Feuer auf Resthof

Vom Wohntrakt blieb nur ein großer Schuttberg

Wohntrakt (rechts) und Scheune (links) liegen in Trümmern. Das Haupthaus konnte gerettet werden.

Wohntrakt (rechts) und Scheune (links) liegen in Trümmern. Das Haupthaus konnte gerettet werden.

Foto: Timo Jann

Schnakenbek. Sechs Stunden dauerten die Löscharbeiten auf dem Resthof. Der Bewohner des Nebengebäudes hat alles verloren.

Schnakenbek.  Sechs Stunden dauerten die Löscharbeiten auf dem Resthof am Papenkamp in Schnakenbek. Erst nachdem ein Bagger Trümmer eingerissen hatte, konnten die um 17.33 Uhr am Mittwoch alarmierten Feuerwehrleute letzte Brandnester gefahrlos ablöschen. Wasser musste ganz aus der Glüsinger Straße über fast 1000 Meter zu dem abgelegenen Brandort gepumpt werden. Die Ursache des Großfeuers ist derweil noch unklar. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

Am Donnerstag wurde das Ausmaß des verheerenden Brandes erst deutlich. Von der Scheune steht nur noch der linke Flügel, der ganze rechte Teil mit einer Wohnung sowie ein angebauter Wohntrakt liegen in Trümmern. Der Bewohner des Gebäudeteils hat alles verloren, was er hatte. Polizeibeamte brachten ihn abends zunächst in einer Notunterkunft in Lauenburg unter.

Laut einer gemeinsamen Information von Staatsanwaltschaft Lübeck und Polizei wird der Sachschaden derzeit auf 80.000 Euro beziffert. Er dürfte jedoch höher liegen, weil einige Teile noch nicht betreten werden konnten, so Frank Gauglitz von der Polizeidirektion Ratzeburg.

Sohn der Bauern hat lebenslanges Wohnrecht

„Der Mann braucht jetzt dringend Hilfe. Allein ist er mit der Situation bestimmt überfordert“, sagt Hofbesitzer Ted Kirchhoff. Er hatte mit seiner Frau Anne, die einige Pferde hält und Pferdephysiotherapeutin ist, den Hof 2011 gekauft. Ihr Mitbewohner im Nebengebäude – der Sohn der Bauern, die in den 1980er-Jahren hier einen Geflügelhof betrieben hatten – besitzt lebenslanges Wohnrecht. „Kontakt hatten wir kaum, er ist vom Typ her schon eher ein Eigenbrötler“, sagt Kirchhoff. Der Mann habe sich sehr abgeschottet.

Dank und Lob an die Feuerwehr

Der Trümmerhaufen der abgebrannten und eingerissenen Ruine erstreckt sich auf etwa 20 mal 30 Meter. Der Brandschutt ist weithin zu riechen. „Wir sind so froh, dass niemand verletzt wurde und unser Haus erfolgreich geschützt werden konnte“, berichtet Anne Kirchhoff. Ihr Mann lobt ausdrücklich die Feuerwehr. „Die waren alle so schnell hier und haben gleich unser Wohnhaus mit Wasser abgeriegelt. Dorthin drückte der Wind Feuer und Rauch, da hatten wir echt Glück“, sagt Kirchhoff. 120 Feuerwehrleute hatte die Leitstelle nach Schnakenbek geschickt.

Wie es jetzt weitergehen kann, weiß Kirchhoff noch nicht. So weiß er nicht um die Versicherung für den Bereich mit dem Wohnrecht seines Nachbarn. Daran hängen Fragen im Zusammenhang mit Abbruch und eventuell Neuaufbau auf dem Resthof.