Dauerausstellung

Lauenburger Friedhof: Trost finden inmitten von Kunst

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Timo Jann
Anfassen ist bei den Werken von Edith Breckwold ausdrücklich erlaubt.

Anfassen ist bei den Werken von Edith Breckwold ausdrücklich erlaubt.

Foto: Timo Jann

Lauenburg Mit neun Skulpturen von Edith Breckwoldt wurde am Sonnabend der Kunstpfade auf dem Lauenburger Friedhof eingeweiht.

„Für uns ist das hier ein Meilenstein. Erst war die Idee ja sehr abstrakt, aber jetzt ist es nicht nur dekorativ, sondern ergibt auch einen tieferen Sinn“, erklärt Barbara Aust-Wegemund, die Kuratorin der Breckwoldt-Stiftung. Sie ist vom neuen Kunstpfad auf dem Lauenburger Friedhof, den hauptsächlich Skulpturen von Edith Breckwoldt (1937-2013) prägen, absolut begeistert. Am Sonnabend wurde der Kunstpfad eingeweiht.

Künstlerin in Lauenburg geboren und aufgewachsen

Breckwoldt war eine Tochter des Lauenburger Tankschiffreeders Christoph Burmester. 1959 zog sie nach Hamburg und heiratete Frank Breckwoldt. Erst in den 1990er-Jahren kam sie zur Kunst und erschuf groß- und kleinformatige Skulpturen, die um die Themen Frieden und Gemeinsamkeit kreisen. Die Breckwoldt-Stiftung hat sich unter anderem die Förderung der Künste zur Aufgabe gemacht. Vor zwei Jahren gab es einen ersten Kontakt zwischen Stadt und Stiftung – jetzt kam die Kunst der früheren Lauenburgerin quasi nach Hause.

Kunstpfad soll noch erweitert werden

„Es ist beeindruckend, was hier entstanden ist“, sagte Andrea Kastner bei einem Rundgang über den Friedhof. Neun Skulpturen von Edith Breckwoldt und lyrische Kugeln der Borstorfer Künstlerin Heidrun Kuretzky zieren jetzt den Friedhof. „Uns ist es gelungen, das Lebenswerk von Edith Breckwoldt nach Lauenburg zu holen“, sagte Gerhard Pehmöller, Vorsitzender des Bürgervereins „Pro Lauenburg“. Denn die Stadt und der Verein haben weitere Skulpturen der verstorbenen Künstlerin eingelagert, der Kunstpfad soll über das Gelände des Friedhofs hinaus noch erweitert werden.

Unter dem Projektnamen „KulturMagnet Lauenburg – Ein Quantensprung auf dem Weg zu neuer Tourismus-Qualität“ hatte sich die Stadt 2016 um Zuschüsse beworben, um Kunst und Kultur über Künstlerhaus, Kunstpfad und Stadtgalerie zu fördern.

Skulpturen integriert in Friedhofsgestaltung

Immerhin der Kunstpfad nimmt jetzt Form an. „Lauenburg ist eine Stadt, in der Kunst Tradition hat“, erinnerte Bernd K. Jacob von der Friedhofsverwaltung an die Skulptur des Rufers „Die Wartenden“ vor der Post oder „Hans im Glück“ an der Jugendherberge. Er kündigte an, dass im Frühjahr noch eine Bepflanzung folgen soll. Jacob: „Als die Idee vor zwei Jahren aufkam, konnten wir uns gleich gut vorstellen, hier etwas aufzubauen.“ Logistik, Transport und Lagerung waren nicht ganz einfach, außerdem mussten sichere Fundamente entstehen. Doch heute zeigen sich die Skulpturen im Friedhof bereits gut integriert.

Wenn Worte in der Trauer nicht helfen würden, dann könnte die Kunst helfen, meinte Pastorin Sara Burghoff in ihrer Ansprache vor den Gästen zur Einweihung des Kunstpfads. „Es ist ein Geschenk, zu wissen, dass es auch die Kunst als Hilfsmittel in der Trauer gibt“, sagte sie. Der liebevoll gepflegte Friedhof habe nun so etwas wie einen Parkcharakter entwickelt – es gibt viel zu entdecken.

Jürgen Plagemann war mit Edith Breckwoldt zur Schule gegangen und ist besonders stolz auf ihre Werke. „Es passt hier gut her“, sagte er. „Ein tolle Sache“, fand auch seine Frau Marlene.

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