Finanzprobleme

Wie geht es weiter in der Kita Zwergen-Club?

| Lesedauer: 3 Minuten
Von Karin Lohmeier
Wie geht es weiter? Das scheint dieser kleine Knirps in einer Kita die Sterne zu fragen.

Wie geht es weiter? Das scheint dieser kleine Knirps in einer Kita die Sterne zu fragen.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Lauenburg. Der private Zwergen-Club sucht wieder einen neuen Träger, nachdem die VHS von der geplanten Übernahme zurückgetreten ist.

Lauenburg.  Der Zwergen-Club ist in Lauenburgs Kita-Landschaft eine kleine Besonderheit. 20 Plätze stellt die private Initiative zur Verfügung, die Eltern vor 31 Jahren gründeten. Ihnen war eine familiäre Atmosphäre und eine liebevolle Betreuung besonders wichtig. 19 Kinder besuchen die Vormittagsgruppe zurzeit, betreut werden sie von zwei pädagogischen Fachkräften. Doch wie geht es weiter? Wie berichtet, ist der Verein in finanzielle Bedrängnis geraten – und sucht einen neuen Träger.

Die Lauenburger Volkshochschule (VHS) hatte großes Interesse, die Kita zu übernehmen, zumal der Zwergen-Club im selben Gebäude wie die VHS untergebracht ist – in der früheren Pestalozzischule an der Albinusstraße. Doch diese Pläne haben sich zerschlagen. Während einer Mitgliederversammlung im Oktober holten sich der Vorstand und VHS-Leiter Klaus Kaufhardt noch das Okay ihrer Mitglieder für weitere Verhandlungen. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste Kaufhardt nun von der geplanten Übernahme zurücktreten.

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Der Zwergen-Club stehe erneut zur Disposition. Wenn sich kein Träger finde, müssten die Kinder auf die anderen Kitas in der Stadt verteilt werden, sagte Kaufhardt unserer Zeitung. Monika Rehr, Vorsitzende des Vereins, will den Zwergen-Club erhalten. „Wir lassen uns nicht unterkriegen und suchen nach einer anderen Lösung“, sagt sie.

Gut bezahlt wurden die Betreuerinnen offenbar nicht. Die Betriebskosten seien stetig gestiegen, sagt Rehr zu den Finanzproblemen – unter anderem durch den neuen Mindestlohn. Trotz der Zuschüsse von Kreis und Stadt, die der Zwergen-Club ebenso wie andere Lauenburger Kitas erhält, reiche das Geld nicht. „Unsere Beiträge sind nicht so hoch, dass war die Kosten auffangen können“, so Rehr.

Die Suche nach einem neuen Träger geht nun weiter. „Die Situation im Zwergen-Club ist mehr als dramatisch“, sagt Uwe Frensel (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerangelegenheiten, Soziales, Jugend und Sport. In der Sitzung am Dienstagabend kündigte er an, das Thema im Januar aufzugreifen – „dann wollen wir den Vorstand des Zwergen-Clubs in den Ausschuss einladen“, so Frensel.

19 Kinder werden vormittags betreut

Laut Claudia Bagdons von der Stadtverwaltung werden im Zwergen-Club zurzeit 19 Kinder montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr betreut. Ob sie problemlos auf die anderen Kitas verteilt werden könnten, ist fraglich. In der Kita der Arbeiterwohlfahrt im Familienzentrum (Graf-Bernhard-Ring 16) stehen 100 Elementar- und 30 Krippenplätze zur Verfügung, in der WABE-Kita (Berliner Straße 87) 111 Elementar- und 40 Krippenplätze sowie in der evangelischen Kita im Haus der Generationen(Dresdener Straße 15) 51 Elementar- und 10 Krippenplätze.

„Insgesamt ist die Situation für Kitaplätze in Lauenburg ausgeglichen“, sagt Claudia Bagdons. Bei den Elementarplätzen (3-6 Jahre) erreiche die Stadt einen Versorgungsgrad von 73 Prozent, bei den Krippenplätzen (bis 3 Jahre) knapp 35 Prozent. Das Betreuungsangebot in der Stadt wird also gut angenommen. Viel Luft ist allerdings auch nicht mehr. Claudia Bogdans: „Unsere Warteliste hat sich gegenüber früher deutlich verkleinert, zurzeit stehen nur etwa zehn Kinder darauf.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lauenburg