Tag des offenen Denkmals

Frische Werbung für die alte Schifferstadt Lauenburg

Die Drohne bietet einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die malerische Lauenburger Altstadt

Die Drohne bietet einen ungewöhnlichen Blickwinkel auf die malerische Lauenburger Altstadt

Foto: Niko Boisen

Der Tag des offenen Denkmals präsentiert sich in diesem Jahr virtuell. Lauenburg ist mit einem Videoprojekt dabei.

Lauenburg. Der jährliche Tag des offenen Denkmals ist in Lauenburg normalerweise ein Tag der besonderen Gastfreundschaft. Viele Altstadtbewohner öffnen ihre Türen, um Besuchern einen ungenierten Blick in die liebevoll sanierten Häuser zu gewähren. In diesem Jahr ist coronabedingt alles anders. Schon vor Monaten hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz angekündigt, einen bundesweiten Rahmen für die virtuelle Präsentation der Denkmäler zu schaffen und diese ab Sonntag, 13. September, zu präsentieren.

Für Veranstaltungsmanager Andy Darm war dieser Aufruf Anlass, eine alte Idee weiterzuentwickeln: Lauenburgs zahlreiche Denkmäler einzeln in kurzen Videofilmen zu präsentieren. Meist taucht er in den acht bis zehn Minuten langen Filmsequenzen als Erzähler mit Mikrofon auf, mal befragt er Experten für die jeweiligen Objekte und ab und zu spricht er den Text in die Filmaufnahmen herein.

Aus neuen Blickwinkeln auf die Stadt geschaut

Selbst wer meint, Lauenburg wie seine Westentasche zu kennen, wird überrascht sein. Der Lauenburger Niko Boisen stellt für das Filmprojekt nicht nur seine technische Ausrüstung bereit, sondern steht auch selbst hinter der Kamera. Manchmal lässt er auch die Drohne fliegen – und das ergibt dann besonders ungewohnte Blickwinkel – etwa wenn die Kamera den prächtigen Leuchter in der Maria-Magdalenen-Kirche umkreist oder in Richtung Orgel fliegt. „Es ist toll, dass uns Niko Boisen ehrenamtlich hilft, das Projekt umzusetzen. Das gibt uns die Möglichkeit, technisch hochwertige Aufnahmen zu machen und manchmal auch ungewöhnliche Ansichten zu zeigen“, freut sich Andy Darm.

Lauenburg setzt sich auf eigenem Youtube-Kanal in Szene

Auch wenn der Tag des offenen Denkmals der Anlass für das Projekt ist, sollen die Filme danach nicht in der Versenkung verschwinden. Im Gegenteil: „Wir haben einen eigenen Youtube-Kanal. Da sind einige der Filme bereits zu sehen“, sagt Andy Darm. Unter dem Stichwort „Schifferstadt Lauenburg/Elbe“ sind bisher acht Videos hochgeladen, unter anderem auch die ersten Filme zu den Denkmälern der Stadt. Abrufbar ist ein dreiminütiges Video über die Lauenburger Palmschleuse. Auch in diesem Fall lässt Boisen die Drohne fliegen und vermittelt den Zuschauer eine neue Sicht auf das historische Bauwerk aus dem Jahre 1480.

Seit gestern ist auch der achtminütige Film über die Maria-Magdalenen-Kirche online. Weitere Filme werden folgen, unter anderem über den Lauenburger Friedhof, das alte E-Werk oder das Schlossgebäude mit dem imposanten Turm.

Auch wenn die Stadt durch die Corona-Beschränkungen gezwungen war, neue Wege zu gehen, ist die neue Präsentation der alten Schifferstadt für den Veranstaltungsmanager ein Gewinn, der über diese Zeit hinaus geht. „Wir haben mit diesen Filmen die Möglichkeit, unsere Stadt weltweit zu zeigen. Das hat einen großen Werbeeffekt“, ist er überzeugt.

Motto: „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“

In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ Dieses Motto bietet wie jedes Jahr einen weiten Interpretationsspielraum. Präsentiert werden die beteiligten Objekte virtuell auf der Seite www.denkmalschutz.de. Links leiten Besucher auf die Kanäle, in denen die jeweiligen Denkmäler eingebettet sind. Der digitale Veranstaltungskalender ersetzt in diesem Jahr das Programm, das die Stiftung traditionell zu dem Aktionstag veröffentlicht. Die Präsentationen sollen auch über den 13. September hinaus abrufbar bleiben.