Diskussionsbedarf

Ortsentwicklung: Neue Gewerbeflächen kontra Naturparadies?

Büchen ist im Regionalplan Schleswig-Holstein als Entwicklungs- und Entlastungsort eingestuft. Ein Ortsentwicklungskonzept soll dem Rechnung tragen.

Büchen ist im Regionalplan Schleswig-Holstein als Entwicklungs- und Entlastungsort eingestuft. Ein Ortsentwicklungskonzept soll dem Rechnung tragen.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Büchens Grüne kritisieren den Ortsentwicklungsplan der Gemeinde als „völlig falsches Signal“. Die Gründe sind vielfältig.

Büchen. Die Gemeindevertretung Büchen hat im September 2018 beschlossen, am nördlichen Ortsrand ein Gewerbegebiet zu errichten. Grundlage ist das Ortsentwicklungskonzept. Darin heißt es: „Die bestehenden Nachfragen nach gewerblichen, auch großflächigen Bauflächen verdeutlichen das starke Erfordernis einer Entwicklung in diesem Bereich. Die Gemeinde Büchen kann ihrer Aufgabe als Entwicklungs- und Entlastungsort ohne weitere Gewerbeflächenausweisung nicht nachkommen.“

Büchen mit seinen rund 6200 Einwohnern ist im Regionalplan Schleswig-Holstein als Entwicklungs- und Entlastungsort eingestuft: Die Gemeinde soll zur Entlastung des Großraums Hamburg als eigenständiges regionales Zentrum entwickelt werden.

Diskussion um Ortsentwicklung in Büchen

Der Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen sieht die Pläne der Gemeinde zur Erweiterung der örtlichen Gewerbeflächen allerdings kritisch. Der zuständige Hauptausschuss hatte im September diesen Jahres die Pläne noch einmal konkretisiert. Demnach soll eine Ausweisung umfangreicher Gewerbeflächen im Westen der Gemeinde bis zur Ortsgrenze zu Müssen erfolgen.

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„Sollten die Gewerbegebiete wie geplant entstehen, würde die Naherholungsqualität der Gemeinde Büchen massiv leiden. Die Gewerbeflächen würden sich nahtlos von der Gemeindegrenze zu Müssen bis zum Ortseingang Büchen beim Waldschwimmbad durchziehen“, befürchten die Grünen.

Bürger können Hinweise zum Entwurf des Ortsentwicklungsplanes geben

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Gewerbeflächen lägen teilweise in unmittelbarer Nähe zur Steinau, die in den vergangenen Jahren umfassend renaturiert wurde. Laura Schwabe, Sprecherin des Kreisverbandes sagt: „Angesichts des Klimawandels, der zunehmenden Bedrohung seltener Arten und dem Rückgang der Biodiversität ist die Ausweisung neuer Gewerbeflächen in diesem Ausmaß das völlig falsche Signal.“

Noch bis 2. November, können Büchener Bürger Hinweise, Anregungen und Kritiken zum Entwurf des Ortsentwicklungsplanes einzubringen. Eine Beteiligung ist auch online möglich: www.buechen.de/wohnen/ortsentwicklung.