Elbquerung der Radfahrer noch keine Lösung gibt, müssen sich diese für die anstehenden Reparaturarbeiten an der bestehenden Brücke offenbar keine Sorgen machen. Wie berichtet, sind diese von Juni bis Oktober geplant – gelegentliche Vollsperrungen inbegriffen.

Während sich die Bahn die marode Tragwerkskonstruktion der Brücke vornimmt, arbeitet der LBV den Straßenbelag auf. Die gute Nachricht: Fußgänger und Radfahrer können die Brücke auch bei Sperrung für Fahrzeuge weiter passieren. Die schlechte Nachricht: Vorerst bleibt es bei den Unebenheiten und Stolperfallen. Erst Ende nächsten Jahres planen die Straßenbauer des LBV die Reparatur des Rad- und Fußgängerweges auf der Lauenburger Elbbrücke.

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