Lauenburg

Politiker sorgen sich um Wahlmöglichkeit bei Kita-Konzepten

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,Wenn nicht schnell etwas passiert, haben 40 Lauenburger Kinder zum Jahresende keinen Kita-Platz mehr.  Symbolfoto:

,Wenn nicht schnell etwas passiert, haben 40 Lauenburger Kinder zum Jahresende keinen Kita-Platz mehr. Symbolfoto:

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der Lauenburger Elbkita droht die Schließung, die Wabe will dritte Einrichtung bauen. Diskussion um Trägervielfalt in der Stadt.

Lauenburg. Zwei Themen, die sich um die Kita-Landschaft in der Stadt drehen, beschäftigen gerade viele Familien und einige Lauenburger Politiker: Zum einen die drohende Schließung der Elbkita zum Jahresende. Wie berichtet, hat der Eigentümer der alten Albinusschule dem Träger DRK gekündigt. Bisher zeichnet sich für die etwa 40 Kinder keine Lösung ab.

Zum anderen irritiert die Ankündigung des Vereins Wabe, im Schulwald am Buchhorster Weg einen Waldkindergarten zu errichten. Mit der bereits bestehenden Kita am Birnenweg und der geplanten Kita am Glüsinger Weg wäre die Waldkita die dritte Einrichtung, die der Verein in Lauenburg betreibt. Kritiker befürchten, dass Eltern damit zu wenig Auswahlmöglichkeiten bei den pädagogischen Konzepten für ihre Kinder hätten.

CDU schlägt alternative Grundstücke für die Elbkita vor

Die CDU will in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten, Jugend, Sport und Soziales einen Antrag stellen, dass die Stadt der Elbkita bei der Suche behilflich ist. Die Christdemokraten können sich gleich mehrere Grundstücke in der Stadt vorstellen, die dafür infrage kämen – allerdings nur für eine Kita in der bestehenden Zwei-Gruppen-Stärke. Das DRK hatte zuletzt den Wunsch geäußert, einen Neubau für vier Gruppen zu errichten, um wirtschaftlich zu sein.

Schon während der jüngsten Stadtvertretersitzung hatten die Politiker fraktionsübergreifend das kommunale Grundstück zwischen Spitzort und Hardingstraße ins Spiel gebracht. „Um eine Nähe zum neuen Baugebiet Birnenkamp herzustellen, sollte aber auch die Fläche in der Nähe zum Nachbarschaftstreff ToM angeboten werden“, sagt Tim Bienwald. Denkbar sei auch sei auch eine Fläche im Lauenburger Industriegebiet. In diesem Zusammenhang regt der CDU-Stadtvertreter an, auch über die Gründung einer gemeinsamen Betriebs-Kita nachzudenken. Wichtig sei, eine Trägervielfalt der Kitas in der Stadt zu erhalten.

Wählergemeinschaft Unser Lauenburg beklagt mangelnde Transparenz

Die Forderung nach Trägervielfalt ist auch der Ansatz der Wählergemeinschaft Unser Lauenburg. Aber auch der Antrag des Vereins Wabe auf Einrichtung eines Waldkindergartens stößt auf Skepsis. „Drei Kitas in einer Trägerschaft sind zu viel. Wir befürchten, dass das DRK durch die Hintertür verabschiedet werden soll“, sagt der Fraktionsvorsitzende Ralf Storjohann. Eltern bräuchten eine Trägervielfalt und unterschiedliche Konzepte, um entscheiden zu können.

Außerdem kritisiert die Wählergemeinschaft mangelnde Transparenz. Vom Antrag des Vereins Wabe auf einen Waldkindergarten will die Fraktion erst während der Bauschusssitzung am Montag erfahren haben. „Wir haben mit Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass die Verwaltung bis zum 10. August bereits einen Bauantrag erwartet. Zuvor war davon in keiner Ausschusssitzung die Rede“, meint Storjohann. Auch seine Fraktion favorisiert die Fläche Spitzort/Hardingstraße als neuen Standort für die Elbkita.

( er )

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