Schleswig-Holstein

Geflügelpest: So sehr wütet die Krankheit im Norden

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André Herbst
Die Geflügelpest ist in Deutschland zurück und breitet sich in Schleswig-Holstein aus. Sperrbezirke sollen helfen (Symbolbild).

Die Geflügelpest ist in Deutschland zurück und breitet sich in Schleswig-Holstein aus. Sperrbezirke sollen helfen (Symbolbild).

Foto: imago/Christian Ohde

15.700 Tiere verendet: Immer mehr Vogelarten betroffen, Stallpflicht bleibt in Schleswig-Holstein bestehen. Neue Fälle in Lauenburg.

Lauenburg. Auch wenn die Corona-Pandemie und die aktuellen Virus-Mutationen derzeit die Schlagzeilen bestimmen, grassiert besonders im Norden Deutschlands eine weitere Infektionswelle. Die Geflügelpest breitet sich weiter aus, besonders in Schleswig-Holstein: Für viele Regionen des Landes gelten strenge Beschränkungen. Auch der Kreis Herzogtum Lauenburg ist betroffen.

Die vergangenen Tage sind die Funde toter Wildvögel emporgeschnellt. Betroffen ist besonders die schleswig-holsteinische Nordseeküste. Insgesamt hat das Kieler Landwirtschafts- und Umweltministerium die Geflügelpest mittlerweile bei 325 untersuchten Funden toter Wildvögel gemeldet – in neun Kreisen des Landes sind neue Fälle dazugekommen, darunter auch im Lauenburgischen.

Immer mehr Vogelarten betroffen

Neben der Gesamtzahl von inzwischen etwa 15.700 verendeten Wildvögeln seit Oktober alarmiert die Experten der Umstand, dass immer neue Vogelarten betroffen sind. Waren es bislang vor allem Gänse (Nonnen- und Graugänse) wird das aktuelle Vogelgrippevirus nun auch für den Tod von mindestens 2700 Knutts (aus der Familie der Strandläufer) in Nordstrand verantwortlich gemacht. Die große Anzahl an Tierkadavern ist seit Mitte vergangener Woche gefunden worden.

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Vereinzelt wurde das Virus auch in toten Eiderenten, Austernfischern, Silberreihern, Lachmöwen sowie einem Kiebitz, einem Zwergschwan und verschiedenen Eulen und Raubvögeln nachgewiesen. „Die Nachweise bei Turmfalke, Zwergschwan und Kiebitz sind die ersten Nachweise der Geflügelpest bei diesen Vogelarten im Rahmen des aktuellen Geschehens in Schleswig-Holstein“, teilt das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium mit.

Stallpflicht im Kreis gilt seit Mitte November

Die Entwicklung gibt Anlass zur Sorge, auch wenn in einigen wenigen Regionen strenge Auflagen für Geflügelhalter wieder gelockert werden konnten. „Die durch Kreise und kreisfreie Städte angeordnete Stallpflicht für alle Geflügelhaltungen gilt im gesamten Land zum Schutz des Geflügels weiterhin“, stellt denn auch Minister Jan Philipp Albrecht (Grüne) klar. Mit den Schutzmaßnahmen sei es trotz hohen Infektionsdrucks gelungen, die Zahl der Ausbrüche im Land bisher auf fünf Geflügelhaltungen mit insgesamt rund 2500 Tieren zu begrenzen.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg gilt seit Mitte November eine Stallpflicht für sämtliches Nutzgeflügel – von Puten, Gänsen und Enten bis zu Perlhühnern und Wachteln. Aus den Ställen dürfen die Tiere nur, wenn sie nach oben durch ein Dach gesichert sind und auch zu den Seiten einen Schutz gegen das Eindringen von Wildvögeln besteht. Zudem sind auch Ausstellungen sowie Märkte mit Geflügel und Tauben bis auf Weiteres verboten.

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