Wegen Corona

Große Enttäuschung: Karneval in Schnakenbek abgesagt

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Für ihre tänzerischen Darbietungen üben die Kinder- und Jugendgruppen normalerweise zehn Monate im Jahr.

Für ihre tänzerischen Darbietungen üben die Kinder- und Jugendgruppen normalerweise zehn Monate im Jahr.

Foto: Andreas Bruns / BGZ

Traditioneller Sturm aufs Lauenburger Rathaus muss ausfallen – und alles andere wohl auch.

Schnakenbek. Es ist der 11. November 2020. Der Tag der Sessionseröffnung in allen Karnevalshochburgen – also auch im Schnakenbeker Carnevalsverein von 1990. Normalerweise. Aber in diesem Jahr ist alles ruhig. Kein Sturm aufs Lauenburger Rathaus mit vielen Helaus, Alaafs und fliegenden Kamellen wie in den vergangenen Jahren, kein Frühstück mit Bürgermeister Andreas Thiede, dem Prinzenpaar und Elferrat, keine Eröffnungsfeier. „Wir haben alles wegen der Corona-Pandemie abgesagt“, sagt Dörthe Janetzki, zweite Vorsitzende des Vereins. Aufgrund der hohen Infektionszahlen im Kreis und der aktuellen Verordnungen seien Karnevalsfeiern weder in Schnakenbek noch in den befreundeten Vereinen möglich.

„Die Enttäuschung ist natürlich groß“, sagt die 49-jährige Lauenburgerin. Sowohl bei den Vereinsmitgliedern, für die die Session von Mitte November bis Aschermittwoch die Hauptsaison ist, als auch bei den Zuschauern des Umzugs durch das Dorf und den Besuchern der traditionellen Karnevalsnächte in der Osterwoldhalle.

Ein Adventskalender mit Videoclips ist in Vorbereitung

Erst nach den Sommerferien Mitte August konnte der Verein überhaupt wieder mit seinem Training starten. „Wir haben verschiedenen Gruppen, von den Kleinsten bis zum Männerballett, die alle wieder mit den Übungsstunden begonnen hatten“, sagte Dörthe Janetzki. Die leise Hoffnung war, dass die eine oder andere Veranstaltung vielleicht doch möglich sein könnte. „Aber jetzt sehen wir überhaupt keine Chance mehr!“ Zwei weit sichtbare Schilder an den beiden Ortseingängen informieren über die ­Absage. Die einzige Überlegung derzeit im Vorstand ist, ob man für die Kleinsten, die „Kristalle“ um die klassische Faschingszeit herum Anfang des Jahres eine Veranstaltung im kleinen Rahmen planen kann. „Wir müssen abwarten, wie sich die Pandemie weiter entwickelt und welche Verordnungen zu dem Zeitpunkt gelten“, sagt die Carnevalistin.

Um dennoch ein wenig Spaß zu haben und um im Gespräch zu bleiben, bereiten die Vereinsmitglieder einen Adventskalender in Form von kurzen, lustigen Videoclips vor. Mehr Informationen dazu gibt es kurz vor der Adventszeit.

Doch die Schnakenbeker Carnevalisten haben aber noch einen weiteren Grund zur Trauer. Anfang Oktober ist ihr erster Vorsitzender Karl-Heinz Faust nach langer Krankheit im Alter von 61 Jahren verstorben. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

( fram )

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