Hochwasser-Folgen

Weiter Verkehrschaos im Industriegebiet Lauenburg

| Lesedauer: 3 Minuten
Elke Richel
Wiederaufbauhilfe für Industriegebiet -- Straßen werden erneuert

Wiederaufbauhilfe für Industriegebiet -- Straßen werden erneuert

Foto: Karin Lohmeier / BGZ/Karin Lohmeier

Straßensanierung behindert Mitarbeiter ansässiger Unternehmen. Ein Ende ist erst Herbst 2021 in Sicht. Sanierung kostet 6,7 Millionen.

Lauenburg.  Mehr als sieben Jahre ist es her, dass die Altstadt Lauenburgs vom bisher schlimmsten Hochwasser der Stadtgeschichte bedroht wurde. Nicht nur an Privathäusern, auch an der öffentlichen Infrastruktur ist durch die Flut erheblicher Schaden entstanden. Der Untergrund von Straßen weichte auf, Kanäle wurden beschädigt, Versorgungsleitungen in Mitleidenschaft gezogen. Und auf Straßen und Plätzen gab es Versackungen, weil sie von schweren Einsatzfahrzeugen genutzt wurden.

Auch die Straßen im Industriegebiet an den Söllerwiesen haben darunter gelitten. Sie waren während des Hochwassers zwar nicht überschwemmt, ihr Untergrund jedoch aufgeweicht worden. Insgesamt kostet die Sanierung 6,7 Millionen Euro – sie wird komplett aus der Wiederaufbauhilfe des Landes finanziert. Seit eineinhalb Jahren werden deshalb dort Abschnitt für Abschnitt die Straßen aufgerissen.

Bei Arbeitsbeginn und zum Feierabend werden die Mitarbeiter der dortigen Unternehmen auf eine Geduldsprobe gestellt – zeitweise geht überhaupt nichts mehr. „Ich verstehe nicht, was daran so lange dauert. Man kann den Eindruck gewinnen, dass es überhaupt nicht voran geht. Vor Arbeitsbeginn und zum Feierabend ist das Verkehrschaos perfekt“, ärgert sich ein Mitarbeiter der Firma Hansebeton, die ebenfalls im Industriegebiet angesiedelt ist. Besonders die Fahrer schwerer Lkw hätten Probleme, im Industriegebiet überhaupt ans Ziel zu kommen.

Komplizierte Bodenverhältnisse an den Söllerwiesen

Das sich die Arbeiten so lange hinziehen, liegt nach Angaben der Stadt an den besonderen Umständen dieser Baumaßnahme. „Erst haben die Versorgungsbetriebe die Leitungen erneuert und Breitband verlegt, jetzt ist der Straßenbau dran“, erläutert Christian Asboe aus dem Bauamt der Stadtverwaltung. Eigentlich sollten sämtliche Arbeiten Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, doch daraus wird wohl nichts. „Wir befinden uns im Urstromtal der Elbe, und entsprechend kompliziert sind hier die Bodenverhältnisse“, meint Asboe.

Damit es im Ernstfall nicht wieder zu so gravierenden Flutschäden kommt, wird überall eine Dränbetontragschicht eingebaut, darüber kommen dann wieder die Verbundpflastersteine. In erhärtetem Dränbeton befinden sich größere, untereinander verbundene Hohlräume, die im Straßenbau auch zum Abführen von Niederschlagswasser genutzt werden. Saniert werden auf diese Weise Industriestraße, Worléestraße, Söllerstraße, Auwiesen und Hermann-Gebauer-Straße.

Verkehrsführung während Straßenarbeiten ist ein Problem

Auch die Verkehrsführung während der Straßenarbeiten im Industriegebiet sei ein Problem, insbesondere nach dem Großbrand bei Worlée am 15. Mai. „Wir müssen die mögliche Arbeiten an dem abgebrannten Produktionsturm bei der weiteren Planung der Umleitungen berücksichtigen“, sagt Asboe.

Der nächste Bauabschnitt betrifft die Söllerstraße vom Unternehmen Hano Küchen bis zur Firma Zermotech. Die aktuellen Planungen der Stadt gehen davon aus, dass sich die Arbeiten insgesamt noch bis in den Herbst nächsten Jahres hinziehen werden.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg