Stadtjugendpflegerin

Lauenburgs Jugendarbeit bleibt international

Friederike Betge Stadtjugendpflegerin und Gleichstellungsbeauftragte in  Lauenburg

Friederike Betge Stadtjugendpflegerin und Gleichstellungsbeauftragte in Lauenburg

Foto: Frauke Maaß/FMG / BGZ

Projekt zur Beteiligung von Jugendlichen mit geringeren Chancen beendet. Folgekonzepte sind in der Planung.

Lauenburg.  Friederike Betge ist von den positiven Effekten internationaler Jugendarbeit mehr als überzeugt. Aus dem Grund treibt Lauenburgs Stadtjugendpflegerin diese gemeinsam mit anderen Akteuren aus dem Bereich Jugendarbeit, darunter auch Bianca Nagel, Leiterin des Jugendzentrums, aktiv voran. In einer internationalen Zoom-Konferenz wurde jetzt das jüngste Projekt unter dem Motto „Strategien zur Beteiligung von Jugendlichen mit geringeren Chancen“ erfolgreich beendet. Aber ein Ende? „Wir machen auf jeden Fall weiter“, kündigt Friederike Betge an.

Das nächste Projekt steht bereits in den Startlöchern: eine Jugendbegegnung in Finnland. „Die Finanzierung und das Konzept sind fertig. Wir gehen davon aus, dass das Treffen im kommenden Jahr stattfinden kann“, hofft sie. Nur der Zeitpunkt sei noch unklar. Fünf Jugendliche aus jedem Land und jeweils zwei Betreuer werden dann einige Tage gemeinsam in Finnland verbringen, die von den Jugendlichen geplant und vorbereitet werden sollen. „Der Entwurf des Programms liegt uns schon vor. Das muss jetzt noch bearbeitet und dann in eine finale Fassung gebracht werden“, sagt Friederike Betge. Sinn der Sache sei, dass die Jugendlichen bei gemeinsamem Aktivitäten unter anderem lernen, Verantwortung zu übernehmen, fremde Kulturen als Bereicherung zu erleben und auf diese Weise mögliche Vorurteile abzulegen, erklärt die 58-Jährige.

Lauenburg ist Teil eines internationalen Netzwerks

Seit 2010 liegt ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bei der internationalen Jugendarbeit, die es bis zu dem Zeitpunkt in Lauenburg nur sporadisch gab und nur in der Verantwortung von einzelnen Projektträgern stattfand. „Wir wollten die europaweite Vernetzung als eine dauerhaften Bestandteil etablieren – und das ist uns mittlerweile gut gelungen“, freut sich Friederike Betge.

Seit 2012 ist Lauenburg Teil des Netzwerks „Kommune goes international“. „Eine tolle Chance, um viele Projekte innerhalb der internationalen Jugendarbeit auf den Weg zu bringen und um diese fest in das Konzept unserer Jugendarbeit zu verankern“, sagt Betge. Anstoß für die Bewerbung waren positive Erfahrungen mit einem deutsch-türkischen Projekt in Istanbul, von dem alle Beteiligten nur profitiert hätten. Betge: „Wir wollten die Partnerschaft mit der Türkei festigen, weil hier in Lauenburg viele türkischstämmige Menschen leben.“

Aus dieser Kooperation haben sich auf einer Ostseejugendkonferenz die Partnerschaften mit Finnland und Polen, anfangs auch Norwegen, ergeben. In den Gesprächen der Mitarbeiter wurde deutlich, dass die Organisationen dieser Länder alle mit Jugendlichen arbeiten, die man als „Jugendliche mit geringeren Chancen“ bezeichnet.

Stadtjugendpflegerin hat noch viele Ziele und Wünsche

Die strategische Partnerschaft hat sich über ein Vernetzungsprojekt unter Erasmus+ entwickelt. Neben der Stadtjugendpflege Lauenburg gehören die öffentliche, gemeinnützige Organisation OHP in Biala Podlaska in Polen dazu, ein Jugendzentrum in Metsäkartano in Finnland sowie ein öffentliches Gymnasium in Tokat, Türkei.

Die engagierte Stadtjugendpflegerin hat noch viele weitere Ziele und Wünsche. „Ich bin für eine noch stärkere europaweite Vernetzung in der Jugendarbeit“, sagt sie. Wie wird in anderen Ländern mit jungen Menschen gearbeitet? Wo ist Jugendarbeit dort angesiedelt? Auf dem Plan steht darüber hinaus das Qualifizierungsprojekt „Train the Trainer“, in dem junge Menschen in der Jugendarbeit geschult werden. „Wir haben auch eine deutsch-türkisch-palästinensische Jugendbegegnung beantragt“, berichtet Friederike Betge. Eine Zusage dafür stehe aber noch aus.

Friederike Betge brennt für ihre Arbeit: „Ich empfinde die länderübergreifende Kooperation als eine wunderbare Möglichkeit für die Jugendlichen und wir als Stadt wollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen.“