Wohnbauprojekt

Wohnen auf ehemaligem Kleingartengelände in Lauenburg

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Elke Richel
Uwe Grothkopp von der Treuhandgesellschaft (v. l.), Marcus Pape, Geschäftsführer der np Projektentwicklung GmbH und Bürgermeister Andreas Thiede inmitten des ehemaligen Kleingartengeländes (Archivbild).

Uwe Grothkopp von der Treuhandgesellschaft (v. l.), Marcus Pape, Geschäftsführer der np Projektentwicklung GmbH und Bürgermeister Andreas Thiede inmitten des ehemaligen Kleingartengeländes (Archivbild).

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Auf dem ehemaligen Kleingartengelände an der Berliner Straße in Lauenburg sollen 150 Wohnungen errichtet werden. Die Details.

Lauenburg. Da ein Baum mit vertrockneten Äpfeln, dort die ersten Spitzen von Frühblühern – die Natur erinnert daran, dass die Brachfläche an der Berliner Straße mal ein Kleingartengelände war. Vor fünf Jahren wurden die 28 Parzellen plattgemacht, die Schreber von der Stadt Lauenburg entschädigt.

Das Areal an der Berliner Straße ist bereits seit den 1980er-Jahren als Wohngebiet ausgewiesen. Seit 2017 versucht die Stadt, das Gelände an einen Käufer zu bringen. Doch die Verhandlungen liefen immer wieder ins Leere, die potenziellen Investoren sind alle wieder abgesprungen.

Lauenburg bekommt ein neues Wohngebiet

Außerdem hatte es um das etwa zwei Hektar große, kommunale Gelände lange Zeit einen politischen Streit gegeben. Im Februar 2019 beschloss die Politik mit knapper Mehrheit den Verkauf des Geländes an die np Projektentwicklung GmbH und die Lauenburgische Treuhandgesellschaft. Beide Unternehmen haben ihren Sitz in Mölln.

Auf der Webseite des Projektentwicklers findet sich seit fast zwei Jahren der Hinweis, dass für das Lauenburger Vorhaben derzeit ein Bebauungsplan erstellt wird. Erst jetzt legt die Verwaltung den Entwurf des Bauplanes vor.

Acht Meter Höhenunterschied müssen überplant werden

Grund dafür dürften die Herausforderungen des Geländes für die Planer sein: So gilt es, acht Meter Höhenunterschied zu überwinden. Weil das künftige Wohnprojekt an einer Bundesstraße liegt, kam auch dem Lärmschutzgutachten eine große Bedeutung für das Vorhaben zu. Außerdem musste die Zuwegung geklärt werden, ebenfalls eine Voraussetzung für die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

Mittlerweile ist die Planung des schon ziemlich konkret. Es ist vorgesehen auf dem Gelände 150 Wohnungen in insgesamt neun Wohngebäuden zu errichten – jeweils dreigeschossig mit einem Staffelgeschoss. In den einzelnen Gebäuden sind zwischen elf und 22 Wohneinheiten vorgesehen. Außerdem soll es in dem Komplex zwei Tiefgaragen geben und weitere Stellflächen am Rande des Areals.

Ortsbildprägende Bäume sollen weitgehend erhalten bleiben

Die auffällige Buche in der großen Senke des Geländes soll erhalten werden, ebenso elf weitere sogenannte ortsbildprägende Bäume. Geplant sind außerdem einige ­Neuanpflanzungen. Ebenfalls im Entwurf des Bebauungsplanes vorgesehen: Auf allen Dachflächen sind Solaranlagen zulässig.

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Sorge, dass die Vermarktung der zwischen 50 und 110 Quadratmeter großen Eigentumswohnungen schwierig werden könnte, haben die Investoren dennoch nicht. „Viele Senioren leben in Häusern, die zu groß geworden sind. Eine Eigentumswohnung entspricht ihren Lebensumständen oft viel besser“, sagte Marcus Pape, Geschäftsführer der np Projektentwicklung GmbH im März vergangenen Jahres gegenüber unserer Zeitung. Aber auch junge Familien seien eine Zielgruppe der Vermarktung. Deshalb ist am Rande des Wohngebietes auch ein großer Spielplatz vorgesehen.

Zuspitzung der Verkehrssituation durch das Bauvorhaben

Mit einer unvertretbaren Zuspitzung der Verkehrssituation durch das Bauvorhaben rechnen die Gutachter in diesem Bereich nicht. „Dieses Verkehrsaufkommen kann in den Spitzenstunden voraussichtlich mit einer guten Verkehrsqualität abgewickelt werden. Nennenswerte und nachhaltige Behinderungen auf der B 5 zum Beispiel durch wartende Linksabbieger sind nicht zu erwarten“, schreibt das beauftragte Büro Bau-Verkehr-Vermessung GmbH aus Hamburg.

Über den Entwurf des Bebauungsplanes berät der Bau- und Planungsausschuss in seiner Sitzung am kommenden Montag, 15. Februar. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule. Wegen der coronabedingten Beschränkungen sind bis zu 20 Besucher zugelassen. Das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes ist während der Sitzung erforderlich. Bei einem Bauvorhaben dieser Größenordnung ist eine frühzeitige Bürgerbeteiligung vorgeschrieben.

Virtuelle Bürgerbeteiligung zum Wohngebiet in Lauenburg

Diese soll erstmals digital erfolgen. Bei dieser Veranstaltung soll in Echtzeit auch auf Hinweise der Bürger reagiert werden. Vorgesehen ist die virtuelle Bürgerbeteiligung am Mittwoch, am 3. März, ab 19 Uhr. Der Zugang erfolgt über die Webseite der Stadt unter lauenburg.de.

Wenn diese Form der Beteiligung gut angenommen wird, sollen virtuelle Veranstaltungen – auch über die Corona-Zeit hinaus – als ergänzendes Angebot an die Bürger erhalten bleiben.

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