Lauenburg

Aufklärung über Drogen ohne erhobenen Zeigefinger

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"Peer Against Drugs": Gleichaltrige auf Augenhöhe beraten

Sie nennen sich "Peers Against Drugs" (PAD) und sind eigentlich alte Hasen in Sachen Drogenprävention. Ennor, Stefanie, Lena, Jana, Kristin und Elena gehörten nämlich schon zu den sogenannten "Drug-Scouts" an der Albinus-Gemeinschaftsschule in Lauenburg.

Seit drei Jahren setzt die Alkohol- und Drogenberatung des Kreises auf das Prinzip, Jugendliche durch Gleichaltrige über die Gefahren von Sucht und Drogenmissbrauch aufklären zu lassen. Während sich andere Städte schwer dabei taten, war Lauenburg bei dieser Form der Prävention von Anfang an dabei.

Jetzt unternimmt die Alkohol- und Drogenberatung einen neuen Anlauf, um das Projekt unter neuem Namen kreisweit zu starten. "In der Albinus-Gemeinschaftsschule haben wir wichtige Erfahrungen gesammelt", sagt Geschäftsführer Jürgen Eulenpesch. Auch die Finanzierung des landesweit einmaligen Projektes ist gesichert. Die "Aktion Mensch" steuert für einen Zeitraum von drei Jahren 157 000 Euro bei. Von diesem Geld wird die Ausbildung der "PADs" gefördert. Die Jugendlichen lernen Signale für eine drohende Sucht zu erkennen, Schutzmechanismen zu entwickeln, Kommunikationstechniken und Gesprächsführung. Aber auch eine "Barkeeper-Ausbildung" gehört dazu, um Alternativen zu hochprozentigen Getränken parat zu haben.

Für die sechs Mädchen aus der Albinus-Gemeinschaftsschule, die während der Ausbildung bei der Stange geblieben sind, ist das alles kein Neuland mehr. Sie werden jetzt ihr Wissen an die neue Generation der "PADs" weitergeben. Denn auch das gehört zum Konzept der Alkohol- und Drogenberatung: Die Jugendlichen selbst sind die Träger des Präventionsprojektes mit möglichst viel Eigenverantwortung. Diese Idee kommt an: Für die 20 Plätze des "PADs" hatten sich aus der Albinus-Gemeinschaftsschule 50 Schülerinnen und Schüler beworben. Wer schließlich die Ausbildung über 60 Stunden - die übrigens ausschließlich in der Freizeit läuft - beginnen darf, haben die jeweiligen Klassen selbst entschieden.

Den Grund dafür glaubt Stefanie Voll zu kennen: "Wer dabei ist, lernt viel über sich selbst, wird selbstbewusster und kann besser auf Menschen zugehen", so ihre Erfahrung. Sie weiß auch, dass Jugendliche auf Argumente von Gleichaltrigen eher reagieren, als wenn Erwachsene mit erhobenem Zeigefinger über Suchtgefahren aufklären.

Jürgen Eulenpesch von der Alkohol- und Drogenberatung hofft nun, dass sich auch andere Schulen im Kreis an den Lauenburger Erfahrungen orientieren werden.

( (er). )

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