Lauenburg.

Domizil der Feuerwehr zu klein und nicht sicher

Katastrophenschutzzentrum Masterplan soll Bedingungen für Retter verbessern

Lauenburg.  Nachwuchsgewinnung, Verwaltungsaufgaben, Dokumentationen erstellen, die Feuerwehr für Interessierte attraktiver machen sowie der Neubau des Katastrophenschutzzentrums (K-Zentrum) – das sind die Hauptaufgaben, die bei Lauenburgs Feuerwehr in den kommenden Jahren anstehen.

„Wie prognostiziert, ist die Einsatzzahl weiter gestiegen“, berichtete Feuerwehrchef Lars Heuer während der Mitgliederversammlung im K-Zentrum an der Reeperbahn. 215-mal waren die Ehrenamtlichen 2018 im Einsatz – ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und der Trend werde anhalten, ist Heuer überzeugt. Dem sei nur mit mehr Personal und vor allem einer modernen Unterkunft zu begegnen. Ein Masterplan, den die Politik 2018 beschlossen hatte, soll für das K-Zentrum erstellt werden. An einem Neubau führt wohl kaum ein Weg vorbei, um für eine zeitgemäße Wache zu sorgen.

Verstoß gegen rechtliche Bestimmungen

„Die Mittel sind begrenzt, aber dafür werden wir sie wohl aufbringen müssen“, sagte Bürgermeister Andreas Thiede. Heuer mahnte, die beengten Platzverhältnisse und Verstöße gegen Unfallverhütungsvorschriften seien nicht länger hinnehmbar. In Schwarzenbek ist man diesbezüglich schon weiter, dort ist erforderliches Geld bereitgestellt.

„Das Ehrenamt Feuerwehr ist nicht mit anderen vergleichbar“, machte Heuer vor zahlreichen Gästen deutlich. 365 Tage rund um die Uhr seien seine Feuerwehrleute jederzeit quasi „auf dem Sprung“, um in Notfällen zu helfen. „Wir müssen gemeinsam mit Politik und Verwaltung die Kuh vom Eis holen und brauchen eine zukunftsorientierte Lösung“, machte der Wehrführer deutlich. Denn, so sein Hinweis: Würden Mitglieder wegen der Umstände in Lauenburg abspringen, wären allein 19 hauptamtliche Mitarbeiter nötig, um die geleisteten 36.450 Einsatzstunden zu bewältigen. „Wir werden nicht müde werden, wir müssen bei der Unterkunft am Ball bleiben“, versicherte Thiede.

Technisch ist die Feuerwehr mittlerweile gut aufgestellt, 2020 soll noch ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt werden. Außerdem soll bald neue Schutzbekleidung beschafft werden.

„Ich finde stark, was ihr macht“, lobte Katharina Bunzel (Grüne) die Feuerwehrleute. Wie Martin Scharnweber (SPD) und Gerhard Pehmöller (CDU) informierte sich die Politikerin vor den anstehenden Entscheidungen zum Masterplan aus erster Hand.

Die 74 anwesenden Einsatzkräfte wählten schließlich Lars Heuer deutlich mit 56 Stimmen für eine zweite Amtszeit. Sein Gegenkandidat Florian Grundmann bekam 16 Stimmen. Stellvertreter von Heuer bleibt Dennis Lühr. Christian Blöss wurde zum neuen Gruppenführer gewählt.