Lauenburg

„Elbe Pegel 959“ im Comicformat

| Lesedauer: 4 Minuten
Vanessa Drossel zeichnet seit mehr als 15 Jahren Comics. Dabei hat sie eine Vorliebe für Blaulicht-Geschichten. Der ersten Comic für das Technische Hilfswerk basiert auf der Elbeflut in Lauenburg vor sieben Jahren.

Vanessa Drossel zeichnet seit mehr als 15 Jahren Comics. Dabei hat sie eine Vorliebe für Blaulicht-Geschichten. Der ersten Comic für das Technische Hilfswerk basiert auf der Elbeflut in Lauenburg vor sieben Jahren.

Foto: THW Bundesvereinigung e.V.

Vanessa Drossel setzt das Technische Hilfswerk und das Hochwassers 2013 in Lauenburg künstlerisch in Szene. Eine Kostprobe.

Geesthacht. Das Herz von Vanessa Drossel (31) schlägt gleich für zwei Dinge: Zum einen für das Technische Hilfswerk (THW) und zum anderen für das Zeichnen von Comics. Jetzt hat sie ihre beiden größten Leidenschaften vereint und einen Comic über das THW veröffentlicht. Es ist der erste Comic über die Arbeit des Technischen Hilfswerks und trägt den Titel „Elbe Pegel 959. Ein kurzes Jahrhundert“. Das Besondere: Die Geschichte spielt zum größten Teil in Lauenburg an der Elbe und bezieht sich auf die Hochwasser-Katastrophe im Jahr 2013.

Die 31-Jährige kam 2013, kurz nach der „Jahrhundertflut“ in Lauenburg, zum THW-Ortsverband Kiel und engagiert sich seitdem ehrenamtlich als Helferin im Zugtrupp. 2014 bis 2015 leistete sie ihren Bundesfreiwilligendienst in der Dienststelle des THW-Landesverbandes Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sowie in der Regionalstelle Schleswig ab. „Seit vier Jahren arbeite ich nun hauptberuflich beim THW in Kiel“, sagt Vanessa Drossel. Eine Verbindung zu Lauenburg hat sie aber trotzdem: Sie ist auf der anderen Elbseite in Niedersachsen aufgewachsen und besuchte von dort aus öfter Lauenburg.

Hauptfigur im Comic ist THW-Neuling Sven

In dem Comic geht es um einen typischen Einsatz des THWs aus Sicht der Einsatzkräfte. Die Hauptfigur der Geschichte ist Sven, der sich erst seit Kurzem als Ehrenamtlicher beim THW engagiert, und die fiktive Elbeflut 2018 ist sein erster großer Einsatz. Mit dem Team des Ortsverbands Kiel wird er im Lauenburgischen eingesetzt. Der Deich muss gesichert und Treibgut geborgen werden, um die Bewohner der Region vor den Wassermassen zu bewahren. Der Einsatz ist anstrengend, und nicht immer ist Sven sich sicher, ob er wirklich eine Hilfe ist – aber zum Nachdenken bleibt wenig Zeit, denn der Pegel der Elbe steigt unerbittlich …

Um die Situation in Lauenburg so gut wie möglich skizzieren zu können, hat Drossel ihre THW-Kameraden befragt, die damals vor Ort waren. „Außerdem besuchte ich regionale Schauplätze, machte Skizzen und entwickelte Charaktere für den Comic“, sagt sie. Danach schrieb sie ein sogenanntes Storyboard.

Anfangs Mangas, dann Blaulicht-Comics gezeichnet

Das besondere bei Drossels Arbeit ist, dass die 31-Jährige fast komplett analog vorangeht. Das heißt: Die Farben und Linien im Comic selbst entstehen mit Stiften. Nur die Texte und Logos werden später digital eingefügt. „Ist eine Seite fertig, wird sie online gestellt oder direkt zum Verlag geschickt“, erzählt die freiwillige Helferin, die schon seit mehr als 15 Jahren Buntstifte und Bleistift zückt.

Als Jugendliche habe sie angefangen Mangas zu zeichnen, danach kamen viele Blaulicht-Comics. „Meinen ersten langen Comic habe ich in der Oberstufe angefangen zu zeichnen und ihn im Zeitraum von sechs Jahren online veröffentlicht. Jede fertige Seite wurde sofort hochgeladen“, sagt sie.

Vanessa Drossel fährt zum Internationalen Comic-Salon

Die erste Auflage des Comics „Elbe Pegel 959. Ein kurzes Jahrhundert“ ist von der THW-Bundesvereinigung gefördert worden. Alle 668 Ortsverbände und ihre THW-Jugendgruppen haben jeweils 20 Exemplare kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen. Man erhoffe sich, dadurch Menschen zu erreichen, die ehrenamtlich tätig werden wollen. „Somit können wir vielleicht Werbung für unsere Arbeit beim THW machen“, sagt Vanessa Drossel, die schon zwei weitere Geschichten beim Zwerchfell-Verlag eingereicht hat. „Dabei geht es aber nicht um das Ehrenamt“, sagt sie .

Der eine Comic sei ein Krimi und der spiele in Berlin. Die zweite Geschichte ist eher etwas Fantasy. „Es geht um die katholische Kirche und den Tempelordnen in der Neuzeit.“ Welches Projekt als nächstes auf dem Zettel steht, weiß Drossel noch nicht genau. Das Zeichnen ist nur eine Nebentätigkeit für sie. Allerdings stehe dafür fest, dass sie aus dem hohen Norden nach Bayern fahren wird. Vanessa Drossel wird den 19. Internationalen Comic-Salon in Erlangen besuchen, der vom 11. bis 14. Juni stattfindet. Dann will sie noch einmal Werbung für sich und ihre Arbeit, aber auch besonders für die Arbeit des THWs machen.

„Elbe Pegel 959. Ein kurzes Jahrhundert“ gibt es für 12 Euro auf www.kwimbi.de zu kaufen. Es ist ein Softcover-Buch mit 76 farbigen Seiten.

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