Lauenburg

Politik schickt Pläne für Waldkita in Warteschleife

n einer Waldkita gehört das Spielen mit Matsch dazu. Statt mit herkömmlichem Spielzeug beschäftigen sich Kinder mit Naturmaterialien.

n einer Waldkita gehört das Spielen mit Matsch dazu. Statt mit herkömmlichem Spielzeug beschäftigen sich Kinder mit Naturmaterialien.

Foto: Andreas Arnold / dpa

Verein Wabe will 16 Plätze schaffen. Ort ist gefunden: Schulwald der Gemeinschaftsschule. Stadt soll auch mit anderen Trägern sprechen

Lauenburg. Auf den ersten Blick würden zwei Probleme gleichzeitig gelöst: Zum einen hätte Lauenburg endlich auch einen Waldkindergarten, zum anderen könnten schnell und ohne großen Aufwand 16 neue Betreuungsplätze geschaffen werden. Selbst ein Ort ist schon gefunden: Im Schulwald der Albinus-Gemeinschaftsschule will der Verein Wabe einen Bauwagen aufstellen und die in seiner Trägerschaft befindliche Kita am Birnenweg um eine Gruppe im Wald erweitern. Im ersten Anlauf fiel der Antrag von Wabe bei der Lauenburger Politik jedoch durch. Der Ausschuss für Bürgerangelegenheiten, Soziales, Jugend und Sport lehnte am Dienstagabend die Beschlussvorlage der Verwaltung mehrheitlich ab.

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„Die Kostenermittlung ist noch nicht abgeschlossen, wird jedoch zur Sitzung am 11. August vorgelegt“, stand in der Vorlage. „Die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen sind für uns nicht nachvollziehbar und liegen uns auch nicht schriftlich vor“, kritisiert Martin Scharnweber (SPD). Außerdem sei aus der Beschlussvorlage nicht ersichtlich, dass es sich um die befristete Einrichtung einer Waldkita handeln solle. Das ist nämlich der Knackpunkt, der die politische Diskussion schon seit Wochen beherrscht: Wie viele Kita-Plätze braucht Lauenburg eigentlich? Eine Prognose aus dem vergangenen Jahr geht davon aus, dass nahezu alle Kinder den Kindergarten besuchen. Demnach müssten bis 2030 weitere 70 Plätze geschaffen werden.

Am Glüsinger Weg soll eine neue Kita gebaut werden

Allerdings: Am Glüsinger Weg soll eine neue Kita gebaut werden – ebenfalls durch den Verein Wabe. Hier sollen 180 Plätze entstehen. Mit der bereits bestehenden Kita am Birnenweg wäre der geplante Waldkindergarten dann die dritte Einrichtung des Trägers in Lauenburg. Und auch das stieß auf Bedenken einiger Ausschussmitglieder: „Wir möchten, dass auch andere Träger gefragt werden, ob sie sich die Einrichtung einer Waldkita vorstellen können“, sagt Scharnweber, der einen entsprechenden Antrag formulierte: Demnach soll die Stadt bis zur nächsten Ausschusssitzung vorlegen, welche Kosten auf die Stadt bei der Einrichtung der Waldkita zukommen würden. Außerdem müsse in der Beschlussvorlage der Verwaltung deutlich werden, dass die Einrichtung befristet sei. Zudem soll die Stadt Gespräche mit anderen Trägern führen, um deren Interesse an der Einrichtung einer Waldkita zu ermitteln. Dieser Antrag wurde gegen die Stimmen der CDU mehrheitlich angenommen.

Rettung der Elbkita wahrscheinlich: Stadt bietet Grundstück an

Auf den Zuschauerplätzen saßen auch diesmal einige Eltern, deren Kinder derzeit die Elbkita besuchen. Wie berichtet, muss die Einrichtung zum Jahresende ihr Domizil in der alten Albinusschule räumen. Die Eigentümer hatten dem DRK als Träger das Mietverhältnis gekündigt. Jetzt bietet die Stadt dem DRK das Areal an, das von Anfang an als mögliche Lösung gehandelt wurde: Es geht um das kommunale Grundstück zwischen Hardingstraße und Spitzort. Das 3200 Quadratmeter große Areal möchte die Stadt seit Längerem verkaufen, scheiterte aber vor allem wegen des ungünstigen Zuschnitts der Fläche. Der Ausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu. DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Timmermann hatte bereits im Juni gegenüber unserer Zeitung gesagt: „Wir haben uns die Fläche angesehen. Sie wäre geeignet, um dort eine Kita in Modulbauweise zu errichten.“