Arbeitslosigkeit

Politischer Streit um Jobcenter in Lauenburg

ARCHIV: Eine Mitarbeiterin der Agentur fuer Arbeit arbeitet in ihrem Buero hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Bundesagentur

ARCHIV: Eine Mitarbeiterin der Agentur fuer Arbeit arbeitet in ihrem Buero hinter einem Aufsteller mit dem Logo der Bundesagentur

Foto: Jens Schlueter / ddp

Lauenburg. Braucht Lauenburg einen Außenstelle des Jobcenters? Darüber ist nun erneut ein politischer Streit ausgebrochen.

Lauenburg.  Politische Vorstöße gab es schon einige, aber bisher stehen die Chancen nicht besonders gut, dass in Lauenburg eine Außenstelle des Jobcenters Geesthacht eingerichtet wird. Wie schon 2010 hatte die Kreistagsfraktion der Linken in der vergangenen Woche wieder einen entsprechenden Antrag eingebracht. Unterstützung gab es von SPD und Grünen, die CDU war dagegen. Das Thema wurde nach heftiger Diskussion den Sozialausschuss verwiesen.

Einzige Stadt im Kreis ohne Jobcenter

„Es ist nicht hinnehmbar, dass Lauenburg als einzige Stadt im Kreis kein Hilfsangebot vor Ort hat“, kritisiert der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Jens Meyer. Der Lauenburger Anwalt, der auch in der Stadtvertretung sitzt, kennt das Problem nicht nur aus seiner politischen Arbeit, sondern auch aus seinem Berufsalltag. „Ich vertrete Menschen, die in bestimmten Situationen Termine beim Jobcenter nicht eingehalten haben, weil sie kein Geld für den Bus nach Geesthacht hatten“, sagt er. Deshalb will er auch das Argument nicht gelten lassen, das Fahrgeld werde den Betroffenen erstattet. Derzeit sind das 5,82 Euro für Hin- und Rückfahrt.

Fahrgeld muss verauslagt werden

„Viele Menschen können diese Summe nicht verauslagen“, weiß Meyer.

Die Forderung, in Lauenburg eine Außenstelle des Jobcenters einzurichten, hat die Stadtvertretung mehrfach fraktionsübergreifend bekräftigt. Eine Resolution im Februar 2012 wurde durch das Jobcenter Herzogtum Lauenburg abgelehnt. Selbst der Kompromissvorschlag, in der Stadt wenigstens eine wöchentliche Beratung einzurichten, stieß nicht auf offene Ohren.

Und auch heute gibt es wenig Verständnis von der Agentur für Arbeit für das Ansinnen aus Lauenburg. „Mit der Zahl der Arbeitslosen schrumpft logischer Weise auch die Zahl unserer Mitarbeiter. Da ziehen wir uns eher aus der Fläche zurück, als neue Stadtorte zu eröffnen“, sagte in der vergangenen Woche Dennis Gabriel, Leiter der Geschäftsstelle Geesthacht, gegenüber unserer Zeitung.

Neuer politischer Vorstoß

„Wir werden jetzt einen neuen politischen Vorstoß unternehmen“, kündigt Meyer an. Er ist sich sicher, in der Stadtvertretung bei diesem Thema alle Fraktionen hinter sich zu haben. Anders als jetzt im Kreistag, hatte sich die Lauenburger CDU vor acht Jahren ebenfalls für eine Außenstelle des Jobcenters stark gemacht. „Wer hier vor Ort ist, weiß, wie wichtig ein derartiges Hilfsangebot ist. Lauenburg hat im Kreis noch immer die größten Probleme auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Meyer.