Am Fürstengarten

Passt das Hotel zu Lauenburgs Kleinstadtflair?

| Lesedauer: 4 Minuten
Elke Richel
Mit einer Simulation wollen Lauenburgs Grüne verdeutlichen, welche Dimension das Hotelprojekt annehmen könnte, sollte der Bebauungsplan so beschlossen werden. 

Mit einer Simulation wollen Lauenburgs Grüne verdeutlichen, welche Dimension das Hotelprojekt annehmen könnte, sollte der Bebauungsplan so beschlossen werden. 

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Noch hat der Investor des Hotels am Fürstengarten seine Pläne nicht offengelegt. Ein neuer B-Plan könnte ihm viel Spielraum lassen.

Lauenburg. Flächennutzungsplan und Bebauungsplan – beide Dokumente zum Hotel am Fürstengarten müssen noch einmal die baurechtlich vorgeschriebenen Stufen durchlaufen. Wie berichtet, hat die 2018 gegründete Hotelgesellschaft am Fürstengarten Lauenburg mbH den ursprünglichen Plan noch einmal komplett überarbeiten lassen. Im Januar dieses Jahres wollte die Verwaltung den Entwurf des geänderten Bebauungsplanes beschließen lassen. Die Politik hatte die Vorlage aber in die Warteschleife geschickt. Zunächst solle der Investor seine Pläne offen legen.

Politik will konkrete Pläne des Investors sehen

Welchen Gestaltungsspielraum der neue Bebauungsplan – sollte er so beschlossen werden – den Planern lässt, haben die Grünen jetzt in einer Visualisierung dargestellt. Aus verschiedenen Perspektiven wird die Dimension des Gebäudes deutlich, sollte der Investor alle Möglichkeiten ausschöpfen wollen. „Wir wollen eine Diskussion darüber anregen, wie das Bauvorhaben im schlimmsten Fall aussehen könnte. „Es war genug Zeit. Aber vielleicht legt der Investor ja jetzt seine Pläne endlich offen“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Thorsten Pollfuß. Das war nämlich die große Frage während der Stadtvertretersitzung im Januar: Wie soll denn das Hotel überhaupt aussehen? „Es gibt noch keine Pläne, was den Hochbau betrifft“, sagte Bauamtsleiter Reinhard Nieberg während der Sitzung vor vier Monaten, versicherte aber, dass er keine größeren Konflikte sehe, die sich aus dem Denkmalschutz ergeben könnten. Dem hatte unter anderem André Peylo (SPD) entgegen gehalten: „Wenn sich die Planer mit den Denkmalschützern zusammengesetzt haben, gibt es doch sicher einen Entwurf, über den gesprochen wurde.“ Nach einer Sitzungsunterbrechung und lebhafter Diskussion waren sich die Fraktionen einig: Der Satzungsbeschluss über den Bebauungsplan wird erst gefasst, wenn ein Planungsentwurf für das Hotel vorliegt.

Hotel könnte fünf Meter höher als MC Modezentrum werden

Der neue Entwurf des Bebauungsplanes sieht in groben Zügen folgende Änderungen vor: Demnach will der Vorhabenträger das Hotel „im Premiumsegment“ mit Servicewohnungen östlich des Fürstengartens ausrichten. Schon im Januar war Pollfuß mitnichten begeistert von den Änderungswünschen. „In der früheren Planung waren die Objekte viel kleinteiliger. Wir sollten den Investor einladen und auch die Öffentlichkeit einbinden“, forderte er.

Mittlerweile hat er ausgerechnet: Die Gebäude könnten das Gebäude des MC Modecentrums um mehr als fünf Meter überragen und die angrenzenden, meist zweigeschossigen Wohn- und Geschäftshäuser sogar bis zu 15 Meter. Die Simulation ist ab sofort online auf der Seite www.gruene-kv-lauenburg.de/ov-lauenburg-luetau einsehbar. Außerdem läuft die Visualisierung im Schaufenster des Kultur-Antiquariats an der Berliner Straße 2.

Kontroverse Diskussion in sozialen Netzwerken

Bei der Stadt stößt die Visualisierung des Projektes auf großes Interesse. „Die Darstellung ist eine gute Diskussionsgrundlage“, sagt Bauamtsleiter Reinhard Nieberg, auch wenn die Visualisierung nicht in allen Details die Festlegungen des Bebauungsplanes aufgenommen habe. Er gehe davon aus, dass zur Stadtvertretersitzung im Juni auch über detaillierte Pläne des Hotelbaus diskutiert werden könne. Thorsten Pollfuß hat da aber so seine Befürchtungen: „Es sollte in keinem Fall so ablaufen, dass wenige Tage vor der Sitzung etwas vorgelegt wird und dann ein vermeintlicher Zeitdruck aufgebaut wird, dass nun ganz schnell entschieden werden müsse.“

In den sozialen Netzwerken wird die Visualisierung lebhaft und kontrovers diskutiert. Während die einen begrüßen, dass jetzt endlich Bewegung in die Sache komme, wünschen andere ein Gebäude, das mehr den Kleinstadtcharakter Lauenburgs unterstreicht. Und nicht wenige zweifeln daran, dass das seit 2012 geplante Hotelprojekt überhaupt noch realisiert wird.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg