Lauenburg

Viel Lehrgeld bezahlt - und trotzdem keinen Tag bereut

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Elke Richel

"Le Rufer": Party zur Wiedereröffnung nach Renovierung am kommenden Sonnabend

Wenn Lisa Bethge und Franck Hoffmann einen Glückstag haben, ist es wohl der 7. Dezember. Das war der Tag vor einem Jahr, als sie ihr Restaurant "Le Rufer" eröffneten. Damals ahnten sie allerdings nicht, dass sie auf den Tag genau - ein Jahr später - schon wieder eine Eröffnungsparty geben würden.

In den dazwischen liegenden 365 Tagen hat das junge Paar wohl alles erlebt, was Wirten in der Lauenburger Altstadt widerfahren kann: ein verspäteter Saisonstart, das verheerende Juni-Hochwasser, ausbleibende Touristen, die dann in solcher Anzahl zurückkamen, dass der Ansturm kaum zu bewältigen war. Und jetzt auch noch die Sanierung der Gasträume, denen die Flut arg zugesetzt hatte. Da scheint es fast ein Wunder, wenn Lisa Bethge heute sagt: "Ich habe unseren Schritt in die Selbstständigkeit noch keinen Tag lang bereut." Das mag auch daran liegen, dass ihr Weg in die Lauenburger Gastronomie schon am Anfang ein steiniger war. Ihr improvisiertes Garagencafé an der Elbuferpromenade mussten sie von Amts wegen schließen. Was davon blieb, war die Freude, Gastgeber zu sein und eine Stammkundschaft, die ihnen auch im "Le Rufer" treu blieben.

Dass sie mit diesem Schritt in die Selbstständigkeit alles auf eine Karte setzten, stimmt übrigens nur im übertragenen Sinne, denn eine solche sucht man in dem Restaurant vergeblich. Die beiden Wirte setzen stattdessen auf saisonale Produkte, die sie meist auf dem Lauenburger Wochenmarkt und in Hofläden der Umgebung kaufen und auf die Kreativität von Lisa Bethge, die daraus, je nach Angebot, tagesfrische Gerichte bereitet. Ihre Spezialitäten: Tapas in allen Variationen, selbstgebackener Kuchen, leichte Fleischgerichte, sommerfrische Suppen und wärmende Eintöpfe. Offensichtlich hat sie damit genau den Nerv der Gäste getroffen: "Der Zuspruch, den wir erhielten war so groß, dass uns der Ansturm im Sommer manchmal über den Kopf gewachsen ist", sagt Franck Hoffmann, der im "Le Rufer" für den Service zuständig ist. In diesem Punkt hätten sie Lehrgeld bezahlt: "Manchmal hagelte es Kritik, weil einige Gäste längere Zeit auf ihre Bestellung warten mussten", räumt er ein.

Die Konsequenz daraus sei nun aber nicht, sich die Arbeit mit Tiefkühlprodukten zu erleichtern. Stattdessen haben sich Lisa Bethge und Frank Hoffmann überlegt, in der nächsten Saison eine erfahrene Servicekraft in Vollzeit einzustellen und auch sonst zu schauen, wer zu ihrem Verständnis von guter Gastlichkeit passt. Diese Entscheidung haben sie sich reiflich überlegt, auch um künftig wieder mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Und natürlich für sich selbst, denn eines steht für die beiden fest: Nur weil sie als Familie so fest zusammenhalten, ist der "Le Rufer" heute das, was er ist. Die Wiedereröffnung soll am kommenden Sonnabend, ab 18 Uhr mit Livemusik und einem großen Überraschungsbuffet groß gefeiert werden.

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