Verschiedene Blickwinkel

Neuer Kunstkalender zeigt Motive aus Lauenburg

Versteckt unter einer großen Eisenplatte an der Reeperbahn liegt der Zugang zur Zisterne. Sitzmöbel und Fernsehgerät stammen aus den 1970er-Jahren.

Versteckt unter einer großen Eisenplatte an der Reeperbahn liegt der Zugang zur Zisterne. Sitzmöbel und Fernsehgerät stammen aus den 1970er-Jahren.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Kunstkalender „Design in freier Wildbahn“ zeigt Lauenburg aus ungewöhnlichen Blickwinkeln. Ein Künstlertrio arbeitete ein Jahr daran.

Lauenburg. Ein orangefarbener Schaukelstuhl und ein Kofferfernseher der gleichen Farbe, daneben zerdrückte leere Bierbüchsen. Was auf den ersten Blick wie ein einsames Saufgelage aussieht, ist ein sorgfältig arrangiertes Fotomotiv. Es ist das Blatt des Monats Januar im Lauenburger Kunstkalender „Design in freier Wildbahn“.

Das Sitzmöbel aus dem Hause Charles & Ray Eames steht an einem Ort, den nur die wenigsten Lauenburger kennen: in der Zisterne an der Reeperbahn, die in den 1930er-Jahren die Unterstadt mit Trinkwasser versorgte. Innerhalb von nur einem halben Jahr haben , Grafikdesigner Fin Erik Eckhoff und Karsten Legeler, Experte für Wohndesign den Kalender gestaltet. Die Idee: „Dinge zusammenzuführen, die eigentlich nicht zusammengehören, macht den Reiz aus“, sagt Dirk Eisermann. Meist ließen sich die Männer von Designerstücken im Geschäft von Karsten Legeler an der Berliner Straße inspirieren. Eines der ungewöhnlichsten Motive: Ein weißer Stuhl steht im herbstlichen Nebel an der alten Lauenburger Palmschleuse. Erst auf den zweiten Blick sieht man, dass das Sitzmöbel aus Golfbällen und vier Schlägern besteht.

Lauenburger Kunstkalender ist in der Touristinfo erhältlich

Und es ist immer wieder das Licht, das besondere Akzente in den Bildern setzt. Mal ist es die Sonne, die im richtigen Moment durch die Äste eines Baumes scheint, mal ein diffuser Schein, der das Motiv beleuchtet. „Fotografieren ist wie malen mit Licht“, ist einer der Lieblingssätze von Dirk Eisermann. Dabei nutzt er auch künstliche Lichtquellen, die er so geschickt platziert, dass der Betrachter der Bilder davon nichts merkt.

„Manchmal hat es mehrere Stunden gedauert, bis wir das Motiv so arrangiert hatten, dass wir die beabsichtigte Wirkung erzielt haben“, sagt Karsten Legeler. Und bei den Außenaufnahmen mussten auch das Wetter und Jahreszeit mitspielen. „Manchmal blieb für ein Foto ein Zeitfenster von nur wenigen Minuten“, sagt Eisermann. Die so entstandenen Aufnahmen zeigen bekannte Orte aus ungewöhnlichen Blickwinkeln, aber auch Plätze, die in Lauenburg kaum jemand kennt.

Warten auf den richtigen Moment und dann auf den Auslöser drücken

Das kreative Trio spielt dabei gern mit dem Überraschungseffekt. So hängt an der Decke des alten E-Werkes ein Lounge-Chair der Firma Rosenthal aus den 1980er-Jahren. Auf den Schienen der Buchhorster Waldbahn steht zwischen den Bäumen eine Bogenlampe aus Messing. Und auf dem Lanzer Kirchstieg haben die Gestalter des Kalenders einen grüngeblümten Cocktailsessel wirkungsvoll in Szene gesetzt. „Ohne die Mitwirkung von Lauenburger Einrichtungen, aber auch von Privatpersonen hätten wir unsere Idee nicht umsetzen können“, sagt Legeler.

Lauenburger Kunstkalender kostet 25 Euro

Die ersten Exemplare des Kalenders sind bereits eingetroffen, gedruckt durch das Lauenburger Unternehmen D & T Offsetdruck . Ab kommenden Mittwoch kann der Kalender zum Preis von 25 Euro in der Touristinformation, Elbstraße 59, erworben werden. Weitere Exemplare hält Karsten Legeler in seinem Geschäft Wohnunion, Berliner Straße 34, vor.

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