Illegale Müllentsorgung

Ratten erobern ehemaliges Kleingarten-Idyll

Illegale Müllentsorgung an der Berliner Straße

Illegale Müllentsorgung an der Berliner Straße

Foto: Karin Lohmeier / BGZ

Lauenburg. Das brachliegende Gelände neben dem Walter-Gerling-Haus an der Berliner Straße hat sich zu einer illegalen Mülldeponie entwickelt.

Früher pflegten hier Kleingärtner ihre Beete – jetzt gleicht die Fläche einer vermüllten Mondlandschaft.– sehr zum Ärger von Verwaltung und Anwohnern. „Die Leute fahren mitten in der Nacht mit ihrem Anhänger vor und laden ihren Unrat da ab“, sagte einer der Nachbarn in der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses. Und er fragte, was die Stadt gegen die illegalen Müllentsorger zu tun gedenke. „Das Problem ist bekannt und wir haben ja bereits gehandelt“, antwortete der Leiter des Bauamtes, Reinhard Nieberg. So sei mittlerweile ein Zaun aufgestellt worden. „Der hat sehr viel Geld gekostet“, so Nieberg. Abhalten kann er die Umweltfrevler offenbar nicht.

Zum Bauschutt kommt immer mehr Müll

Die Stadt ist Eigentümerin der Fläche und plant dort Wohnungsbau. Im Herbst hatte die Firma Gollnow aus Buchhorst mit dem Abriss der ersten Parzellen begonnen. Die Kleingärtner erhalten eine Entschädigung, heißt es vonseiten der Stadt. Doch zu den Trümmern der Gartenlauben kam in den vergangenen Monaten immer mehr Müll. Bauschutt, schwarze Müllsäcke, Farbeimer liegen nun auch unmittelbar hinter dem Zaun. Offenbar wurden sie hinübergeworfen.

Ratten fühlen sich hier wohl

Dass dort trotz des Zauns immer wieder illegal Müll abgelegt werde, könne die Stadt kaum verhindern, so Reinhard Nieberg. Und ihn ständig zu entsorgen, das käme die Stadt teuer zu stehen. „Der Zustand ist aber unhaltbar, mittlerweile laufen da die Ratten kreuz und quer rum“, kritisierte der Anwohner und erhielt dafür Zustimmung von mehreren Ausschussmitgliedern. Wie lange er und seine Nachbarn mit diesen Zuständen noch leben müssten, wollte er wissen – „schließlich ist da nebenan auch der Kindergarten“.

Bis Baubeginn wird es noch dauern

Einige Jahre werde das Gelände wohl noch brachliegen, so der Amtsleiter. Denn die Stadt stehe in Verhandlungen mit mehreren Unternehmen, konkret sei noch nichts. Auch einen entsprechenden Bebauungsplan gibt es noch nicht, nur im Flächennutzungsplan der Stadt aus den 80er-Jahren ist das Grundstück für Wohnbebauung vorgesehen.

Nieberg versprach jedoch, dass Mitarbeiter des Bauhofes auf dem Gelände erneut nach dem Rechten sehen werden. Für den Anwohner alles keine zufriedenstellende Lösung. Er fragt: „Warum hat man mit der Räumung des Geländes nicht noch gewartet?“