Lauenburgs Juwel, von dem bisher fast niemand weiß

Von Elke Richel

Lauenburg.
Es ist paradox: Lauenburg hat mit dem für über vier Millionen Euro sanierten Elbschifffahrtsmuseum ein Juwel, doch außerhalb der Stadtgrenzen weiß davon kaum jemand. 11 000 bis 18 000 Besucher pro Jahr prognostizierte die Wirtschaftlichkeitsberechnung - die Realität ist weit davon entfernt. Deshalb fiel die Analyse der Verwaltung im März ausgesprochen selbstkritisch aus: Akuter Personalmangel führe dazu, dass die Vermarktung des Museums stiefmütterlich behandelt werde. "Es ist somit notwendig, eine hauptamtliche Stelle für einen Museumsleiter zu schaffen, der über die Qualifikationen Museumspädagogik und Archivpflege verfügt", so die Schlussfolgerung der Analyse.

Holger Böttcher ist weder Museumspädagoge noch Archivar - mit der Schifffahrt kennt sich der gelernte Elektriker dennoch aus. Seit 2013 ist der 46-Jährige ehrenamtlicher Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums. Jetzt ist er als Museumsmanager auch hauptamtlich und in Vollzeit mit der Einrichtung verbunden. In dieser Funktion gehört er nun zum achtköpfigen Team "Touristik und Kultur" der Stadtverwaltung, das von Tourismusmanagerin Ulrike Sindermann geleitet wird. Sie ist besonders froh über den Neuzugang in ihrem Team: "Damit das Elbschifffahrtsmuseum erfolgreich wird, müssen wir viel mehr Werbung machen und attraktive Angebote für jede Altersgruppe anbieten", ist sie überzeugt.

Holger Böttcher sieht es als eine seiner ersten Aufgaben an, den Internetauftritt des Museums auf Vordermann zu bringen. Ulrike Sindermann setzt vor allem auf die Produktion neuer Flyer und die bisher schon bestehenden Vernetzungen innerhalb der bundesdeutschen Museumslandschaft und mit der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS). Social Media, wie Twitter oder Facebook, als Multiplikator für die Museumsarbeit zu nutzen sei angedacht, aber nicht der erste Schritt, sagt Lauenburgs Tourismusexpertin.

Holger Böttcher will sich zunächst mit der Ausstellung selbst beschäftigen. Bereits vorhandene Angebote, wie regelmäßige Führungen durch den Maschinenkeller oder spezielle Themenvorträge, sollen gebündelt und den Zielgruppen zugeordnet werden. "Danach werde ich neue Angebote entwickeln und bekannt machen", hat er sich vorgenommen. Dafür hat er genau zwei Jahre Zeit. Danach - so der politische Beschluss - wird Böttcher an seinem Erfolg gemessen werden, das Elbschifffahrtsmuseum überregional bekannt zu machen. Ob danach doch ein Museumspädagoge eingestellt wird, dürfte nicht zuletzt auch von der Haushaltslage der Stadt abhängen.