Beschluss

Politik stellt Fahrplan für Weingartenschule auf

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Elke Richel
Die bauliche Situation in der 1881 erbauten Weingartenschule ist nicht mehr zeitgemäß.

Die bauliche Situation in der 1881 erbauten Weingartenschule ist nicht mehr zeitgemäß.

Foto: Elke Richel / BGZ / Elke Richel

Lauenburg. Lauenburgs Politik einigt sich, die räumliche Situation der Weingartenschule zu verbessern. Jetzt ist die Verwaltung am Zug.

Dass es in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Montagabend einen einmütigen Beschluss zur Weingartenschule geben würde, war unwahrscheinlich. Immerhin hatten SPD, Grüne und Unser Lauenburg (UL) je einen Antrag eingereicht, die Lauenburger Wählergemeinschaft (LWG) reichte ihren am Sitzungsabend nach.

Der kleinste gemeinsame Nenner: Die räumliche Situation in der 1881 gebauten Weingartenschule ist nicht geeignet, modernen Unterricht zu gestalten. Eine Raumbedarfsplanung vor zwei Jahren hatte ergeben, dass der Schule 2000 Quadratmeter fehlen. Ursprünglich wollte die Stadt das Problem mit einem viergeschossigen Anbau lösen. Doch die Förderung des Landes platzte (wir berichteten).

Vier Anträge zum Thema Weingartenschule

Der SPD hätte ein Anbau ohnehin nicht ausgereicht. „Die Klassenzimmer im Altbau sind 45 Quadratmeter groß. Die gesetzliche Mindestvorgabe sind aber 60 Quadratmeter“, erläuterte Fraktionsvorsitzender Martin Scharnweber. Kernaussage des SPD-Antrags: Sollten sich zeitgemäße Bedingungen im Altbau nicht schaffen lassen, müsse ein Neubau errichtet werden, gegebenenfalls am anderen Standort. Die Grünen dagegen wollten die Schule am jetzigen Standort belassen, als Neubaufläche sollten entweder Nachbargrundstücke dazu gekauft oder die heutige Weingartenstraße umgewidmet werden.

Der Vorschlag der Wählergemeinschaft Unser Lauenburg: Neu bauen an anderer Stelle, gegebenenfalls durch einen privaten Investor. Damit fiel die Fraktion bei allen anderen durch. „Das lehnen wir auf jeden Fall ab“, sagte Niclas Fischer, Sprecher der LWG. Der als Tischvorlage eingereichte Antrag seiner Fraktion orientierte sich weitgehend an dem der SPD.

Politik findet Kompromiss

Schulleiterin Susanne Werger-von Bergen, die mit ihren Kollegen die Sitzung verfolgte, hatte in diesem Moment wohl kaum damit gerechnet, dass es eine Einigung geben würde. Doch dann zog Scharnweber einen weiteren Antrag aus der Tasche – einen Zusammenguss aller Vorschläge. Wichtigste Punkte: Der Standort der Schule wird beibehalten, das Hauptgebäude in die Planung einbezogen, sodass dort Klassenräume in ausreichender Größe entstehen. Mit Ausnahme des Hauptgebäudes sollen alle Nebengebäude durch Neubauten ersetzt werden.

Die Sitzungsunterbrechung brachte den Durchbruch, der neue SPD-Antrag wurde mit einer Enthaltung (Unser Lauenburg) einstimmig angenommen. Bauamtsleiter Reinhard Nieberg zeigte sich gestern erleichtert: „Damit habe ich nicht gerechnet. Wir haben jetzt einen Fahrplan in der Tasche, auf dessen Grundlage wir den Masterplan für die Schule entwickeln und uns um Fördermittel bemühen können“, freute er sich.

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