Scheitert der Ausbau?

Interesse an schnellem Internet ist in Lauenburg verhalten

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Eine Straßenübersicht über den ersten Bauabschnitt gibt es auf der Webseite der Stadtwerke Media. Danach soll es im Stadtgebiet weitergehen.

Eine Straßenübersicht über den ersten Bauabschnitt gibt es auf der Webseite der Stadtwerke Media. Danach soll es im Stadtgebiet weitergehen.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Ein Infomobil soll das Interesse an Glasfaseranschluss im ersten Bauabschnitt ankurbeln. Bisher haben sich nur 73 Haushalte gemeldet.

Lauenburg.  Scheitert der Ausbau des Glasfasernetzes in Lauenburg schon in der ersten Bauphase? „Bisher haben von 700 Haushalten nur 73 Interesse angemeldet“, bedauert Denis Recknagel, Vertriebsleiter bei den Versorgungsbetrieben Elbe. Das sei viel zu wenig, um einen wirtschaftlichen Ausbau betreiben zu können, die Mindestquote liege bei 35 Prozent. Das Problem: Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen gab es bisher keine der sonst üblichen Informationsveranstaltungen, wo am schnellen Internet Interessierte Fragen loswerden können.

Eigentlich ist die Anmeldefrist längst abgelaufen, aber aufgrund der besonderen Umstände können sich die künftigen Bewohner es neuen Wohngebietes Birnbaumkamp und der umliegenden Straßen (siehe Karte) noch bis zum Monatsende entscheiden, ob sie den Anschluss haben möchten. Mittlerweile hatten die betreffenden Haushalte auch ein Schreiben im Briefkasten mit entsprechenden Hinweisen. „Wir wissen natürlich, dass es besser ist, im persönlichen Kontakt Fragen stellen zu können. Deshalb werden wir am 9. und 16. Juli vor dem Lauenburger Kundenzentrum an der Grünstraße ein Infomobil aufstellen“, kündigt Recknagel an. Außerdem könnten Interessierte sich jederzeit im Kundenzentrum über Details zum geplanten Glasfaserausbau informieren.

Gemeinden des Amtes Lütau bereits ans Glasfasernetz angeschlossen

In Hochgeschwindigkeit surfen, Riesendateien versenden oder Filme in hoher Qualität per Streamingdienst über den Fernseher anschauen – das ist in vielen Regionen Deutschlands noch immer nicht möglich. Wer in einer Gemeinde des Amtes Lütau wohnt, hat diese Sorge nicht: Die Versorgungsbetriebe Elbe haben mit ihrem Tochterunternehmen Elbe Media GmbH die Anschlussarbeiten dort bereits abgeschlossen.

Jetzt soll es eigentlich in Lauenburg es weitergehen. Der Plan: Von Schnakenbek aus geht es zunächst in das künftige Wohngebiet Birnbaumkamp und die umliegenden Straßen. Auf der Seite www.stadtwerke-media.de gibt es eine Übersicht der Straßen des ersten Bauabschnittes und viele weitere Informationen. Wer sich jetzt entscheidet, spart die Anschlussgebühr von 800 Euro. Im Industriegebiet Aue- und Söllerwiesen sind die ersten Absprachen mit den ansässigen Unternehmen bereits zu Jahresbeginn erfolgt. „Die Resonanz war gut und der Bedarf an schnelleren Internetleitungen groß“, bestätigt Recknagel. Hohe Priorität habe auch das Gewerbegebiet Juliusburger Landstraße, in dem bisher allerdings nur ein Unternehmen ansässig ist. Wie berichtet, rechnet die Stadt damit, dass die Erschließung des Areals erst in drei bis vier Jahren abgeschlossen sein wird. Um Unternehmen für diese Flächen zu begeistern, „ist schnelles Glasfaser ein wichtiger Standortfaktor“, sagt Recknagel.

Versorgungsbetriebe Elbe wollen an Ausbauplänen festhalten

Trotzdem die Resonanz in Lauenburg bisher sehr verhalten ist, wollen die Versorgungsbetriebe Elbe und ihr Tochterunternehmen an den Ausbauplänen derzeit noch festhalten. „Gerade in der aktuellen Situation sieht man ja, dass Homeoffice-Lösungen in Zukunft noch eine stärkere Rolle spielen werden“, so Recknagel. Sobald die Mindestanschlussquote erreicht ist, wird in dem jeweiligen Bereich mit dem Ausbau des Gigabitnetzes in Lauenburg begonnen. Informationen gibt es online, Vertragsunterlagen per Post.

( er )

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