Bundesjugendballett

Den eigenen Körper beim Tanz neu erleben

Büchen.  Beim Thema Ballett denken die meisten Menschen vor allem an elfengleiche Wesen in zartem Tütü, die komplizierte Tanzschritte zeigen wie Plié oder Arabesque.

Beim Workshop des Bundesjugendballetts an der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule ging es ganz anders zu. Organisiert hatte Musikpädagogin Silke Jentzsch dieses Projekt: „Ich habe das Ballett in Mölln erlebt und war fasziniert. Tanzen ist immerhin eine der ältesten Ausdrucksformen der Menschheit.“

Während der Workshops, die regelmäßig in Schulen und Kindergärten angeboten werden, gehen die ausgebildeten Tänzer einfühlsam auf die Wünsche und Fähigkeiten der Teilnehmer ein. Hauptanliegen des Projekts: Menschen unterschiedlicher Herkunft durch Bewegung zusammenzubringen. Im Bundesjugendballett tanzen acht Profitänzer von 18 bis 23 Jahren, aus sieben Nationen miteinander.

Ballettmeister Raymund Hilbert nahm den Schülerinnen und Schülern, die sich in Büchen für den Workshop eingetragen hatten, gleich die Scheu. Die Profis, wie die Schüler in legerer Sportbekleidung, mischten sich unter die Teilnehmer. Raimund Hilbert startete mit Übungen, die das Bewusstsein der Schüler für ihren eigenen Körper wecken sollten. Immer wieder fügte er Entspannungselemente ein.

Mit geschlossenen Augen sollten die Teilnehmer Verspannungen in ihrem Körper ertasten und versuchen, diese durch sanftes Ausstreichen zu lösen. Dann das genaue Gegenteil: Kraftvolles Auftreten beim Durchschreiten des Raumes, dabei Blickkontakt mit anderen Teilnehmern halten und Berührungen zulassen, wenn es dem eigenen Körpergefühl nicht entgegenstand.

Zum Schluss zeigten die Profitänzer in einer improvisierten Choreographie, wie sich die erlernten Elemente harmonisch miteinander verbinden lassen.

Für den 17-jährigen Paul Wacker war der Workshop zwar ein „spannende Erfahrung“, doch Ballett werde künftig trotzdem nicht zu seinen Hobbys zählen. Der gleichaltrigen Mira Thimian gefielen hingegen die ungewöhnlichen Körperübungen. Für Elftklässler Leon Schmidt waren es nicht nur die tänzerischen Aspekte, die ihm ganz neue Erfahrungen brachten: „Die Entspannungsübungen kann man auch gut in den Alltag integrieren. Die werde ich mir auf jeden Fall merken“, sagte er.