Glasfaserausbau

Lauenburg: Mehr Dampf auf dem Datenhighway

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Glasfaserkabel ermöglichen Internet in Gigabitgeschwindigkeit. Auch Telefon und Fernsehen sind darüber möglich.

Glasfaserkabel ermöglichen Internet in Gigabitgeschwindigkeit. Auch Telefon und Fernsehen sind darüber möglich.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Immer mehr Lauenburger wünschen sich einen Glasfaseranschluss. Allerdings ist die Mindestquote immer noch nicht erreicht.

Lauenburg.  Am Anfang war das Interesse der Lauenburger sehr verhalten, aber mittlerweile haben sich etwa 140 von 700 Haushalten des ersten Bauabschnittes für einen Glasfaseranschluss entschieden. 35 Prozent sind nötig, damit die Versorgungsbetriebe Elbe mit ihrem Tochterunternehmen Elbe Media GmbH wirtschaftlich auch in Lauenburg starten.

Das Problem: Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen gab es bisher keine der sonst üblichen Informationsveranstaltungen, wo am schnellen Internet Interessierte Fragen loswerden können. Eigentlich ist die Anmeldefrist längst abgelaufen. Aber aufgrund der besonderen Umstände können sich die künftigen Bewohner es neuen Wohngebietes Birnbaumkamp und der umliegenden Straßen jetzt noch entscheiden, ob sie den Anschluss haben möchten. Mittlerweile hatten die betreffenden Haushalte auch ein Schreiben im Briefkasten mit entsprechenden Hinweisen. „Wir wissen natürlich, dass es besser ist, im persönlichen Kontakt Fragen stellen zu können. Deshalb hatten wir an zwei Terminen vor dem Lauenburger Kundenzentrum an der Grünstraße ein Infomobil aufgestellt“, sagt Privatkundenbetreuerin Christin Neumann. Danach sei es mit den Vertragsabschlüssen deutlich nach oben gegangen. „Im Homeoffice merken viele Leute plötzlich, dass ihr bisheriger Anschluss doch nicht reicht“, weiß Torsten Möller, Prokurist der Elbe Media GmbH.

Im Amt Lütau Anschlussquote weit übertroffen

In Hochgeschwindigkeit surfen, Riesendateien versenden oder Filme in hoher Qualität per Streamingdienst über den Fernseher anschauen – das ist in den meisten Gemeinden des Amtes Lütau bereits möglich. „Wir

sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Um wirtschaftlich zu sein, hätten wir in den Dörfern jeweils eine Anschlussquote von 55 Prozent gebraucht. Wir liegen aber im Durchschnitt sogar bei 80 Prozent“, freut sich Möller. Das Tempo, das Elbe Media für den Anschluss der Dörfer vorgelegt hat, ist beachtlich: Nur zwei Jahre vergingen vom ersten Spatenstich in Wangelau bis zum weitgehenden Abschluss der Arbeiten im Amt Lütau. „Es gab auch überhaupt keine Probleme. Weder mit dem Übergang vom bisherigen Anbieter auf den neuen, noch was die bauliche Seite des Anschlusses betrifft“, versichert Amtsvorsteher Gerd Lüttge. Die beste Werbung sei die Mundpropaganda: „Wenn der eine Nachbar dem anderen über den Gartenzaun erzählt, wie gut alles läuft. Derzeit fehlen noch Buchhorst und Lanze, in Schnakenbek sind die Arbeiten fast abgeschlossen.

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Einen Zeitplan für Glasfaser in ganz Lauenburg gibt es noch nicht

Jetzt soll es in Lauenburg es weitergehen. Der Plan: Von Schnakenbek aus geht es zunächst in das künftige Wohngebiet Birnbaumkamp und die umliegenden Straßen. Auf der Seite www.stadtwerke-media.de gibt es eine Übersicht der Straßen des ersten Bauabschnittes und viele weitere Informationen. „Wer sich jetzt

entscheidet, spart die Anschlussgebühr von 800 Euro“, sagt Christin Neumann. Außerdem übernimmt das Unternehmen die Kündigung der alten Verträge und stellt so sicher, dass das Internet im Haus ohne Unterbrechung verfügbar bleibt. Wenn alles läuft, wie geplant, haben die Bewohner des ersten Bauabschnittes bereits in einem Jahr mehr Dampf auf dem Datenhighway.

Wer allerdings nicht in diesem Bereich wohnt, wird sich noch gedulden müssen. Einen Zeitplan für die anderen Wohngebiete in Lauenburg gebe es noch nicht, sagt Möller. Auch in wie viele Bauabschnitte die Stadt aufgeteilt werde, sei noch unklar. Besonders in der Altstadt sei die Sache problematisch. „Hier gibt es uralte Leitungen, die nirgends verzeichnet sind und uns das Leben schwer machen“, meint Möller. Wenn man bei der Errichtung des Hochwasserschutzes ohnehin die Kanäle anfassen muss, wird in diesem Zuge auch Glasfaser verlegt. Doch wann das sein wird, wisse derzeit niemand.

Bürgermeister Andreas Thiede freut sich, dass in Sachen Glasfasernetz nun Bewegung kommt. „Das schnelle Internet ist ein wichtiges Vermarktungskriterium bei der Ansiedlung neuer Unternehmen. Und auch, wer überlegt, sich in Lauenburg ein Baugrundstück zu kaufen, fragt meist zuerst nach einem Glasfaseranschluss“, hat er die Erfahrung gemacht.

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