Politische Diskussion

Droht in Lauenburg ein Überangebot an Kita-Plätzen?

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Elke Richel
Auf der freien Fläche zwischen Hardingstraße und Spitzort könnte die neue Elbkita entstehen.

Auf der freien Fläche zwischen Hardingstraße und Spitzort könnte die neue Elbkita entstehen.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Der Verein Wabe schafft 180 neue Kita-Plätze in Lauenburg. Die Stadt will den DRK-Neubau nun auf zwei Gruppen begrenzen..

Lauenburg.  Auch in der Stadtvertretersitzung am vergangenen Montag saßen sie zahlreich unter den Zuschauern. Zu groß ist die Sorge der Eltern, dass ihre Kinder mit Jahresende ihren Kita-Platz verlieren. Wie berichtet, muss die Lauenburger Elbkita zum Jahresende ihr Domizil in der alten Albinusschule räumen. Die Eigentümer hatten dem Deutschen Roten Kreuz als Träger das Mietverhältnis zum 31. Dezember gekündigt. „Sie können davon ausgehen, dass wir mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten, aber die ist nicht in Sicht“, sagte Bürgermeister Andreas Thiede.

Stadtvertreter Niclas Fischer (LWG) wurde ein bisschen konkreter: „Wir haben im Hauptausschuss erörtert, ob das kommunale Grundstück zwischen Hardingstraße und Spitzort eventuell geeignet sein könnte“, berichtete er. Das 3200 Quadratmeter große Areal möchte die Stadt seit Längerem verkaufen. „Wir haben uns in Gesprächen mit der Stadt auch dieses Grundstück angesehen. Es wäre geeignet, kurzfristig eine Kita in Modulbauweise zu errichten“, sagt DRK-Geschäftsführer Peter Timmermanns.

DRK hat Interesse an Grundstückskauf signalisiert

„Wir können uns eine vorübergehende Lösung nur vorstellen, wenn diese in eine Dauerlösung mündet“, schränkt Thiede ein. Für die DRK ist das kein Widerspruch. „Diese Module sind so beschaffen, dass sie den Ansprüchen einer zeitgemäßen Kita für die nächsten fünf bis zehn Jahre gerecht werden“, hält Timmermanns entgegen.

Das DRK hat aber auch Interesse an einem Grundstückskauf für einen Kita-Neubau signalisiert. Zuviel für Lauenburg? Am Glüsinger Weg will nämlich der Verein Wabe Millionen Euro ebenfalls in einen Kita-Neubau investieren. Hier sollen einmal 180 Plätze entstehen. „Wenn das DRK statt der bisherigen zwei Gruppen eine Neubau für vier Gruppen errichtet“, haben wir eine Überversorgung“, fürchtet Thiede.

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Bis 2030 müssen 70 weitere Kita-Plätze geschaffen werden

„Natürlich müssen wir wirtschaftlich denken. Aber wir können natürlich auch für zwei Gruppen bauen. Dann muss die Stadt allerdings damit rechnen, dass der einzelne Kita-Platz eben teurer wird“, meint Timmermanns. Die Befürchtung, Lauenburg könnte zu viele Kita-Plätze haben, teilt er nicht. Eine Prognose aus dem vergangenen Jahr geht davon aus, dass nahezu alle Kinder den Kindergarten besuchen. Demnach müssten bis 2030 70 weitere Plätze geschaffen werden. Mit dem Wabe-Neubau wäre dieser Bedarf zwar mehr als gedeckt Nicht berücksichtigt ist in der Prognose allerdings, dass gerade am westlichen Stadtrand das Wohnbaugebiet Birnbaumkamp entsteht, wo viele junge Familien leben werden. „Da muss man doch perspektivisch denken und den Eltern eine Auswahl an pädagogischen Konzepten anbieten“, sagt Timmermanns vor dem Hintergrund, dass die Wabe am Birnenweg bereits eine Einrichtung betreibt.

Den Eltern der 40 Kinder aus der Elbkita hilft der geplante Wabe-Neubau ohnehin nicht weiter. Erst im Mai hat die Politik nämlich den Bebauungsplan beschlossen.

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