Elbe-Lübeck-Kanal

Abschied von der Brücke zwischen Buchhorst und Lanze

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Frauke Maaß
Abschied von einer Idylle: So wie auf dem Foto sieht die Brückenumgebung seit Ende letzten Jahres nicht mehr aus. Jetzt ist dort eine Baustelle.

Abschied von einer Idylle: So wie auf dem Foto sieht die Brückenumgebung seit Ende letzten Jahres nicht mehr aus. Jetzt ist dort eine Baustelle.

Foto: BGZ

Die Brücke über dem Elbe-Lübeck-Kanal wird voraussichtlich im März abgerissen. Der Neubau soll bis 2022 fertig sein. Die Details.

Lauenburg/Buchhorst.  Für viele Jugendliche war die Brücke zwischen Buchhorst und Lanze ein beliebter Treffpunkt. Hier wurde gespielt und Partys gefeiert. Mutige nutzten sie sogar als Sprungbrett, um von da ein Bad im Elbe-Lübeck-Kanal zu nehmen. Heute ist von der einstigen Idylle nicht mehr viel übrig.

Dort, wo seit 121 Jahren die „alte Lady“, wie das Bauwerk von einigen liebevoll genannt wird, die Ortschaften Buchhorst und Lanze miteinander verbunden hat, befindet sich jetzt nur noch eine große Baustelle. Zwar steht die alte stählerne Fachwerkbrücke noch, aber eine Überfahrt oder ein Übergang ist nicht mehr möglich. Die Brücke ist gesperrt, die Zuwegung bereits abgerissen, notwendige Bäume wurden gefällt, der Rad- und Wanderweg am Elbe-Lübeck-Kanal in Höhe der Brücke nicht mehr begehbar.

Die neue Brücke hat eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter

Voraussichtlich Anfang März wird der Bestandsüberbau ans westliche Ufer gebracht und samt Widerlagern Stück für Stück abgerissen und entsorgt. Eine Ersatz­brücke für das marode Bauwerk ist bereits seit rund 15 Jahren im ­Gespräch und habe erst einmal nichts mit dem geplanten Ausbau des Kanals zu tun gehabt, sagt Rüdiger Richter, Sachbereichsleiter beim Wasserstraßen-Neubauamt in Magdeburg, Träger des Bauvorhabens und für Planung und Bauüberwachung zuständig.

Dass die rund 60 Kilometer lange Wasserstraße zwischen Elbe und Ostsee jetzt ausgebaut und für Großgütermotorschiffe schiffbar gemacht werden soll, habe dann aber letztlich Einfluss auf die Brückenpläne gehabt, die vom Hamburger Ingenieurbüro Dr. Binnewies erstellt worden sind. „Die Brücke wird um 67 Zentimeter hochgesetzt, sodass die erforderliche Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter für moderne Schiffe und einen zweilagigen Containerverkehr gegeben ist“, sagt Richter.

Alle neuen Brücken über den Elbe-Lübeck-Kanal entsprechen demselben Typ

Mittlerweile sind alle Planungen abgeschlossen und die Baustelle eingerichtet, sagt er. Aktuell würden Probepfähle gesetzt. „Alles läuft nach Zeitplan, sodass wir von einer Verkehrsfreigabe der neuen Brücke im März 2022 ausgehen“, sagt Richter.

Optisch wird die Brücke dem Bauwerk in Büssau gleichen, informiert Rüdiger Richter. „Alle neuen Brücken über den Elbe-Lübeck-Kanal entsprechen demselben Typ, sie unterscheiden sich nur in den individuellen Abmessungen“, erläutert er. So sei es bei den ursprünglichen Kanalbrücken auch gehandhabt worden. Der Neubau wird eine stählerne Stabbogenbrücke, die Fahrbahnbreite bleibt bei 4,95 Meter. Auf beiden Seiten entsteht ein Notgehweg von je 90 Zentimeter Breite und einem Geländer von 1,20 Meter Höhe.

Die Brücke in Basedow soll15 Meter versetzt werden

Damit der Kanal während der Bauarbeiten weiter genutzt werden kann, wird die neue Brücke an Land auf der Buchhorster Seite, wo das Bestandsbauwerk abgerissen wird, vormontiert. Anschließend soll sie mit einem 600-Tonnen-Kran zunächst auf ein Schwimmponton gehoben werden, um dann in ihre endgültige Position eingeschwommen zu werden.

Die Baukosten belaufen sich nach Darstellung des Wasserstraßen-Neubauamtes (WNA) Magdeburg auf rund 7,4 Mio. Euro. Für die Dauer der Bauzeit wird der gesamte Verkehr über die Straßenbrücke Horsterdamm in Lauenburg (Bundesstraße 5) geführt. Alternativ ist eine Umfahrung über die Straßenbrücke Lanze-Basedow möglich. Nach der Brücke Buchhorst-Lanze wird die Kanalbrücke bei Basedow ersetzt. Geplant ist ein Ersatzneubau der Straßenbrücke von 2022 an und eine Verkehrsfreigabe in 2024. Aber anders als die Brücke bei Buchhorst soll nach derzeitigem Stand die Brücke bei Basedow nicht an gleicher Stelle wieder errichtet werden.

Um den Verkehr zum Campingplatz und zur Gaststätte offen zu halten, ist der Ersatzneubau etwa 15 Meter südlich der vorhandenen Trasse geplant. Das WNA Magdeburg plant den Ersatzneubau mit rund sieben Millionen Euro. Das zur Umsetzung erforderliche Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechtes wird zurzeit durchgeführt.

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