Neues Verfahren

Lauenburg will Investor für städtische Brachfläche gewinnen

Auf der Brache an der Hamburger Straße ist derzeit ein mit Bürgern erarbeitetes Kunstprojekt installiert.

Auf der Brache an der Hamburger Straße ist derzeit ein mit Bürgern erarbeitetes Kunstprojekt installiert.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Brachfläche gehört Stadt. Auswahlverfahren soll sich am Konzept orientieren. Fokus liegt auf Gewerbe, Wohnen und Freiraumgestaltung.

Lauenburg.  Wer in Lauenburg das Wort „Marktgalerie“ in den Mund nahm, erntete zuletzt bestenfalls ein müdes Lächeln. Kaum ein Bürger glaubte nach zahlreichen Verzögerungen noch ernsthaft an das seit 2013 angekündigte Projekt. Zuletzt hatte Projektentwickler Frank Kiefaber die Frist 31. August 2019 verstreichen lassen, einen „genehmigungsreifen Bauantrag“ einzureichen. Anfang Februar dieses Jahres zog auch die Stadt einen Schlussstrich: „Die Marktgalerie mit ihrer Konzentration auf Einzelhandel hat sich nicht realisieren lassen“, teilte Bürgermeister Andreas Thiede mit. Es sei Zeit, nach vorn zu blicken und neuen Visionen Raum zu geben.

Kleinstädtisches Zentrum statt Marktgalerie

Der neue Plan ist ein „gesteuertes Investorenauswahlverfahren“. Bereits im März hatte die Verwaltung einen ersten Entwurf vorgelegt. Da hatten die Fraktionen allerdings Beratungszeit eingefordert. „Auch wenn diese Signale noch nicht vorliegen, hält die Verwaltung eine weitere Beratung und abschließende Beschlussfassung nach einem halben Jahr aktuell für geboten“, heißt es in dem von der Verwaltung mittlerweile ergänzten Entwurf, der vom Bau- und Planungsausschuss in der Sitzung am Montag, 12. Oktober, beraten werden soll.

Demnach soll die im Eigentum der Stadt befindliche Brachfläche zu einem vorab festgelegten Preis an denjenigen verkauft werden, der das überzeugendste Konzept für ein „kleinstädtisches Zentrum“ vorlegt. Wie das aussehen wird, soll potenziellen Investoren vorgegeben werden. Demnach muss das zu errichtende Wohn- und Geschäftshaus im Erdgeschoss Läden und Gewerbeflächen aufweisen. In den Obergeschossen sollen Wohnungen entstehen, davon mindestens ein Viertel als öffentlich gefördert, vorausgesetzt, es sind mehr als acht Wohnungen vorgesehen. Diese Quote entspricht einem politischen Beschluss aus dem vergangenen Jahr.

Auswahlverfahren könnte im Frühjahr nächsten Jahres starten

Einen großen Schwerpunkt legt die Beschlussvorlage auch auf die Gestaltung des Freiraumes in diesem Bereich. Insbesondere das geplante Medienzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft mit Bücherei, Stadtarchiv und Café soll sich dort gestalterisch einfügen.

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Für die Umsetzung hat sich die Verwaltung einen sportlichen Zeitplan vorgenommen. Vor der Ausschreibung des Grundstücks soll zunächst ein Interessenbekundungsverfahren eingeleitet werden. Bereits im Frühjahr nächsten Jahres könnte das Auswahlverfahren erfolgen, vorausgesetzt der Ausschuss folgt dem Vorschlag.

SPD und UL legten bereits Vorschläge zur Nutzung des Areals vor

Bereits im März hatten SPD und Wählergemeinschaft Unser Lauenburg (UL)Vorschläge zur künftigen Nutzung der Brachfläche Die UL kann sich „kleine inhabergeführte Geschäfte, Wohnungen und Außenbereiche“ vorstellen. Die SPD setzt auf eine „Mischung aus Wohn- und Gewerbebebauung unter Leitung der Stadt.“ Die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses beginnt um 19 Uhr im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule. Die Tagesordnung ist auf der Seite www.lauenburg.de einsehbar.