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Zukunft der Volkshochschule ist ungewiss

Der Eigentümer der alten Albinusschule hat der Lauenburger Volkshochschule zum Jahresende gekündigt.

Der Eigentümer der alten Albinusschule hat der Lauenburger Volkshochschule zum Jahresende gekündigt.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Eigentümer der ehemaligen Albinusschule kündigte Räume zum Jahresende. Auch die Lauenburger Elbkita musste eine neue Lösung finden.

Lauenburg. Was die Eigentümer der ehemaligen Albinusschule mit dem Gebäude planen, ist nicht bekannt. Fakt ist, nicht nur die Lauenburger Elbkita hat die Kündigung zum Jahresende erhalten, sondern auch die Volkshochschule (VHS). Für die Kita zeichnet sich mittlerweile eine Lösung ab. Wie berichtet, plant das DRK als Träger auf einem kommunalen Grundstück eine Kita in Modulbauweise zu errichten.

Volkshochschule Lauenburg braucht neue Räume

Die Lauenburger Volkshochschule hängt dagegen völlig in der Luft. „Normalerweise müsste ich jetzt das Frühjahrssemester planen, aber unter diesen Umständen ist das derzeit unmöglich“, sagt Leiter Andreas Püst. Das Problem: Durch die Beschränkungen der Corona-Pandemie sind viele Kurse ausgefallen. Das bedeutet auch, dass die Einnahmen sinken. „Unter diesen Bedingungen nach neuen Räumlichkeiten zu suchen oder gar einen Mietvertrag zu unterschreiben, ist ein großes Risiko“, meint Püst.

Trotzdem hat er sich bereits nach Alternativen umgeschaut, die übergangsweise als Schulungs- oder Übungsräume dienen könnten. Ein leerstehendes Ladengeschäft an der Berliner Straße scheint ihm dafür geeignet. Aber aufgrund unsicherer Einnahmen traut er sich auch in diesem Fall kein langfristiges Mietverhältnis einzugehen.

Bürgermeister die VHS bei der Suche unterstützen

Bürgermeister Andreas Thiede sieht das optimistischer. „Ehe ein Vermieter Räumlichkeiten leer stehen lässt, kann er sie doch lieber vergeben. Über die Betriebskosten muss man dann reden“, meint er. In entsprechende Vermittlungsgespräche würde er sich gern einbringen.

Die Raumnot der Lauenburger Volkshochschule ist übrigens kein neues Problem. Vor zwei Jahren hatte der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holstein der Lauenburger VHS bescheinigt, die hohen Qualitätsstandards, die an Bildungseinrichtungen des Landes gestellt werden einzuhalten. Organisation, Angebote, Planung, Service und Information sind tipptop.

Lauenburger Volkshochschule zertifiziert, jedoch mit Abstrichen

Abzüge gab es in der Kategorie „Durchführung der Kurse“. Das Problem: Die Räumlichkeiten in der alten Albinusschule sind alles andere als geeignet. Rollstuhlfahrer zum Beispiel haben keine Möglichkeit, einen Kursus zu belegen, das Gebäude ist nicht barrierefrei.

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Die alte Schule hat aber noch einen großen Nachteil, der sich sogar auf die Wirtschaftlichkeit der VHS auswirkt. „Damit ein Kursus keinen finanziellen Verlust einfährt, brauchen wir mindestens acht Teilnehmer. Das ist aber auch die Höchstzahl, die in den kleinen Räumen unterrichtet werden kann. Ein finanzielles Polster, so wie es unbedingt nötig wäre, können wir so nicht schaffen“, bedauert der Leiter. „Es wäre wünschenswert, wenn die Volkshochschule in einem öffentlichen Gebäude untergebracht wäre. An vielen Orten hat sich ein gemeinsamer Standort mit der Bücherei bewährt, was hier ebenfalls anzustreben wäre“, empfahlen die Prüfer.

Neues VHS-Herbstprogramm läuft

Im geplanten Medienzentrum im ehemaligen Stappenbeck ist zumindest bisher nur die Unterbringung der Bücherei und des Stadtarchivs vorgesehen. Auch wenn Püst das kommende Frühjahrssemester noch nicht planen kann, die gerade angelaufenen Herbstkurse laufen wie geplant. Für einige gibt es sogar noch freie Plätze. So beginnt am 19. Oktober ein Kursus Autogenes Training. Ab 23. Oktober können Teilnehmer lernen, einen traditionellen Bogen zu bauen. Außerdem gibt es Erste-Hilfe-Kurse für Hund und Katze sowie Onlinekurse Kreatives Schreiben. Das komplette Angebot steht auf der Seite www.vhs-lauenburg.de.