Lauenburg

Hotelpläne Fürstengarten nehmen nächste Hürde

Eine von drei Varianten, des neuen Hotels am Fürstengarten in Lauenburg. Der Architekt stellte sie bereits im Juni vor.

Eine von drei Varianten, des neuen Hotels am Fürstengarten in Lauenburg. Der Architekt stellte sie bereits im Juni vor.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Bauausschuss stimmt mehrheitlich für Aufstellung des Bebauungsplans. Grüne und UL sind dagegen. Letzte Wort hat die Stadtvertretung.

Lauenburg. Die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses im Forum der Albinus-Gemeinschaftsschule dauerte am Dienstagabend gerade einmal knappe 90 Minuten. Kaum zu glauben, da der Beschluss über den Bebauungs- sowie Flächennutzungsplan zum geplanten Hotel am Fürstengarten auf der Tagesordnung stand. Immer wieder war das seit 2013 geplante Projekt ins Stocken geraten, Politiker vertagten Beschlüsse, und die Investoren überarbeiteten Pläne. Nun soll es aber tatsächlich vorangehen: Eine Mehrheit der Ausschussmitglieder stimmte für den Bebauungsplan Nr. 98 „Fürstengarten“ sowie für die 4. Änderung des Flächennutzungsplans ,Fürstengarten’.

Im Januar dieses Jahres hatten es die Politiker zur Bedingung gemacht, Entwürfe zum geplanten Hotel am Fürstengarten vorgestellt zu bekommen, bevor sie Bebauungs- und Flächennutzungsplan grünes Licht geben. Im Juni war es dann soweit: Architekt Tim Kettler und Sven Jarmuth, Geschäftsführer der Hotelgesellschaft Fürstengarten Lauenburg mbH, präsentierten drei mögliche Varianten des Projekts. Zuvor hatte die Investorengruppe den ursprünglichen Plan noch einmal komplett überarbeiten lassen. Sven Jarmuth hatte den Grund dafür so erklärt: „Nach dem ursprünglichen Plan, lediglich ein Hotel mit Servicewohnen zu errichten, wäre das Vorhaben nicht wirtschaftlich.“

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Fraktionen sind sich einig, dass ein Hotel gebaut werden soll

Stand der Dinge ist nun, dass ein Hotel „im Premiumsegment“ mit Servicewohnungen entstehen soll, zudem angrenzend ein Geschäftshaus mit Büro- und Einzelhandelsflächen. Laut Geschäftsführer der Hotelgesellschaft könnten die Serviceeinrichtungen sowohl von den Hotelgästen als auch von den Bewohnern und Mietern der Gewerbeflächen genutzt werden. Das Hotel mit seinen 100 bis 140 Zimmern sollte jedoch die Primärnutzung des Gebäudekomplexes bilden.

Auf der jüngsten Ausschusssitzung ergriff der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Thorsten Pollfuß, noch einmal das Wort, bevor es zur Abstimmung über B- und F-Plan kam. Er sagte: „Wir sind uns doch fraktionsübergreifend einig, wir wollen gern ein Hotel haben. Allerdings kaufen wir die Katze im Sack, wenn wir nun zustimmen.“

Seiner Meinung nach lasse der Bebauungsplan einen ziemlich großen Gestaltungsspielraum für die Planer. Die Grünen hatten deswegen bereits im Mai in einer Visualisierung gezeigt, welche Dimensionen das Gebäude annehmen könnte. So hatte Pollfuß festgestellt und ausgerechnet, dass die Gebäude des Hotelkomplexes das benachbarte MC Modecenter um mehr als fünf Meter überragen könnten, die angrenzenden, meist zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshäuser sogar bis zu 15 Meter. Der Grünen-Vorsitzende hätte sich einen qualifizierten Bebauungsplan statt eines einfachen gewünscht. Denn der enthält Festsetzungen über die Art und das Maß der baulichen Nutzung, der überbaubaren Grundstücksfläche sowie über die öffentlichen Verkehrsflächen.

Nach Pollfuß Anmerkungen ergriff André Peylo (SPD) das Wort: „Die Pläne sind noch im Werden. Wir werden auch weiterhin in die Gestaltung einbezogen.“ Zudem gebe es ein städtebauliches Konzept, in dem bestimmte Vorgaben festgehalten werden. Das Abstimmungsergebnis war am Ende eindeutig: Die CDU (3 Stimmen), die SPD (2 Stimmen) und LWG (1 Stimme) stimmten für die Beschlüsse, die Grünen (2 Stimmen) und Unser Lauenburg (1 Stimme) dagegen. Pollfuß war der Frust ins Gesicht geschrieben, sagte aber nach der Sitzung: „So ist es eben, eine Mehrheitsentscheidung. Nach wie vor halte ich es für den falschen Weg.“ Das letzte Wort hat nun die Stadtvertretung, die am 30. September tagen soll.

ZOB-Verlegung: Grünen-Fraktion zieht Antrag zurück

Der Antrag der Grünen, den Lauenburger ZOB an den Schlüsselteichplatz zu verlegen und die Verwaltung mit einer entsprechenden Machbarkeitsstudie zu beauftragen, wurde an diesem Abend zurückgezogen. Es wurde der Vorschlag vom Ausschussvorsitzenden, Christian Stockfisch (CDU) angenommen, Vertreter de Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) einzuladen. Stockfisch: „Die können uns am ehesten sagen, ob eine Verlegung an den Schlüsselteich möglich ist und unter welchen Voraussetzungen.“ Mit einem Kopfnicken stimmten die Anwesenden dem Vorschlag zu.