Aufbaufonds: Wie viel Geld kommt zur Beseitigung der Hochwasserschäden in Lauenburg an?

Dafür gab es einen guten Grund: Bürgermeister Andreas Thiede und verantwortliche Mitarbeiter der Stadt hatten zur Informationsveranstaltung über Hilfsmaßnahmen geladen.

Dabei zeigte sich, dass die Verwaltung das Krisenmanagement auch mit Sinken des Pegels weiter im Griff hat. "Wir haben an 360 von 450 Anspruchsberechtigten die 500 Euro Soforthilfe bereits ausgezahlt", sagte Kämmerer Thomas Burmester und appellierte an die übrigen Betroffenen, sich ebenfalls zu melden. Auch die 5000 Euro Soforthilfe für die Beseitigung der Gebäudeschäden seien zum großen Teil bereits auf den Konten der Antragsteller. Gerade dieser Hilfsfonds hat aber auch einen Haken: Wer zum Beispiel im niedersächsischen Hohnstorf lebt und sein Haus in der Lauenburger Altstadt vermietet hat, bleibt wohl auf den Schäden sitzen. Das Land will nämlich nur Eigentümer entschädigen, die in Schleswig-Holstein leben. Somit sind etwa 10 Grundstücksbesitzer von der Soforthilfe ausgeschlossen - ein Umstand, den Bürgermeister Andreas Thiede nicht akzeptieren will: "Ich habe mich bereits an die Staatskanzlei gewandt, um Nachbesserung zu fordern, die jetzige Regelung ist absolut ungerecht."

Die ersten formlosen Anträge auf Soforthilfe in existenzgefährdenden Notlagen lägen ebenfalls vor. Diese würden allerdings vom Land entschieden. Dazu müssen detaillierte Angaben zur Schadenshöhe und zur individuellen wirtschaftlichen Situation gemacht werden. Diese Aufgabe liegt auch vor den Mitarbeitern der Verwaltung, denn in welcher Form und Höhe das gerade beschlossene Aufbauprogramm des Bundes die Infrastruktur der von der Flut betroffenen Kommunen jeweils entschädigt, ist noch völlig unklar. Und so tut der Amtsleiter für Stadtentwicklung, Reinhard Nieberg, im Moment vor allem das, was er auch den privaten Grundstücksbesitzern rät: "Alle Hochwasserschäden vollständig dokumentieren und auf Entschädigung hoffen."